Zum Abschluss ein Schunkellied und ein Lächeln

Pastorin Gunda Handrich wird in der St.-Lucas-Kirche in den Ruhestand verabschiedet

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Ein letztes Mal im Kreis der Kollegen: Jens Ubben (v.l.), Günter Brunkhorst, der stellvertretende Superintendent Matthias Wilke und Lars Rüter verabschiedeten Gunda Handrich. 

Scheeßel - Nach knapp 30 Jahren voller Konfirmationen, Trauungen, um die 1 000 Beerdigungen, aber auch Andachten im Altersheim oder dem persönlichen Gespräch stieg sie am Wochenende zum letzten Mal als „verpflichtete“ Pastorin auf die Kanzel: Gunda Handrich wurde am Sonntagnachmittag von Matthias Wilke offiziell entpflichtet und in den Ruhestand geschickt. „Das heißt aber nur, dass Du immer noch kannst, aber nicht mehr musst“, betonte der stellvertretende Superintendent im Hinblick auf vorgenannte Pflichten.

So voll wie sonst nur zu Weihnachten war die St.-Lucas-Kirche, um dem letzten Gottesdienst der scheidenden Pastorin nach siebeneinhalb Jahren Wirken im Beekeort beizuwohnen. Unter Mitwirkung der Kollegen Jens Ubben, Günter Brunkhorst und Lars Rüter, aber auch Lektor Wolfgang Eckhard und Mechthild Göttert vom Kirchenvorstand wurde der Abschied so gefeiert, wie auch das Wirken der vormals in Gifhorn, Mulsum und Fredenbeck tätigen Pastorin gewesen war: unaufgeregt, positiv und vor allem mit viel Gesang. Der war Handrich immer wichtig gewesen; nicht umsonst zählte in den zahlreichen Rückschauen während des Gottesdienstes und beim Empfang danach das Sängerfest 2011 mit mehr als 500 Teilnehmern und allen 15 Strophen von „Geh aus, mein Herz“ zu den oft genannten Höhepunkten ihres Wirkens. Einen besonderen Stellenwert hatte, nicht nur an diesem Nachmittag, jedoch ein anderes Lied aus dem von ihr persönlich zusammengestellten Repertoire, das mit Unterstützung der Kantorei harmonisch als Kanon zu Gehör gebracht wurde, nämlich „Lobe den Herrn meine Seele“. „Das ist unser Schunkellied, das wir immer zum Abschluss der Seniorenandachten gesungen haben, um mit einem Lächeln im Gesicht auseinander zu gehen“, erklärte sie – und hatte in der Tat beim Kanon ein beseeltes Lächeln auf den Lippen.

„Du hast immer zugehört und bist still mitgegangen.“

Die Arbeit mit älteren Menschen in der Gemeinde zählte zu den Schwerpunkten der ersten weiblichen Amtsinhaberin im Beekeort. Aber auch für die Jüngsten wie die „Swimmies“und Konfirmanden hatte sich Handrich engagiert. Dabei, so betonte Wilke, ging es ihr immer um das persönliche Gespräch: „Du hast immer zugehört und bist still mitgegangen.“

Auf Basis von persönlichen Kontakten eine verlässliche Zusammenarbeit in der Kirchengemeinde aufzubauen, war ihr denn auch ein Anliegen gewesen. Von ihr umgesetzte Ideen wie dem ehrenamtlichen Catering-Team oder der Unterstützung des lebendigen Adventskalenders, den Renate Freundlieb an die damals frisch berufene Amtsinhaberin herangetragen hatte, hatten sie diesem Ziel ein gutes Stück näher gebracht.

Wie sehr sie mit ihrer bescheidenen Art eher im Hintergrund die Belange in der Gemeinde geprägt hatte, zeigten auch die Redebeiträge beim geselligen anschließenden Beisammensein, unter anderem von Marianne Kuhn von der Diakonie-Sozialstation, Rathauschefin Käthe Dittmer-Scheele, Vertretern ihrer vorigen Wirkungsstädten und nicht zuletzt der zahlreichen Mitstreiter der St.-Lucas-Kirche. Auch wenn sich Handrich noch nicht konkret zu Plänen für den neuen Lebensabschnitt äußern mochte, versprach sie: „Ich bin womöglich öfter in der Eismanufaktur in Rotenburg anzutreffen.“ 

hey

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