Wünsche und Erwartungen

Regionale Politiker über den designierten SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil

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Am Freitag entscheidet sich, ob Lars Klingbeil das Amt des SPD-Generalsekretärs übernimmt. Rückendeckung aus der regionalen Politik erhält der Munsteraner auch von der CDU.

Rotenburg / Berlin - Lars Klingbeil aus Munster wird mit hoher Wahrscheinlichkeit neuer Generalsekretär der SPD. Beim Parteitag in Berlin entscheiden die Delegierten am Freitag über das Amt. Der 39-jährige SPD-Bundestagsabgeordnete aus dem Wahlkreis Rotenburg I / Heidekreis war vom Präsidium der Partei vorgeschlagen worden. Unsere Redaktion hat sich im Wahlkreis umgehört und gefragt, was man ihm mit auf den Weg gibt und warum Klingbeil genau der Richtige für dieses Amt ist beziehungsweise wie die Region davon profitieren kann.

„Ich wünsche ihm viel Kraft, Frustrationstoleranz und Integrationsgeschick in diesem so schwierigen Amt. Denn der Generalsekretär hat die Partei zu einen, gut zu kommunizieren und zukunftsorientiert auszurichten“, sagt Rotenburgs Bürgermeister und Klingbeils Parteifreund Andreas Weber. Der Munsteraner sei sehr kooperativ, authentisch und könne unkompliziert und doch sehr differenziert mit Menschen aller Ansprüche überzeugend kommunizieren. 

Klingbeil habe Visionen, verfüge über eine große Anerkennung – sowohl bei der SPD als auch in allen anderen demokratischen Parteien. Weber: „Wir haben aufgrund unserer guten Freundschaft zueinander weiterhin einen guten Zugang in unsere SPD-Parteispitze und damit auch in den Bundestag und hoffentlich auch bald in Teile der Bundesregierung, wenn es zu einer Großen Koalition kommt.“

„Ein gestandener, geerdeter Politiker“

Klaus Manal, Vorsitzender der SPD im Landkreis Rotenburg, gibt Klingbeil das mit auf den Weg: „Bleib wie du bist! Halte den Kontakt zu den Menschen, die dich zu dem gemacht haben, was du heute bist: Ein gestandener, geerdeter Politiker, mit dem Ohr für seine Mitbürger, dessen Wurzeln vor Ort liegen, in seiner Region!“ Klingbeil sei unverbraucht – er nehme Stellung zu den wichtigen Themen, habe eine Position und vertrete diese transparent und nachvollziehbar und sei trotzdem immer offen für eine zielführende Diskussion.

Die ist momentan auch bei der sich hinziehenden Regierungsbildung gefragt. CDU-Bundestagsabgeordneter Oliver Grundmann (Wahlkreis Stade I / Rotenburg II) hoffe, dass Klingbeil auch weiterhin für Aufbruch, Zukunft und Generationsgerechtigkeit steht und sich nicht vor den Karren linker Umverteilungspolitik spannen lässt – „gerade mit Blick auf die anstehenden Groko-Sondierungen. 

Grundmann: Klingbeil im ländlichen Raum fest verwurzelt

Mit Lars Klingbeil übernimmt ein junger, engagierter Politiker aus unserer Heimat ein herausragendes bundespolitisches Amt“. Grundmann ist froh, dass jemand in ein SPD-Spitzenamt kommt, der sich nicht als Großstadtpolitiker versteht, sondern im ländlichen Raum fest verwurzelt ist. Grundmann: „Gerade beim Thema Infrastrukturausbau und Digitalisierung müssen wir am Ball bleiben.“

Als Repräsentanten der Region charakterisiert auch Bernd Grimpe, Vorsitzender der SPD-Walsrode, seinen Parteikollegen Klingbeil, „dessen Stimme Gewicht hat und der für seine Heimat etwas erreichen kann“. Grimpe würde ihm mit auf den Weg geben, dass er seine Basisnähe und die Bodenhaftung behalten und sich seine Fähigkeit, offen auf Menschen zuzugehen und sie für sich und für die SPD zu gewinnen, bewahren möge.

„Klingbeil ist der richtige im Amt“

„Aufgrund seines bisherigen Werdegangs und seiner Biografie ist er der Richtige im Amt des SPD-Generalsekretärs. Ihm kann es gelingen, neue Ideen einzubringen und Menschen für Politik zu begeistern“, äußert sich der Walsroder zum möglichen Amt des Bundestagsabgeordneten. „Nur so, mit neuem Schwung und überzeugenden Vorstellungen, ist es möglich, die Zustimmung und Unterstützung möglichst vieler zu gewinnen.“ Damit lasse sich dann auch vor dem Hintergrund von Digitalisierung und Globalisierung den Herausforderungen auf dem Weg in eine soziale und gerechte Zukunft mit Erfolg begegnen.

Landrat Hermann Luttmann (CDU) thematisiert in seiner Stellungnahme ebenfalls den Fortschritt der digitalen Technik. Er erhofft sicht von Klingbeil, „dass er sich als ausgewiesener Experte für diesen Bereich weiterhin dafür einsetzt, hochleistungsfähige Glasfaserinfrastruktur und Mobilfunkanbindungen wirklich flächendeckend bei uns im ländlichen Raum zu schaffen und sein Engagement hierfür nicht unter der neuen Aufgabe leidet“.

Holsten: SPD soll Verantwortung übernehmen

Und was hält die Union auf Landtagsebene von der Nominierung zum Generalsekretär? Der neue CDU-Landtagsabgeordnete Eike Holsten aus Rotenburg wünscht den Sozialdemokraten, dass sie dadurch zu mehr Kontinuität zurückfinden werden, mit dem Hintergrund, dass SPD-Generalsekretäre zuletzt jeweils nur für wenige Monate bestellt worden waren. „Außerdem wünsche ich mir von der SPD, dass sie ihre vom Wähler übertragene Verantwortung wahrnehmen und sich jetzt endlich zu Gesprächen bereitfinden“, äußert sich Holsten. Das könne der Sekretär der Partei sicher befördern. 

Die Arbeit im Landtag beeinflusse Klingbeil aus dieser Position heraus nicht, meint der Rotenburger. „Aber der Umgang von Christ- und Sozialdemokraten im Land ist ihm hoffentlich Beispiel für Berlin. Die Region wiederum profitiert sicher mehr von Abgeordneten in Regierungsverantwortung als von Lautsprechern der Opposition.“

DFB-Präsident und ehemaliger CDU-Bundestagsabgeordneter Reinhard Grindel sowie der Geschäftsführer des Agaplesion Diakonieklinikum Rotenburg, Detlef Brünger, wollten sich nicht zum designierten Generalsekretär äußern. - mk/men/jo

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