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Zaunbau gegen Afrikanische Schweinepest

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Von: Ann-Christin Beims

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Den Wildschweinbeständen im Landkreis Rotenburg kann die Afrikanische Schweinepest sehr gefährlich werden.
Den Wildschweinbeständen im Landkreis Rotenburg kann die Afrikanische Schweinepest sehr gefährlich werden. © imago images/imagebroker

Rotenburg – Bereits im Dezember hatte Kreis-Veterinäramtsleiter Joachim Wiedner darauf hingewiesen, dass die Afrikanische Schweinepest (ASP) immer näher an den Landkreis Rotenburg heranrückt. „Besorgniserregend nahe“, nannte er es. Aus diesem Grund treffen die Landkreise bereits diverse Vorsichtsmaßnahmen. Dazu gehört auch der Zaunbau, der vorangetrieben werden soll.

Er unterstützt dabei, die Wildschweinbewegungen zu lenken und ist damit ein „wichtiger Puzzlestein in der Bekämpfung der ASP bei Wildschweinen“, nennt es der Landkreis in einer Pressemeldung.

Denn für den Menschen ist die ansteckende Tierseuche zwar ungefährlich, für Haus- und Wildschweine hingegen verläuft sie meist tödlich. Das „verursacht großes Tierleid und enorme wirtschaftliche Verluste, insbesondere auch durch Vermarktungseinschränkungen“, erklärt der Landkreis. Dieser beobachtet im Schulterschluss mit den Landkreisen Cuxhaven, Osterholz, Stade und Verden, wie sich die ASP in Deutschland verbreitet. So können rechtzeitig Maßnahmen ergriffen werden. Daher haben sich in dieser Woche Vertreter der Landwirtschaft, der Maschinenringe und der Veterinärämter aller Landkreise in einer Videokonferenz zum Thema Zaunbau ausgetauscht.

Sie hätten demnach die Möglichkeiten, aber auch die Schwierigkeit des Unterfangens erörtert. Entscheidend für einen Zaunbau an passender Stelle ist das Wissen der Praktiker vor Ort – also eben der Jägerschaften, Maschinenringe und aus der Landwirtschaft.

Um für den Ernstfall vorbereitet zu sein, haben die fünf Landkreise die Möglichkeit genutzt, mit einer in der Region ansässigen Zaunbaufirma einen sogenannten Stand-by-Vertrag abzuschließen: Die Firma verpflichtet sich darin, nach den Vorgaben des Tierseuchenkrisenzentrums Material für 25 Kilometer elektrischen Zaun sowie 50 Kilometer festen Zaun vorzuhalten. Im Ernstfall muss das Unternehmen dann das Material binnen 24 beziehungsweise 72 Stunden nach Anforderung durch die Landkreise an den Ausbruchsort liefern.

Zwar hat das Land Niedersachsen Zäune beschafft, Zugriff erhält aber die zuerst betroffene Region.Wie Wiedner im Dezember erläutert hatte, wurden in stark betroffenen Landkreisen bereits über hunderte Kilometer Zäune gezogen. Als Vorsichtsmaßnahme haben sich die Landkreise um Rotenburg daher für eine zusätzliche eigenständige Beschaffung entschlossen. So könne man im Notfall „sicher auf einen Zaun zugreifen“, heißt es in der Mitteilung weiter.

Bereits vor mehr als zehn Jahren hatten sich die Landräte der fünf Landkreise zu einer Zusammenarbeit entschlossen und ein gemeinsames Tierseuchenkrisenzentrum eingerichtet. Mit verschiedenen Maßnahmen versuchen sie, unter anderem der ASP entgegenzuwirken: Es gibt acht sogenannte Verwahrstellen für Schwarzwildabfälle, eine schnelle Eingreiftruppe für die Fallwildsuche, den Zaunbau und seit Neuestem den Anstoß, Kadaver-Suchhunde ausbilden zu lassen.

Im September 2020 wurde die ASP bei einem Wildschwein in Brandenburg und damit erstmalig in Deutschland nachgewiesen. Seitdem hat sich die Tierseuche bei Wildschweinen dort, aber auch in Sachsen und in Mecklenburg-Vorpommern immer weiter ausgebreitet. Aktuell ist die Seuche bis auf 33 Kilometer an Niedersachsen herangerückt. „Bei der Seuchenbekämpfung hat sich die Errichtung von Zäunen bewährt, um die Seuchenverbreitung zu verhindern oder zumindest zu verlangsamen“, so der Landkreis.

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