Die IGS zieht in die neuen Räume an der Gerberstraße

„Wir sind jetzt heimisch“

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Es gibt noch viel zu tun für die IGS-Verantwortlichen bis zum Einzug kommende Woche.

Rotenburg - Von Michael Krüger. Viel Rot und viel Grün – wer beim Gang durch die neuen Räume der Integrierten Gesamtschule (IGS) am Standort Gerberstraße gleich die politische Farbenlehre aus dem Hut zieht, hat den längst ausgefochtenen politischen Streit von vor Jahren noch nicht verdaut.

Die Schule in Trägerschaft der Stadt ist seit einem Jahr Realität, nun zieht sie aus dem bisherigen Container-Quartier um – in einen ebenso zweckmäßigen wie fein gestalteten Anbau an der Theodor-Heuss-Schule.

Sven Thiemer strahlt. Am1. August durfte er den Zusatz „kommissarisch“ aus seinem Titel als Schulleiter der IGS streichen, und auch die Ergänzung „provisorisch“ ist bei seiner Schule nun überflüssig. , sagt Thiemer an diesem Donnerstag, als er zum ersten Mal die Rathaus-Spitze um Bürgermeister Andreas Weber (SPD) durch die mittlerweile weitgehend möblierten Räume des Schultraktes führt. Überall wuseln Kollegen umher, Handwerker sind noch aktiv. Es wird gehämmert und geschraubt, aber auch schon inhaltlich gearbeitet. Seit Dienstag sind 28 Kollegen aus dem Urlaub zurück, neun von ihnen sind neu an der IGS. 240 Schüler in zehn Klassen der Stufen fünf und sechs werden im neuen Schuljahr hier lernen. Am Donnerstag kommender Woche geht es los – der bisherige Jahrgang fünf wird dann einen symbolischen Umzug von den Containern an der Realschule durch die Wümmewiesen zur neuen IGS veranstalten. Am Freitag folgt die Einschulung der neuen Fünftklässler.

3,5 Millionen Euro hat die Stadt in das Projekt IGS investiert. Zehn Klassenräume verteilen sich auf den ersten beiden Stockwerken des THS-Anbaus, im Obergeschoss finden sich drei naturwissenschaftliche Fachräume sowie zwei „Foren“, offene Multifunktionsräume für Gemeinschaftsprojekte, Lerngruppen, Versammlungen, Rückzugsräume und „Ort der schulischen Demokratie“, wie es Thiemer ausdrückt. Anders als üblich gibt es bislang zwei Lehrerzimmer, für jede Klassenstufe eins. So lasse sich der Unterricht besser planen, ein intensiverer Austausch sei möglich, sagt der IGS-Leiter. Die Lehrerkollegen unterrichteten stets nur in einer Stufe, soweit möglich. Das solle mit dem Ausbau der Schule inhaltlich und im Raumkonzept fortgesetzt werden. Und Mitte Oktober wird die neue Turnhalle mit direktem Zugang zum IGS-Erdgeschoss einsatzbereit sein.

Neue Räume für Rotenburger Integrierte Gesamtschule

Während Thiemer die Verwaltungsspitze durch die Flure führt, deutet sich an, was nicht nur das Konzept einer IGS auszeichnet, sondern grundsätzlich erst mit dem Neubau einer Schule möglich wird: Es ist heller, vom einzelnen Regal bis zu den Staumöglichkeiten einheitlich durchkonzipiert, statt alter Kreidetafeln werden „Active Boards“, XXL-Bildschirme mit Onlinefunktionen, einen multimedialen Unterricht ermöglichen. Doch trotz dieser Vorzüge präsentieren sich die neuen Räume ohne das Gewusel der Schülerschaft funktional schlicht. Selbst die viel diskutierten Klassenraumgrößen zwischen 83 und 111 Quadratmetern wirken nicht überdimensioniert. Thiemer: „Die Räume sind nicht zu groß, sondern den Erfordernissen angepasst.“ Es gelte schließlich, neben den erwünschten Gruppenarbeitsplätzen auch die für die Inklusion notwendigen Flächen zu schaffen.

Wie es weiter geht mit dem Ausbau der IGS, wird sich in den kommenden Monaten entscheiden. Für die Stufe sieben sollen Räume der THS genutzt werden, für die Stufen acht bis zehn gilt es noch, einen Standort zu finden. Mittlerweile liegt das überparteilich angeforderte Gutachten vor. Die Ratsparteien werden darüber Anfang September gemeinsam beraten. Im Oktober dürfte das Thema dann in der Stadtratssitzung auftauchen. Ob die Gegensätze dann wieder aufflammen werden, ist abzuwarten. Die IGS selbst hat sie aufgelöst: Der Teppich ist überall grau.

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