Kommunikationstreff zwischen Flüchtlingen und Unternehmern

Der Wunsch nach Arbeit

Der Vorsitzende des Rotenburger Wirtschaftsfourms, Heiko Kehrstephan, im Gespräch mit Bewohnern des „Campus Unterstedt“. - Foto: Röhrs

Rotenburg - Ob die Symbolik des Treffpunktes beabsichtigt war, darüber lässt sich spekulieren. Das Heimathaus diente am Donnerstag als Schauplatz eines Kommunikationstreffs von Rotenburger Wirtschaftsvertretern, Behörden und Flüchtlingen aus dem „Campus Unterstedt“ – ein Treffen von Einheimischen und denen, die es werden wollen. Wie die Integration der Geflüchteten über die Arbeit gelingt, war das zentrale Thema dieses Abends.

„Der Wunsch zu arbeiten ist einfach da“, will der Vorsitzende des gastgebenden Rotenburger Wirtschaftsforums, Heiko Kehrstephan, nach eine Besuch auf dem „Campus Unterstedt“ festgestellt haben. Er habe sich umgehört, welche Fähigkeiten dessen Bewohner auf dem deutschen Arbeitsmarkt einbringen können. „Das ist extrem breit gefächert“, berichtete er. Es sind Studenten, Anwälte, Lehrer, Ingenieure, Handwerker.

Auch Cornelia Höck, Sozialarbeiterin auf dem Campus, machte deutlich: „Die Flüchtlinge wollen, die Firmen müssen sich nur auf etwas Neues einlassen.“ Das müsse aber schnell gehen, „zeitnah handeln“, rief sie als Devise aus. „Die Guten wandern in die Großstädte, wenn sie nichts finden“, es seien gut vorgebildete Leute vor Ort, die es zu halten gelte.

Die Resonanz auf das Kommunikationstreffen zeigte, auch die Arbeitgeber in der Kreisstadt können sich vorstellen, genau das zu tun. Bei vielen herrschte allerdings Unwissenheit, was dabei zu beachten ist oder welche Behörde der Ansprechpartner ist. Abhilfe schafften Harald Glüsing vom Jobcenter des Landkreises und Wolfgang Hogelücht von der Arbeitsagentur Stade. Sie erläuterten detailliert das Prozedere, wenn ein Flüchtling angestellt werden soll und stellten sich den Fragen der Anwesenden. Zugleich mahnten Glüsing und Hogelücht aber auch an. Die erste Voraussetzung ist die Sprache. „Deutsch lernen ist das wichtigste überhaupt“, so Hogelücht. Am Ende müsse aber immer die Ausländerbehörde mitspielen und die entsprechenden Genehmigungen erteilen.

Der Iraker Omar Aimukhtar machte zum Schluss deutlich, was die Flüchtlinge nach Deutschland trieb. Nach Terror, Verfolgung und einer langen Reise voller Strapazen und Angst um die Zukunft, Familie oder Verletzungen, gehe es für die Flüchtlinge einfach nur darum, ein Mensch zu sein, schilderte er. Den Flüchtlingen sei dabei aber auch vollends bewusst, welche Herausforderungen die Kommunen ihretwegen zu bewältigen haben; sie wüssten das zu schätzen.

Anschließend hieß es, miteinander zu reden – der eigentliche Hintergrund des Kommunkationstreffs. Die Gäste, Einheimische und Flüchtlinge, sollten miteinander ins Gespräch kommen, ihre Geschichten austauschen und vielleicht schon Kontakte zu knüpfen.

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