Rotenburger Planungsausschuss: Grünes Licht für Bauvorhaben

Zustimmung unter Vorbehalt

Noch ist außer einem Bauzaun nichts zu sehen, aber an der Ecke Glockengießer- und Harburger Straße soll schon bald ein Wohn- und Geschäftshaus entstehen.
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Noch ist außer einem Bauzaun nichts zu sehen, aber an der Ecke Glockengießer- und Harburger Straße soll schon bald ein Wohn- und Geschäftshaus entstehen.

Rotenburg – Mehrere Änderungen in Bebauungs- und Flächennutzungsplänen standen auf der Tagesordnung während der jüngsten Sitzung des Rotenburger Ausschusses für Planung und Hochbau. Gerade was den Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses an der Ecke Glockengießerstraße/Harburger Straße anbelangt – dort, wo Anfang des Jahres die ehemalige Schlachterei Hildebrandt abgerissen worden war –, erbat Stadtplaner Clemens Bumann die Zustimmung der Mitglieder – im Hinterkopf habe er mögliche weitere Corona-bedingte Einschränkungen im Dezember, die das Bauvorhaben weiter verzögern würden, sollte eine weitere Besprechung im Ausschuss vorher erfolgen müssen.

Hintergrund der Bitte: Für die SPD-Seite, die sich aufgrund des später hinzugefügten Tagesordnungspunktes vorher nicht beraten konnte, erwies sich eine Abstimmung aber als problematisch. Heike Behr kündigte nach Bumanns Erläuterungen über die Änderung im zugehörigen Bebauungsplan an, man wolle sich nicht in den Weg stellen, enthalte sich aber aufgrund fehlender Beratung zunächst – vorbehaltlich dessen, sich im Verwaltungsausschuss am 18. November dazu noch einmal zu positionieren. Daher ist die Änderung bei sieben Ja-Stimmen zunächst empfohlen worden.

Auf dem Grundstück, das einem Rotenburger Geschäftsmann gehört, sollen in einem roten Klinkerbau insgesamt elf Wohnungen entstehen, dazu ein größerer Geschäftsraum im Erdgeschoss. Haariges Detail: Das Gebäude ist zweigeschossig geplant, so wirkt es auch optisch. Rein rechtlich ist es aber dreigeschossig, erläuterte Bumann auf Nachfrage der Kreiszeitung – ein Streitpunkt war dieses Thema bereits rund um den Neubau auf dem ehemaligen Carthago-Gelände. Dort möchte und darf Unternehmerin Jette Grewe nach langen Debatten dreigeschossig bauen, die Stadt, allen voran Weber, plädierte für traditionelle, zweigeschossige Bebauung. Im Fall der Glockengießerstraße hatte sich das Problem Dreigeschossigkeit durch die Dachwahl gelöst. Dort haben die Wohnungen dann Schrägwände, optisch sieht es aber nicht nach drei Geschossen aus. Auch Bürgermeister Andreas Weber (SPD) plädierte für den Lückenschluss an dieser Stelle. „Die Baulücke schadet der Ansicht der gesamten Innenstadt.“

Einziges Manko: Die Abfahrt wird nur einseitig möglich sein, immer mit einem kleinen Umweg verbunden – auch, wenn der geplante Kreisel kommt. Aber das, so Bumann, muss man an der Stelle in Kauf nehmen. Bernd Veller (CDU) merkte indes noch an, dass es rund um das Thema Stellplätze Kritik gegeben habe. Bemängelt wurde, dass nicht ausreichend Parkplätze für die geplante Bebauung vorhanden sein werden. Dahingehend konnte Bumann jedoch beruhigen: „Das ist machbar.“

Einstimmigkeit gab es für weitere Projekte:

.  Für die Rotenburger Rettungswache wird seit Jahren nach einem neuen Standort gesucht. Dieser scheint nun an der Soltauer Straße gefunden worden. Das Grundstück gehört den Rotenburger Werken, die bereit wären, den vorderen Teil zu verkaufen. Im rückwärtigen Teil wollen sie eigene Pläne realisieren. Etwa 8 000 Quadratmeter würde die Rettungswache erhalten, andere Nutzungen werden im Bebauungsplan ausgeschlossen. Einstimmig empfahlen die Mitglieder, das Projekt auf den Weg zu bringen. Wenn alles weiter nach Plan verläuft, könnte im Herbst oder Winter 2021 mit dem Bau begonnen werden.

.  In Waffensen möchte sich der Malerfachbetrieb Leefers erweitern. Dazu sind eine Änderung des Flächennutzungsplanes und die Aufstellung eines Bebauungsplans notwendig. Das Vorhaben auf 1,4 Hektar sei „städtebaulich nicht kritisch“, so der Stadtplaner – andere Optionen seien an dieser Stelle ohnehin nicht vorhanden. Die Nutzung beschränkt sich im hinteren Teil aber auf Gewerbe. Durch die östliche gelegene Bahnstrecke und einen südlich gelegenen Gewerbebetrieb entstehen Immissionen, die eine Wohnbebauung ausschließen. Der Ortsrat war der Empfehlung der Verwaltung bereits gefolgt. Die Ausschussmitglieder schlossen sich einstimmig an und äußerten keinerlei Bedenken. Es ist ein alteingesessener Betrieb, der in unmittelbarer Nachbarschaft expandieren könne und das sollte man ermöglichen, befand auch der Verwaltungschef.

.  An der Königsberger Straße, neben der Polizei, soll ebenfalls ein Bauvorhaben an einem bestehenden Gebäude realisiert werden. Dort sind drei Einheiten mit jeweils sechs Wohnungen, die an einer sogenannten Brandwand enden – einer Wand ohne Fenster. Daran sollen nun vier bis sechs weitere Wohnungen angebaut werden. Drei kleinere Bäume müssten dafür entfernt werden, um Platz für Stellplätze zu schaffen. Es bleibe aber genügend Raum, dort an anderer Stelle Neuanpflanzungen vorzunehmen, so Bumann. Dazu hatte es im Rahmen der öffentlichen Beteiligung mehrere Einwände gegeben, auch von Anwohnern, die als Zuhörer anwesend waren. Die zweigeschossige geplante Bauweise wird bleiben. Fehlende Sonne durch die Verdichtung, wie unter anderem angemerkt, kommentierte Bumann mit: „Wir liegen über dem, was gesunde Wohnverhältnisse garantiert.“ Die Erholungsfunktion sei ebenfalls weiter gegeben, da „jeder privates Grün hat“, sowie Zugang zu Spielplätzen und mehr Grün in naher Umgebung.  acb

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