Zeitzeugen erzählen Gymnasiasten von der Zeit des Nationalsozialismus

Erschreckend, aber auch aufschlussreich

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Die Zeitzeugen erzählten von Flucht, Vertreibung und der prägenden Zeit während des Nationalsozialismus.

Rotenburg - Von Jessica Ginter. Ein Thema, das der Geschichtskurs des Rotenburger Ratsgymnasiums in diesem Semester behandelt, ist der Nationalsozialismus. Deshalb haben sich die 22 Schüler des Kurses von Ehemaligen, die 1955 ihr Abitur am Ratsgymnasium gemacht haben, die damalige Zeit näher bringen lassen.

Der Geschichtskurs von Gymnasiallehrer Volker Evers hatte am Mittwoch die zehn Zeitzeugen zu Gast. Anwesend waren Erika und Wolfgang Haupt, Ingrid Feld, Brigitte und Siegfried Giese, Elisabeth Seehausen, Johannes Holsten mit seiner Frau Hannelore Meier-Holsten sowie Maria Meyer und Siegfried Morx. Neben den angehenden Abiturienten nahmen auch zwei Schüler aus der Arbeitsgemeinschaft „Schule ohne Rassismus. Schule mit Courage“ an der Vortragsstunde teil.

Nach einer kurzen Vorstellung wurden die Ehemaligen in drei Gruppen aufgeteilt. Die erste setzte sich aus denen zusammen, die von der Flucht aus Ostpreußen betroffen waren. In der zweiten berichteten die Zeitzeugen über ihre Vertreibung aus anderen Regionen. Die dritte Gruppe erzählte aus der Perspektive der Menschen, die in Rotenburg gelebt hatten.

Durch das Erzählte bekamen die angehenden Abiturienten einen guten Einblick davon, wie es war, in der Zeit des Nationalismus gelebt zu haben. Sie konnten auch vergleichen, was sich innerhalb von 60 Jahren bezüglich des Schulsystems verändert hat, wie beispielsweise die Größe der Klassen. Die Oberschule hätte damals so viele Schüler wie heute der Geschichtskurs gehabt.

Die Schüler stellten den Zeitzeugen viele Fragen. Die Antworten waren zwar teilweise erschreckend, aber auch aufschlussreich. So berichtete eine Ehemalige davon, wie sehr sie ihren Vater vermisste, der in den Krieg eingezogen wurde. Nach über einem Jahr musste die Familie feststellen, dass er nicht zurückkehren würde. Schnell bemerkten die Gymnasiasten, dass nicht alles, was in Schulbüchern steht, glaubwürdig ist und man den Inhalten kritisch gegenüber stehen sollte. „Ich bin dankbar dafür, von echten Ereignissen zu hören“, sagte eine Schülerin am Ende.

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