Ärzte am Rotenburger Diakoniekrankenhaus retten sein Bein

Ali Salem kehrt geheilt in den Irak zurück

Ali Salem mit seinen behandelnden Ärzten (v.l.) Dr. Dorothea Hebebrand, Dr. Nils-Kristian Dohse und Prof. Dr. Detlev Hebebrand.

Rotenburg - Ende September kann der 19-jährige Ali Salem Alnaddaf nach rund 12-wöchiger Behandlungszeit im Diakoniekrankenhaus Rotenburg und dem Klinikum Bamberg geheilt in sein Heimatland Irak zurück fliegen. Der Jugendliche lag in Rotenburg in einem so genannten Freibett. Dort werden schwer verletzte Kinder aus den Kriegs- und Krisengebieten dieser Welt unentgeltlich behandelt.

Das Diakoniekrankenhaus in Rotenburg ist eines der wenigen Krankenhäuser in Deutschland, das sich an dieser Initiative in Kooperation mit Friedensdorf International und der Irak-Kinderhilfe der IPPNW (Internationale Ärzte zur Verhütung von Atomkrieg) regelmäßig beteiligt. Inzwischen sind insgesamt 23 stationäre Behandlungen bei 16 Kindern aus Angola, dem Irak, Iran und Afghanistan erfolgreich in Rotenburg durchgeführt worden.

Bereits 2005 gerieten Ali Salem und seine Eltern mit ihrem Auto im Irak unter Grantbeschuss. Das Auto der Familie Alnaddaf explodierte. Die Mutter wurde getötet, der Vater schwer verletzt. Der damals 13-jährige Ali Salem überlebte ebenfalls mit schweren Verletzungen. Insbesondere sein linkes Kniegelenk wurde durch die Explosion komplett zertrümmert.

Schon vor sechs Jahren kämpften die Chirurgen der Klinik für Unfallchirurgie und der Klinik für Plastische Chirurgie aus Rotenburg um die Rettung von Alis Bein. Nach monatelanger Behandlung mit vielen Operationen konnte dieses Ziel zwar erreicht werden, es blieb allerdings eine vollständige Versteifung des Kniegelenkes. Da Ali Salim mit dieser Situation nur schwer zurecht kam, wurde in diesem Jahr im Klinikum in Bamberg ein künstliches Kniegelenk implantiert. Hier kam es aufgrund der schwierigen Ausgangssituation zu schwerwiegenden Komplikationen, sodass die Chirurgen in Bamberg befürchteten, das Bein amputieren zu müssen. In dieser Situation erklärten sich die plastischen Chirurgen in Rotenburg bereit, nochmals einen Versuch zur Rettung des Beines zu starten.

Durch mehrere komplizierte Eingriffe gelang es schließlich, nicht nur das Bein, sondern auch ein bewegliches Kniegelenk zu erhalten. Das berichtete Dr. Nils-Kristian Dohse, einer der behandelnden Ärzte aus Rotenburg.

Prof. Ulrich Gottstein, Gründungsmitglied der Deutschen Sektion der IPPNW, über deren Irak-Kinderhilfe Ali Salem nach Deutschland kam, bedankte sich jetzt bei Professor Wolf Strecker aus Bamberg und den Professoren Detlev Hebebrand und Michael Schulte aus Rotenburg für die geleistete langjährige Arbeit für den jungen Mann: „Wir sind Ihnen und Ihren Kollegen von Herzen dafür dankbar, dass (...) Sie ihn so lange wieder liebevoll behalten und betreut haben. Aus Erfahrung darf ich hinzufügen, dass die Großzügigkeit, die die Kliniken Bamberg und Rotenburg dem Patienten (...) gegenüber gezeigt haben, in den irakischen Großfamilien nicht vergessen wird. Die Dankbarkeit bleibt erhalten und damit auch eine Haltung der Friedens- und Versöhnungsbereitschaft“, so Gottstein.

Zurzeit liegt übrigens ein weiteres Kind im Freibett in Rotenburg. Für jene, die die Arbeit des Freibettfonds unterstützen möchten: Spendenkonto Diakonissen-Mutterhaus bei der Sparkasse Rotenburg- Bremervörde, BLZ 241 512 35, Kto. 251 23 45 6, Stichwort Freibettfonds und die eigene Anschrift.

Zurzeit noch ein weiteres Kind im Freibett

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