Coronakrise fordert die Rotenburger Werke heraus

Zentrale Frage: Wie lange?

Die Rotenburger Werke müssen ihre Mitarbeiter und die Bewohner vor dem Coronavirus schützen. Foto: Menker

Rotenburg – Was macht das Coronavirus mit den Rotenburger Werken? Mit den Bewohnern, aber auch mit den Mitarbeitern? Noch gibt es dort keinen Fall, aber das dürfte statistisch gesehen nur eine Frage der Zeit sein: „Die in den Rotenburger Werken lebenden und arbeitenden Menschen sind ebenso betroffen wie die gesamte Bevölkerung. Insbesondere die Bewohner gehören größtenteils zur Risikogruppe des Coronavirus“, lässt Werke-Geschäftsführerin Jutta Wendland-Park auf Anfrage der Rotenburger Kreiszeitung mitteilen. Die Einrichtung trage große Verantwortung und unternehme alles, was möglich ist, damit die Ausbreitung verlangsamt und eine Infizierung bei Mitarbeitern und Bewohnern möglichst vermieden wird.

Es würden inzwischen alle Vorsichtsmaßnahmen getroffen, die auch landesweit üblich geworden sind, um das Risiko einer Infektion einzudämmen. „Es gilt dabei vorrangig, größere Menschenansammlungen zu vermeiden. Daher wurden die Lindenschule, die Berufsbildenden Schulen, Werkstätten und Tagesförderstätten geschlossen, Betriebe der Cafeterien und Freizeitbereiche eingestellt“, heißt es in einem Schreiben der Werke. Regelmäßig treffe sich ein Pandemie-Arbeitskreis, um weitere notwendige Maßnahmen abzusprechen. Die Rotenburger Werke als Einrichtung für Menschen mit Behinderung haben sich in jeder Hinsicht auf das Coronavirus vorbereitet. Die Mitarbeiter würden weiterhin über alle erforderlichen Schritte umfassend in Kenntnis gesetzt. Grundlage dafür seien die Empfehlungen des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes und des Robert-Koch-Instituts. Die Herausforderung besteht in der Frage, wie lange diese Maßnahmen erforderlich sind. Denn es folgen daraus Maßnahmen, die nicht immer leicht sind. Alle Besuche, die sich in den Werken angekündigt haben, wurden abgesagt, was allerdings auf großes Verständnis stoße. Für Angehörige gelte derzeit grundsätzlich ein Besuchsverbot.

Ähnlich wie auch in vielen anderen Unternehmen und Einrichtungen spielt in den Werken die Telearbeit eine zunehmend große Rolle, um Kontakte soweit wie möglich zu vermeiden. Telearbeit sei jedoch seit jeher in den Werken möglich und daher nicht neu. Nach landesweiter Schließung von Schulen und Kitas sei der Bedarf nach Homeoffice-Arbeit in kürzester Zeit erheblich gewachsen. „Innerhalb von zwei Tagen wurden über 100 mobile Arbeitsplätze installiert“, teilen die Werke mit. Telefonkonferenzen ersetzten Besprechungen vor Ort. Das betreffe vornehmlich Bereiche der Verwaltung und anderer administrativer Abteilungen.

Das alles, was da zurzeit um sie herum passiert, führe bei manchen Bewohnern zu Verunsicherungen und Ängsten. Andere dagegen freuten sich über schul- oder arbeitsfreie Tage. „Ein Spiegelbild der Gesellschaft“, schreibt Werkesprecher Henrik Pröhl. Und er fügt hinzu: „Wir versuchen, umfassend zu informieren und gleichzeitig die Menschen, die große Sorgen haben, zu beruhigen.“

Das Leben spiele sich zurzeit vorrangig in den Wohngemeinschaften ab – wie in allen Familien auch, wenn die Schule ausfällt. Dort würden viele Angebote gemacht, bei denen die Mitarbeiter aus den Werkstätten und Tagesförderstätten aktiv unterstützten. „Wir bemühen uns, das Leben in den Wohngemeinschaften so komfortabel wie möglich zu gestalten“, erklärt Pröhl. Man vermittle dabei den Ernst der Lage und informiere auch mit Methoden leichter Sprache und unterstützter Kommunikation über die Verhaltensregeln zur Hygiene und zur Abstandswahrung. Kontakte außerhalb des Einrichtungsgeländes werden auf ein Minimum beschränkt.

Für die Kollegen in den Wohngemeinschaften der Rotenburger Werke gelten dieselben Maßnahmen wie für alle anderen Mitarbeiter der Werke auch. Hygiene-Schutzmaßnahmen würden immer wieder thematisiert und in den Alltag integriert, Körperkontakt werde, soweit möglich, vermieden. Hände waschen werde ebenfalls nicht vergessen. „Bei einem begründeten Verdacht wird Schutzausrüstung bereitgestellt, im konkreten Fall Quarantäne vom Gesundheitsamt verordnet“, so Pröhl weiter.

Die Hygienebeauftragte wache über all diese Maßnahmen, beantworte Fragen und schule die Mitarbeiter. Durch die sich ständig verändernde Situation auch aufgrund politischer Entscheidungen gebe es täglich interne Rücksprachen und Bewertungen der Situation, um jeweils auf neue Herausforderungen angemessen zu reagieren.

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