Eichenschul-Abiturentlassungsfeier überrascht mit deutlichen Worten

„Abilymp“ nur Etappensieg

Mit 147 Absolventen verzeichnete die Eichenschule einen „Abi-Rekord“. - Foto: Heyne

Scheeßel - Abi 2016 an der Eichenschule: Der mit 147 Abiturienten zahlenmäßig stärkste Einzeljahrgang, den die Eichenschule je gesehen hatte, ein Notendurchschnitt von 2,53 und 24 Absolventen mit einer „1“ vor dem Komma, dazu ein engagierter Jahrgang, der in Theater, Sport und Musik gepunktet hatte (unter anderem beim Holocaust-Gedenktag, einer denkwürdigen Krakaufahrt oder einer preiswürdigen Inszenierung von „Die Welle“). Grund genug für das Gymnasium, seine Entlassungsfeier am Freitag mit dem Song „Happy“ von Pharrell Williams beginnen zu lassen – oder?

Neben den reinen „Zahlen und Fakten“ waren in diesem Jahr auch überraschend kritische Töne zu hören: Schulleiter Christian Birnbaum nahm ebenso gewitzt wie genüsslich das Motto der Abiturienten „Wir kamen selten, sahen wenig und siegten trotzdem“ auseinander und demontierte auch den Begriff „Abilymp“: „Das Abitur ist nicht der Olymp, sondern höchstens ein Etappensieg!“ Zugespitzte Worte fanden auch die Vertreter der Lehrer: Als Petra Hoppenstedt in ihrem Streitgespräch mit ihrem Kollegen John Cramer aus dem Off von „einem angepassten Haufen“ sprach, der „für gute Noten buckelt, schleimt und jammert“, erntete sie einen Szenenapplaus. Felix Weißerieder und Erik Brodersen rechneten in ihrer Schülerrede vor: Während einer dreijährigen Lehre hätte man um die 20 000 Euro verdienen können – und provozierten „War’s das wert?“

Die klare Anwort lautete: Ja! Denn das zeigten die außergewöhnlichen Leistungen, nicht nur bei den Zensuren und Ehrungen diverser Fachverbände, sondern auch im sozialen und künstlerischen Bereich. Für ihr Engagement im Sanitärdienst, als SOS-Lotsen, als Betreuer bei Schulfahrten oder in Sport, Theater und Musik erhielten einige ehemalige Schüler jeweils eine weiße Rose – bei einigen kam fast ein Strauß zusammen.

„Theater-Mann“ Thomas Stermann erinnerte an erfolgreiche Karrieren von „Der Löwe ist los“ der Fünftklässler bis zum jüngsten „Die Welle“; ihre musikalischen Leistungen stellten zahlreiche Akteure eindrucksvoll bei der Umrahmung ihrer eigenen Feier mit schmissigen Orchesterstücken, im Chor oder in einer gut aufgelegten Delighted Blues Band ein letztes Mal unter Beweis, einige sogar in allen drei Formationen.

Für die Zukunft wünschte Elternvertreterin Heike Schwabe den Absolventen des „Sondereinsatzkommandos G8“ die Balance wischen Gelassenheit und Neugier. Erik Brodersen formulierte seinen Appell an die Mitschüler knackiger: „Werdet bloß keine Arschlöcher!“ - hey

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