Werkschau im Meyerhof

Ein Abbild vom Abbild

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Über die gelungene Ausstellung freuten sich Laudatorin Claudia Rasztar (v.l.) und Nachlassverwalterin Sabine Suhr sowie Jessica Krull als wissenschaftliche Referentin des Heimatvereins Scheeßel.

Scheeßel - Von Ursula Ujen. Reges Treiben herrschte auf dem Meyerhof-Gelände: Wer zeitig gekommen war, konnte schon mal einen kurzen Blick in das Kunstgewerbehaus werfen – und dieser erste Eindruck löste unmittelbar Begeisterung bei den Kunstfreunden aus. Das wurde auch von Uwe Wahlers freudig registriert, der als Vorsitzender des Heimatvereins Scheeßel die Ausstellung mit Werken von Frank-J. Suhr eröffnete und die Ehefrau und Nachlassverwalterin Sabine Suhr sowie den Sohn Jan Suhr des 2012 verstorbenen Künstlers willkommen hieß.

Auch einige alte Bekannte, die die Familie aus ihrer mehrjährigen Scheeßel-Zeit kannten, waren zur Vernissage in den Meyerhof gekommen und ließen sich musikalisch durch ausdrucksvolle Saxofon-Interpretationen von Hauke Damerow einstimmen.

Als Laudatorin konnte die Kunst- und Kulturwissenschaftlerin Claudia Rasztar aus Buxtehude, wo der Künstler viele Jahre gelebt hat, gewonnen werden. Bei ihren Arbeiten zum 60. Geburtstag des Künstlers im Buxtehuder Museum habe sie ein sinnliches wie auch intellektuelles Vergnügen bei der Auseinandersetzung mit dessen Werk empfunden. „Frank Suhr war ein großartiger Kenner in der Malkunst. Das wird deutlich, wenn man sich seine fotorealistischen Bilder zu Themenkomplexen wie Märkte oder Tütensuppen anschaut“, so die Expertin. In Anlehnung des Zitats von Fontane „Der Teufel steckt immer im Detail“ könnte der abgewandelte Ausstellungstitel „Der Zauber steckt immer im Detail“ nicht passender gewählt sein: In der Werkschau werden Bilder von Suhr gezeigt, in denen er aus seiner Sicht faszinierende Details aus Bildern alter Meister wie Kalf oder Vermeer mit Pinsel und Farbe in den Mittelpunkt rückt. „Es geht mir nicht darum zu erzählen, sondern zu malen“, beschrieb Suhr einst seine Arbeitsweise. „Für mich ist Farbe in erster Linie Materie und nicht Bedeutungsträger. Und ich benutze sie dazu, illusionistisch eine ‚Realität‘ zu schaffen, als auch dazu, diese zu zerstören und zurückzuführen auf die Wirklichkeit von Farbe und Leinwand.“

Das wird besonders bei dem die Ausstellung dominierenden Werk „Pinselstrich“ deutlich: Die Vernissage-Gäste waren fasziniert von dem großformatigen, vierteiligen Ölgemälde, über das die Laudatorin sagt: „Ganz nah herangezoomt malt Suhr Pinselstriche; die Reflexe, Licht und Schatten, das Glänzen der Farben. Dieser vergrößerte Pinselstrich zeigt, woraus er selbst besteht – nämlich aus vielen kleinen Pinselstrichen, und das macht den Überraschungseffekt aus.“ Ebenso stark umlagert waren die an Andy Warhol erinnernden farbstarken Bilder aus der Tütensuppen-Werkreihe oder von asiatischen Marktszenen, die wiederum an Wimmelbilder denken lassen.

Die Ausstellung läuft bis zum 31. Juli und ist samstags, sonn- und feiertags von 11 bis 17 Uhr oder nach telefonischer Vereinbarung zu besichtigen.

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