Zehnwöchiges Mausefallen-Projekt am Ratsgymnasium findet seinen Abschluss

Fliegende Eier in der Schule

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Lara Springfeld und Julia Saul (r.) haben das schönste Katapult gebaut.

Rotenburg - Von Elisabeth Hintze. „Baue ein Katapult, dessen Antrieb ausschließlich aus einer der gestellten Mausefallen resultiert und dokumentiere den Bau!“ So lautete die Aufgabe des diesjährigen Mausefallen-Projektes am Rotenburger Ratsgymnasium. Gut zehn Wochen hatten die 130 Mädchen und Jungen der sechs Physikkurse der 10. Klassen Zeit, um die Aufgabe zu lösen.

Wie auch in den Jahren zuvor, waren die Schüler gefordert, aus Mausefallen eine bestimmte Konstruktion zu errichten. Dieses Mal lautete das Motto „Ü-Ei-Cup“. Die Schüler stellten am Mittwoch in der Pestalozzihalle ihre Ergebnisse vor – und maßen, welches Katapult ein Überraschungs-Ei (Ü-Ei) am weitesten schleudern kann.

Herausgekommen sind Katapulte unterschiedlichster Art. Während die einen Projektgruppen eher auf Purismus setzten und die Mausefalle schlicht auf einem Stück Holz befestigten, fertigten andere gewagte Balken-Konstruktionen an. Wieder andere setzten mehr auf Aussehen als auf Technik: Holz-Einhörner, Vogelhäuschen und Comicfiguren fanden sich unter den Konstruktionen.

Den Preis für das am weitesten schleudernde Katapult nahmen Paul Holzer und Lennart Picht mit nach Hause. Ihr Ü-Ei flog neun Meter weit. Dafür hatten die beiden 16-Jährigen fleißig gewerkelt. „Wir haben drei Wochen intensiv an unserem Katapult gearbeitet“, erzählten sie. Fünf Versuche habe es gebraucht, das sechste war schließlich das Siegermodell. „Sehr zufrieden“ seien sie mit ihrem ersten Platz. Naturwissenschaften lägen ihnen eben.

Lara Springfeld und Julia Saul gingen die Aufgabe etwas anders an. „Physik ist nicht unbedingt unser Lieblingsfach“, gaben sie zu. Da sie bereits im Vorfeld geahnt hatten, dass ihr Katapult nicht das beste sein würde, hatten sie ihren Schwerpunkt auf einen anderen Aspekt gelegt: das Design. Ihr Modell leuchtet in Pink, hat einen Kringelschwanz und eine Rüsselnase – es handelt sich dabei um ein Katapult in Form eines Schweinchens. Damit belegten die beiden 16-Jährigen den ersten Platz in der Kategorie „Design“. „So ist unser Katapult auch etwas Besonderes“, freuten sich Lara und Julia.

Mäusefallen-Ü-Ei-Cup im Rotenburger Ratsgymnasium

Physiklehrer Ulf Konrad misst dem Projekt einen hohen pädagogischen Wert bei. „Das Katapult ist in dem Sinne nur ein Vehikel“, erklärte er. Vielmehr gehe es darum, wie Schüler sich mit der Komplexität der Aufgabe auseinander setzten. „Sie müssen sich ihre Zeit einteilen, am Computer arbeiten und das im Unterricht Erlernte umsetzen.“ Neben der praktischen Vorführung waren die Jugendlichen gefordert, einen schriftlichen Bericht nebst Zeichnung über ihre Projektarbeit abzugeben. Dieser fließt in ihre Physiknote ein.

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