Zwei Messstellen mit Befund im Landkreis

Tierarznei im Grundwasser

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Der NLWKN hat Gebiete mit hoher Viehbesatzdichte ausgewählt.

Rotenburg - Von Elisabeth Stockinger. Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) hat in der Zeit von Februar bis Mai dieses Jahres Grundwasser-Proben von 153 Messstellen in ganz Niedersachsen genommen und auf Spuren von Tierarzneimitteln (TAM) untersucht.

19 der Messstellen brachten einen Befund hervor, zwei davon liegen im Landkreis Rotenburg: in Zeven und in Riekenbostel. „Das Ziel der Untersuchung war nicht, Ursachenforschung zu betreiben“, erklärt Geowissenschaftler Lars Germershausen von der NLWKN-Betriebsstelle Hannover-Hildesheim. Vielmehr habe man sich einen Überblick über die aktuelle Situation von TAM-Konzentrationen im Grundwasser Niedersachsens verschaffen wollen. Bisher habe es keine flächendeckende Untersuchung für das Bundesland gegeben.

Für die Messstellen wurden Gebiete mit hoher Viehbesatzdichte ausgewählt, Regionen mit einer intensiven landwirtschaftlichen Nutzung. „Es sollten sandige und gut durchlässige Böden sein“, so Germershausen. Als weiteres Kriterium sei man vom „Worst Case-Szenario“ ausgegangen. Sprich: Gemessen wurde an Orten, wo es einen möglichst geringen Abstand zwischen Gelände- und Grundwasseroberfläche gebe, eben dort, wo Schadstoffe schnell durchsickern.

Der NLWKN hat die genommenen Proben anschließend auf die innerhalb anderer Projekte am häufigsten gefundenen Parameter untersucht: Sulfonamide – synthetische chemische Verbindungen, die als Antibiotika eingesetzt werden. Ergebnis der zehn Messstellen im Landkreis Rotenburg: In Zeven fand der NLWKN den Wirkstoff Sulfadimidin, 2,9 Nanogramm pro Liter; in Riekenbostel den Wirkstoff Sulfamethoxypyridazin, 7,7 Nanogramm pro Liter.

„Die gefundene Menge im Landkreis Rotenburg ist äußerst gering“, erklärt Germershausen die Ergebnisse. Das Umweltbundesamt (UBA) schlage etwa für Sulfamidin einen Grenzwert von 100 Nanogramm pro Liter vor, eine gesetzlichen Richtwert gebe es allerdings bisher nicht. Drei der Messstellen in den Landkreisen Cloppenburg, Diepholz und Heidekreis zeigten einen Wert von über 100 auf.

Die Auswirkungen auf den Menschen seien aufgrund der geringen Werte im Landkreis Rotenburg unbedenklich. Dennoch: „Antibiotika sind nicht natürlich und gehören deshalb nicht ins Grundwasser“, betont der Geowissenschaftler. 19 der 153 Messstellen waren mit Befund – das seien immerhin etwa zwölf Prozent.

Derzeit läuft die Auswertung einer zweiten Untersuchungsreihe. Zwischen September und Oktober wurden an den Messstellen erneut Proben genommen. Wie der NLWKN mit den Ergebnissen weiter verfährt, bleibt laut Germershausen abzuwarten. „Wir müssen sehen, ob wir das Thema weiter verfolgen, je nachdem, inwieweit wir Fördergelder für das Projekt bewilligt bekommen.“

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