„Rollentausch“-Kinder erarbeiten eigenes Zeitreise-Stück

Zurück in die Zukunft

Das Stück der Rollentausch-Kindergruppe verbindet Schauspiel mit tänzerischen Elementen.

Rotenburg – Feilschende Marktbeschicker, ein Schreiberling mit Gänsekiel – in der Rotenburger Kantor-Helmke-Schule herrscht Mittelalter. Ein gutes Dutzend Kinder und Jugendliche übt sich in einer Zeitreise – einem Trip, dessen Verlauf ihrer eigenen Fantasie entsprungen ist.

Die Entwicklung eigener Stücke ist bei der Kindergruppe des Theaters Rollentausch Programm. Zum nun vierten Mal haben sich 16 Viert- bis Achtklässler unterschiedlicher Schulen aus Rotenburg und Umgebung zusammengefunden, um gemeinsam Theater zu machen. Viele stehen nicht zum ersten Mal auf der Bühne.

Ein ganz schöner Spagat ist es für die Regisseurinnen Zora Slomma und Sophie Heeg, alle Ideen und Vorstellungen unter einen Hut zu bekommen, gerade angesichts der Altersunterschiede. „Wir hätten gern das Thema Vampire umgesetzt, aber der allgemeine Wunsch ging klar Richtung Zeitreise“, erzählt Heeg, eine der Anleiterinnen, die selbst auch beim Jugendtheater aktiv ist. Trotz ihrer gerade mal 17 Jahre versteht sie es, bei der Entwicklung des Stückes die richtigen Fragen zu stellen: „Wohin wollt Ihr reisen, wie weit in die Vergangenheit oder auch in die Zukunft?“

Beim Sortieren und Strukturieren der Ideen sei schnell klar geworden: Es wird auch eine Liebesgeschichte. „Und wir haben die verschiedenen Talente eingebaut“, verrät die Zwölftklässlerin. So wird beim mittelalterlichen Markt eine Geigerin ihre Künste auf der Fiddel vorführen. Doch auch in die Zukunft ist ein kleiner Exkurs geplant, nämlich, wenn das Mädchen aus der Gegenwart, das sich in einen Prinzen von anno dunnemals verliebt hat, den Bordcomputer falsch programmiert. Die versehentliche Stippvisite in der Zukunft biete die Möglichkeit, das Thema Nachhaltigkeit ohne pädagogischen Zeigefinger anzusprechen. „Wir haben uns gefreut, dass ein Kind das Thema Plastik eingefordert hat“, meint Heeg, der die Leitung nicht nur berufliche Orientierung bietet, sondern auch eine Menge Erfahrungen in punkto Disziplin, Konfliktlösung und Verantwortung gelehrt habe. „Uns ist es wichtig, dass die Kinder das Stück selbst schreiben“, betont sie. Wenn die Motivation einmal nachlasse, macht sie klar: „Das ist deine Idee und dein Stück, füll es mit Leben!“

Voll motiviert ist Michelle Klanke. Die Sechstklässlerin des Ratsgymnasiums, die hier ihr Debüt gibt, schätzt vor allem die „lustige Truppe“. Bereits zum zweiten Mal dabei ist Flora Wohlberg. Sie freut sich, „dass es so ein spannendes Stück geworden ist“. Das findet auch Heribert Eiden, langjähriger Rollentausch-Regisseur und Initiator der Kindergruppe. Er plant, das Stück nach den Aufführungen im März Theaterverlagen anzubieten. Beim ersten Mal noch an der Seite von Lara von Spreckelsen federführend, im zweiten nur noch für Ton und Licht verantwortlich, freut er sich, nur noch im Hintergrund die Drähte zu ziehen, etwa bei Kontakten zu den Gastgebern: „Das hat sich so gut eingespielt, dass es inzwischen fast von allein läuft.“  

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