Corona bremst Aktionen

Rotenburger Jugenddiakon möchte durchstarten

Jugenddiakon Kevin Hisgen
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Freut sich Normalität: Jugenddiakon Kevin Hisgen möchte den Jugendtreff im Gemeindehaus der evangelischen Stadtkirche in Rotenburg bald wieder öffnen.

 Seit März 2020 ist Kevin Hisgen Jugenddiakon in Rotenburg. Aber so richtig durchstarten konnte er in seinem Job bislang nie, die Pandemie hat vieles ausgebremst. Auch der Jugendtreff ist zu. Für 2022 aber hat Hisgen viele Ideen im Kopf – und hofft, dass die Jugendlichen weiter Interesse haben.

Rotenburg – Sein Schlüsselbund gleicht dem eines Gefängniswärters. Und tatsächlich ist Jugenddiakon Kevin Hisgen derzeit viel damit beschäftigt, Türen abzuschließen. Denn coronabedingt bleibt der „offene“ Jugendtreff im Gemeindehaus der evangelischen Stadtkirche in Rotenburg bereits seit März 2020 geschlossen – und so wird es auch bis mindestens zum Frühling kommenden Jahres bleiben. „Jugendliche sind wie Magnete, die halten nichts von Abstand“, erklärt Kevin Hisgen die weiterhin geltende Schließung, die ihm zunehmend schwerfällt. Ein offener Jugendtreff funktioniere jedoch nur dann, wenn sich die Besucher normal verhalten dürfen, findet er – doch genau dies sei aufgrund der steigenden Infektionszahlen und der damit verbundenen strengen Hygieneregeln derzeit nicht möglich.

Hisgen sucht nach einer Lösung und möchte Anfang des Jahres das Gespräch mit dem Team des Jugendzentrums suchen, das dank eines Hygienekonzepts die eigenen Räumlichkeiten weiterhin öffnet. „Die haben aber natürlich auch deutlich mehr Platz als wir hier“, betont Hisgen.

Jugendliche sind wie Magneten, die halten nichts von Abstand.

Jugenddiakon Kevin Hisgen

Anfang März 2020 hat er seine Stelle angetreten, die zuvor fünf Monate lang vakant war. Die Jugendlichen hatten sich in dieser Zeit selbst organisiert. Bereits zwei Wochen nach Hisgens Dienstantritt wurden die Schulen geschlossen – und auch die Jugendarbeit kam fast vollständig zum Erliegen. „Es war danach sehr schwierig, die Jugendlichen überhaupt kennenzulernen“, erinnert sich der 28-Jährige.

Auch in diesem Jahr seien die Bedingungen zum Teil nicht leicht gewesen. „Aber ich bin trotzdem zufrieden mit dem, was wir auf die Beine gestellt haben“, erklärt Kevin Hisgen und zählt beispielhaft das Zeltlager in Offendorf auf, an dem statt der sonst 150 Jugendlichen immerhin etwa 50 teilnehmen konnten. „In den Herbstferien haben die Kinderkirchentage zum zweiten Mal in der Auferstehungsgemeinde stattgefunden. Wir hatten dabei sogar mehr Teilnehmer im Grundschulalter als bei der Premiere. Das war eine erfolgreiche Kiste“, betont Hisgen. Gemeinsam mit Kirchenkreisjugenddiakon Werner Burfeind habe er zudem während der Osterferien die Juleica-Ausbildung digital angeboten. „Das war für uns alle eine spannende Erfahrung.“

Im kommenden Jahr, so hofft Hisgen, kann er mit seinem Stamm an jugendlichen Teamern, die ihn unterstützen, endlich voll durchstarten. „Ich hoffe, dass ich endlich ,normal‘ arbeiten kann – so wie ich es während meiner Ausbildung kennengelernt habe. Dann werden wir bestimmt zusammen ein paar coole neue Projekte entwickeln. Meine Aufgabe ist es, den Rahmen zu schaffen und neue Impulse zu geben, wenn sich die Jugendlichen schwertun. Mein Teamer-Stamm ist sehr engagiert.“

Die ersten Pläne für 2022 stehen: Von Mitte Januar bis März läuft die Pocket-Church, ein Projekt von Jugendlichen für Kinder zwischen acht und 13 Jahren. „In den vergangenen Jahren haben sie gemeinsam gekocht, Filme geschaut oder in der Kirche übernacht“, zählt Kevin Hisgen auf. Statt wie bisher in Heftform für die Tasche werden die Angebote auf der Internetseite www.evjugend-row.de vorgestellt. Dort und auf Youtube soll ab Heiligabend, 24. Dezember um 16.30 Uhr, ein digitaler Weihnachtsgottesdienst mit Krippenspiel gezeigt werden. Derzeit laufen dafür die Proben, am Wochenende starten die Aufnahmen, die im weiteren Verlauf geschnitten werden. Auch im kommenden Jahr, 16. bis 26. Juli, soll es ein Zeltlager in Offendorf geben. „Dann am liebsten wieder mit 150 Jugendlichen aus zwei Kirchenkreisen – also 75 aus dem Kreis Rotenburg“, hofft der Jugenddiakon. In den Osterferien sei zudem die nächste Juleica-Ausbildung in Basdahl in der Samtgemeinde Geestequelle geplant. „Dort geht es dann auch um den Wechsel vom Teilnehmer hin zu einem Gruppenleiter“, erklärt Kevin Hisgen.

Für den Herbst plant der Jugenddiakon eine Mitarbeiterfreizeit. Auch die Kinderkirchentage, das Martinssingen im November, Konfirmandenfreizeiten im März und die Pocket-Church sollen wieder einen festen Platz im Kalender haben. Hisgen hofft, dass er alle Ideen wie geplant umsetzen kann. In den vergangenen zwei Jahren sei er jedoch vorsichtig geworden. Denn die Pandemie habe die Jugendarbeit deutlich erschwert. „Wir haben auch einige Jugendliche verloren, die sich nun anderen Dingen widmen. Meine Arbeit ist sehr beziehungsorientiert und vieles war lange Zeit nicht möglich“, bedauert Hisgen.

Etwa 40 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 13 und 25 Jahren nehmen derzeit die Angebote wahr, 15 von ihnen gehören zum festen Kern, die sich an jedem Projekt beteiligen. Für diese möchte Kevin Hisgen auch so bald wie möglich wieder den offenen Jugendtreff aufschließen – doch die Tür bleibt coronabedingt bis auf Weiteres zu

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