Stadt stellt Pläne für Neubaugebiete vor / Ausschüsse beraten

Rotenburgs „schwierige Entwicklung“ steht

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Rotenburg - Von Michael Krüger„Wenn wir die Nachfrage nicht bedienen, bauen die Leute woanders.“ Für Rotenburgs Stadtplaner Clemens Bumann ist die Rechnung ganz einfach. 142 Interessenten stehen mittlerweile auf der Warteliste für neue Grundstücke in der Kreisstadt. Zwei Neubaugebiete sollen in diesem Jahr noch in den Verkauf gehen – „Brockeler Straße“ und „Stockforthsweg“. Am Montag wird sich der Ausschuss für Planung und Hochbau dem Thema annehmen. Am Mittwoch dann der Verwaltungsausschuss. Ab Sommer soll verkauft werden. Bumann: „Wir brauchen Zuzug.“

Seit gestern sind die konkreten Pläne, über die zügig abgestimmt werden soll, öffentlich. Die Stadt habe alle Einwendungen abgearbeitet: „Die Probleme sind lösbar“, entgegnet Bürgermeister Detlef Eichinger auf die muntere politische Diskussion, insbesondere über das Baugebiet Stockforthsweg. Sowohl Eichinger als auch Planer Bumann sehen keine Alternativen zu den beiden Gebieten. „Wir sind seit Jahren ausverkauft“, so Eichinger, die Stadt könne den Bedarf schon lange nicht mehr decken. Deswegen sei es unbedingt notwendig, dass noch in diesem Jahr die ersten Bagger anrollen. Da die ersten Überlegungen zum Stockforthsweg bereits knapp zehn Jahre alt seien, „peitsche“ die Verwaltung auch keine Maßnahme durch. Andere Möglichkeiten, Bauland zu erschließen, gebe es derzeit nicht. Bumann: „Rotenburg ist schwierig zu entwickeln.“ Die Bahnlinie, Bundesstraßen und die Schutzgebiete entlang der Wümme grenzten die Planung ein.

Untersucht habe die Stadt auch Gebiete hinter dem Kalandshof („Zu moorig“) und im weiteren Verlauf des Grafeler Damms („Zu dicht an einem landwirtschaftlichen Betrieb“). Doch die Einschränkungen dort hätten deutlich gegen eine weitere Erkundung gesprochen. Stadtplaner Bumann: „Eine Bebauung ist dort in absehbarer Zeit wohl nicht möglich.“

Im Bereich Brockeler Straße Nord-Ost sollen, die Zustimmung des Rates Ende April vorausgesetzt, auf 5,5 Hektar 33 Einfamilienhäuser, ein Senioren-Wohnpark und 60 Wohnungen in Mehrgeschoss-Häusern entstehen. Besonderheit im Gebiet soll das nach einem Meppener Vorbild gestaltete, gemeinsame Wohnen von Senioren werden. 30 kleine Grundstücke mit Bungalows gruppieren sich dabei um einen zentralen Bereich, auf dem Grünanlagen oder gemeinsame Räume geschaffen werden könnten. „Die interessierten Senioren haben sich dazu bereits zusammengeschlossen und feilen nun an der Planung“, berichtet Bürgermeister Eichinger. Die Grundstücksgröße im Baugebiet liegt zwischen 344 und 817 Quadratmetern.

Etwas großzügiger geschnitten sind die Grundstücke auf den sieben Hektar am Stockforthsweg: 600 bis 900 Quadratmeter. Entgegen der Kritik entstehe keine „villenartige Struktur“, so Eichinger. 46 Einfamilien- oder Doppelhäuser seien möglich, dazu ein Areal für drei Reihenhäuser gegenüber der Tierklinik. Wert legt die Stadt am Stockforthsweg auf eine naturnahe Entwicklung. So sei jeder Grundstückseigentümer verpflichtet, Bäume zu pflanzen. Der laut Bumann „parkähnliche Siedlungsbestand“ solle durch eng gesetzte Bauräume mit einheitlichen Fluchten optisch aufgewertet werden. Bis zu 145 Euro pro Quadratmeter muss dafür von Bauwilligen gezahlt werden. Insgesamt sei die Anbindung des Gebiets über die Bundesstraße an die Stadt sehr einfach.

Da zwei Neubaugebiete die Nachfrage wohl nicht decken können, denkt die Stadt aber jetzt schon über weitere Gebiete nach. Realistisch ist die Erweiterung des Gebiets am Stockforthsweg um einen zweiten Abschnitt. Aber auch ein Neubaugebiet nahe der Lungenklinik Richtung Unterstedt bleibt eine Option.

An der Brockeler Straße sind 33 Einfamilienhäuser, ein Seniorenpark sowie ein Bereich für Mehrgeschosshäuser geplant.

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