17-Jährige betreuen beim Internationalen Beeke-Festival Gäste aus Paraguay

Eigenheiten sind mit eingeplant

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Friederike Bremer (l.) und Sarah Trochemowitz haben sich mit landeskundlichen Recherchen im Internet auf ihren Einsatz als Gruppenleiterinnen vorbereitet.

Scheeßel - Von Ulla Heyne. Um diese beiden jungen Frauen müsste sich der Arbeitsmarkt förmlich reißen. Sie sind jung, haben bereits Führungserfahrung gesammelt und bringen alle Eigenschaften mit, die ein Unternehmen sich wünschen kann. Friederike Bremer und Sarah Trochemowitz gehören zu den jüngsten Gruppenleitern, die beim Internationalen Beeke-Festival Verantwortung für eine Gruppe Musiker und Tänzer aus dem Ausland übernehmen.

Sie betreuen die 16 Gäste der Formation „Minguero Jeroky“ aus Paraguay. „Wir haben geguckt, welche Gruppe uns interessiert und wie es sprachlich passt“, erklärt Sarah, „da wir beide in der Schule Spanisch hatten, lag Lateinamerika nahe.“

Der Einsatz der beiden 17-Jährigen beginnt nicht erst mit der Anreise der Gäste am Dienstag vor dem Festival. Bereits im Vorfeld haben sie das sechstägige Programm mit einigen festen Aktivitäten wie der Erkundung des Beeke-Ortes mit Besuch von Meyerhof und Kirche, aber auch des Melkhuses geplant. Außerdem haben sie die nötigen Fahrräder für die Tour zum Weichelsee und einen Rollstuhl für den Ausflug nach Hamburg organisiert, Fahrpläne gewälzt und am Budget gefeilt. „Zuerst waren wir zu teuer, jetzt haben wir noch Geld übrig“, erzählt Friederike.

Aufgeregt sind die beiden keine Spur – ihr Debüt als Gruppenleiterinnen hatten beide bereits vor zwei Jahren – Friederike mit einer brasilianischen Gruppe, Sarah mit Besuchern aus Portugal, zu denen immer noch Kontakt besteht. Sogar gegenseitige Familienbesuche sind daraus entstanden.

Ob sie sich sprachlich vorbereiten? „Das ist nicht nötig – als Dritte ist Christina Klee im Bunde, die gerade von einem längeren Aufenthalt in Spanien zurückgekehrt ist.“ Nur die Akzeptanz macht ihnen noch etwas Sorge: „Schließlich sind die ja alle ein paar Jahre älter als wir!“ Schiefgehen könne allerdings nichts, wissen die Juleica-Inhaberinnen aus Erfahrung: Bei Problemen können sie auf die Erfahrung ihrer erwachsenen „Kollegen“ zurückgreifen.

Der kulturellen Unterschiede sind sie sich durchaus bewusst: „Für die Wege in Hamburg haben wir mehr Zeit eingeplant; in Lateinamerika ist das Tempo ja etwas gemütlicher und das Verständnis von Pünktlichkeit anders als bei uns“, erzählt Sarah, die sich genau wie Friederike im Internet über die Eigenheiten des Landes schlau gemacht hat. Und sie sind darauf eingestellt, dass die Tage anstrengend, aber auch lohnend werden: „Du bist ja rund um die Uhr Ansprechpartner und verantwortlich“, erzählt Sarah. „Vom Durchzählen bei Ausflügen, ob noch alle da sind bis zum Adrenalinkick, wenn kurz vor dem Auftritt die Instrumente noch eingeschlossen sind, und jemand den Schlüssel zuhause vergessen hat.“

Und nicht nur das: Nebenbei stehen die Eichenschülerinnen, die für die Dauer ihres Einsatzes vom Unterricht befreit worden sind, selbst als Akteure auf der Bühne – „und dann will man selbst ja auch noch mitfeiern“, erzählt Sarah. Dann stehe man nach einer kurzen Nacht trotzdem am nächsten Morgen um 10 Uhr beim Gottesdienst auf der Matte und guckt, dass es allen gut geht – denn darum geht es ja: Dass die hier eine schöne Zeit haben.“ Ein bisschen sei es wie das Hurricane: Zwischendurch ist man ganz schön erledigt – und wenn es dann vorbei ist, freut man sich schon auf das nächste Mal.“ Was bleibt? „Die Erfahrung“, meint Friederike, und Sarah ergänzt: „Man wächst an seinen Herausforderungen.“

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