Jubiläumsumfrage der Kreiszeitung zeigt großes Vertrauen in Berichterstattung

Zuspruch in schwieriger Zeit

Rotenburg - Von Michael Krüger. Etwas näher am Leser sein. Auch das war etwas, was sich die Rotenburger Kreiszeitung und Visselhöveder Nachrichten für das Jubiläumsjahr vorgenommen hatten. 150 Jahre nach der Erstausgabe des Rotenburger Anzeigers hatten wir es uns als Nachfolgezeitungen zur Aufgabe gemacht, etwas mehr über die Menschen um uns herum zu erfahren – mit durchaus überraschenden Erkenntnissen in einer Zeit des rasanten Medienwandels.

Das Jubiläumsjahr bot ausreichend Anlässe, mit den Menschen und den Lesern ins Gespräch zu kommen und sich für die Treue zu bedanken – etwa beim Brunnenfest in Visselhövede, beim Kreiszeitung-Mitmach-Zirkus bei „La Strada“ in Rotenburg, mit kleinen oder größeren Überraschungen wie kostenlosen Brötchen, Eis und Einkaufsgutscheinen. Mit einer Aktion wollte es die Mediengruppe aber noch etwas genauer wissen – mittels einer Umfrage unter Lesern und Nichtlesern in Kooperation mit dem Oldenburger Marktforschungsunternehmen Feseck. Ähnlich, wie es zuvor die Verlagspartner der Wildeshauser Zeitung anlässlich ihres Jubiläums getan hatten.

Der Fragebogen, der dazu erstellt wurde, erschien in der Jubiläums-Sonderausgabe am 1. Juli. 34 000 Exemplare der 64 Seiten starken Beilage wurden im Verbreitungsgebiet verteilt und erreichten so auch viele Menschen, die nicht regelmäßig Leser der gedruckten Tageszeitung oder des Internetauftritts unter www.kreiszeitung.de sind. Unter den Antwortenden wurden 20 Preise verlost.

Die Verlagsleitung versprach sich etwas mehr Aufschluss darüber, wo die Interessen der Leser und Nichtleser liegen und wie die Zeitung womöglich noch verbessert werden kann. Die zentralen Ergebnisse machen den Verantwortlichen allerdings auch in Zeiten allgemein sinkender Zeitungsauflagen Mut. Insbesondere das „Lokale“, auf das sich auch die Rotenburger Kreiszeitung und Visselhöveder Nachrichten stützen, steht weiter hoch im Kurs. Das Interesse der Leser bezieht sich dabei natürlich vorrangig auf das Wohnumfeld, aber auch auf Themen, die den gesamten Landkreis oder die Region betreffen und weit darüber hinaus strahlen. Die höchsten Zustimmungen gab es in der Umfrage, die vorrangig von Menschen im Alter zwischen 51 und 72 Jahren beantwortet wurde, für die Themenfelder „Lokale Berichterstattung generell“, „Berichte aus dem Landkreis“ und „Berichte aus Rotenburg“ sowie die Serviceseite „Tipps und Termine“. Der Lokalsport erhielt zwar keine so große generelle Zustimmung, allerdings sind hier die interessierten Leser besonders treu und auf die Inhalte fixiert. Keine Tendenz ließ sich allerdings in den Antworten auf die offene Frage entdecken, über welche lokalen Themen mehr berichtet werden sollte. Hier reichten die Antworten von „Gemeindeentscheidungen“ über „Familienthemen“ bis hin zu „Hamburger SV“.

Hintergrundberichte und Einordnung der lokalen Themen in größere Zusammenhänge – das sind erkennbar Forderungen der Leserschaft. Dabei gilt die Tageszeitung – möglicherweise überraschend – sowohl bei Abonnenten als auch Nichtlesern als eher modern, relativ weltoffen, sympathisch und meinungsstark. Und was in Zeiten von „Fake News“ die Redakteure freut: Die Glaubwürdigkeit der Lokalzeitung rangiert deutlich vor anderen Medien. Das Interesse an der Lokalberichterstattung ist erwartungsgemäß bei den Abonnenten insgesamt höher, wobei das Geschehen vor Ort auch diejenigen grundsätzlich interessiert, die keine Zeitung zur Hand nehmen, um sich darüber zu informieren. Heraus kam auch: Diejenigen, die Anzeigenblätter wie die in der Mediengruppe Kreiszeitung erscheinende Rotenburger Rundschau oder das Rotenburger Journal lesen, sind zu großen Teilen auch Tageszeitungs-Abonnenten.

Zufrieden zeigen sich die Befragten auch mit der Zustellung. Durchschnittlich erwarten die Abonnenten ihre Tageszeitung um 6.40 Uhr im Briefkasten, tatsächlich gewährleistet der Vertrieb sogar im Normalfall eine Zustellung bis 6 Uhr. Ob sich das Leseverhalten insgesamt von der Papierausgabe hin zum digitalen Produkt wandelt, bleibt abzuwarten. Festzustellen ist aus Rotenburger Sicht: Hier zeigt sich bereits eine hohe Affinität zum E-Paper. Fast zwei Drittel der Abonnenten zeigt sich bereit, von der gedruckten auf die elektronische Ausgabe umzusteigen.

Wenn dann auf noch kleine Mängel wie zu viele Flüchtigkeitsfehler oder fehlende Tiefe der Berichte angegangen wird, zeigt sich angesichts der Umfrageergebnisse auch Kreiszeitung-Chefredakteur Hans Willms optimistisch in schwierigen Zeitungszeiten: „Gerade der Fokus auf das Lokale zeigt uns, dass wir nah an den Interessen der Menschen vor Ort sind. Mit ein paar kleinen Kurskorrekturen, die immer notwendig sind, sollten wir auf dem richtigen Weg sein.“

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