Zu wenig Platz

In der Zevener Rettungswache fehlen Ruhe- und Umkleideräume

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Rettungsassistent Nils Röttjer verstaut seine persönlichen Sachen im Notbehelfs-Wohncontainer, der Übergangsweise aufgestellt worden ist. 

Zeven - Von Wolfgang Millert. Bei ihrer Eröffnung im September 2012 wurde die Rettungswache des Landkreises am Nord-West-Ring als „Vorzeige-Standort“ hoch gelobt. Inzwischen haben sich mit neuen Aufgabenstrukturen die Arbeitsbedingungen für die DRK-Mitarbeiter dort erheblich geändert. Rettungssanitäter und Ärzte klagen über Platznot, seit die Präsenz nach der Schließung des Martin-Luther-Krankenhauses erhöht wurde.

365 Tage im Jahr rund um die Uhr einsatzbereit. 21 Rettungssanitäter, 20 Notfallsanitäter, ein Notarzt plus zehn Aushilfskräfte leisten nach genau eingeteiltem Plan in zwei täglich wechselnden Schichten ihren nicht immer einfachen Dienst. In aller Regel sei man mit zehn Leuten einschließlich Notarzt in der Schicht, verdeutlicht Team-Leiter Jürgen Wolf. An Fahrzeugen sind am Nord-West-Ring aktuell zwei Rettungswagen (RTW) zwei Kranken-Transportwagen (KTW) sowie das Notarztfahrzeug in den Hallen untergebracht.

Rolf Eckhoff, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbands Bremervörde-Zeven, sagt dazu, dass aufgrund des täglich um 12 Stunden verlängerten Einsatzes des zweiten Rettungswagens mehr Personal benötigt werde. Deshalb reichen die vorhandenen Umkleidemöglichkeiten im Gebäude schon lange nicht mehr aus. Zumal immer berücksichtigt werden müsse, dass für die weiblichen Mitarbeiter separate Räumlichkeiten zur Verfügung stehen müssen. Dazu zählen auch die Ruheräume für die Zeit zwischen den Einsätzen. Davon gibt es drei Räume, benötigt seien fünf.

Dazu komme noch, dass am Nord-West-Ring die Bettwäsche für die Einsatzfahrzeuge komplett vorgehalten wird. Nach jeder Benutzung müssen die Transport-Liegen neu bezogen werden. Das habe vorher die Wäscherei des Martin-Luther-Krankenhauses übernommen. Jetzt wurde auf Einmal-Bettwäsche umgestellt.

Eckhoff betont, dass er mit dem Landkreis im Kontakt sei, um auf die Beengtheit in der Zevener Rettungswache hinzuweisen. Beim zuständigen Dezernat habe man ihm erklärt, dass sich Mitarbeiter des Gebäudemanagements der Landkreis-Verwaltung bereits mit Erweiterungsmöglichkeiten auf dem Grundstück der Zevener Rettungswache befassen. Der Mietcontainer für Umkleidezwecke ist nur eine Übergangslösung. Teamleiter Jürgen Wolf verweist darauf, dass die Fahrzeuge immer größer werden und die geforderte Materialvorhaltung neben fehlenden Umkleide- und Personalräumen das Problem für alle Mitarbeiter verschärfe.

Wolf bestätigte auch, dass die „Notfälle“ für die Rettungswache nach Schließung des MLK stark zugenommen hätten. Auch seien Wege und Einsatzzeiten zu den nächsten verfügbaren Krankenhäusern, nach Bremervörde, Rotenburg, Buxtehude oder Stade, sehr lang geworden. Dauerte beispielsweise ein Rettungswagen-Einsatz zum MLK etwa eine Stunde, seien es jetzt durchschnittlich zweieinhalb Stunden. „Wir müssen ja auch wieder an den Standort zurück“, so der Teamleiter.

Wolf deutet dabei in der Halle vielsagend auf ein offenbar fabrikneues Einsatzfahrzeug, das erst gut zwei Monate in der Zevener Rettungswache stationiert ist, und in dieser kurzen Zeit bereits mehr als 10.000 Kilometer auf dem Tacho hat. 

ZZ

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