Sie wollen keine Erdölsuche / „Unsere Region ist belastet genug“

Umweltverbände erneuern Aufruf: „1000 Mal Nein“

Rotenburg - 1000 Mal Nein! Dazu rufen viele Umweltverbände im Kreis Rotenburg die Bürger der von der PRD-Erdölsuche betroffenen Orte auf. „Alle gemeinsam haben wir Einwohner dieses von der Öl- und Gasindustrie hoch belasteten Landkreises gute Aussichten, weitere Aktivitäten der Konzerne zu verhindern“, sagen Roland Meyer vom Nabu und Manfred Radtke vom BUND.

Unterstützt werde der Aufruf von Sambucus, der Biologischen Schutzgemeinschaft Wümme, dem Klimabündnis Rotenburg, und der AG Umwelt und Natur aus Sittensen, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung an die Kreiszeitung. Anlass des erneuten Schrittes in die Öffentlichkeit sei, dass das Landesbergamt die von PRD geplanten Untersuchungen jetzt genehmigt hat. Die Firma benötigt nach eigenen Angaben 1200 Betretungsgehmigungen für mehr als 6000 Grundstücke. Doch da spielen viele Bürger offenbar nicht mit. Zwar sagt PRD nicht, wie viele Genehmigungen noch fehlen, bestätigt aber, dass der erste Aufruf der Verbände für Probleme gesorgt hat.

Angela von Beesten (Sambucus) dankt in der Mitteilung für diese Wachsamkeit und Courage. „Die seismischen Untersuchungen sind der Auftakt zu späteren Bohrungen und Förderungen. Wenn wir diese Abfolge verhindern wollen, dürfen wir schon die Seismik nicht zulassen“, sagt sie.

Thomas Kannenberg von der AG Umwelt: „Sonst werden Fakten geschaffen. PRD kann später argumentieren, dass man schon viel Geld für die Seismik ausgegeben habe und dass das nicht umsonst gewesen sein dürfe.“ Nabu-Mann Meyer weist auf die Erderwärmung hin: „Es gibt viel mehr heute schon bekannte Vorkommen an fossilen Rohstoffen, als noch verbrannt werden dürfen.“ Thomas Lauber (BSW): „Deshalb gibt es keinen Grund, in unserer dicht besiedelten Region nach weiteren Vorkommen zu suchen.“ Dieter Höper von der Sittenser AG Umwelt unterstreicht: „Niemand außer PRD hat etwas davon. Es geht nur ums Geld.“

Die Verbände weisen auf die Umweltprobleme vor Ort hin, die auf das Konto der Öl- und Gasindustrie gingen: Erdbeben, undichte Lagerstättenwasserleitungen, quecksilberverunreinigte Böden und Gräben sowie Bohrschlämme. Hinzu kämen mögliche Gefahren für das Grundwasser durch Fracking und Verpressungen. Und die Ursache für die erhöhte Krebsrate in der Samtgemeinde Bothel sei noch nicht geklärt.

„Auch die bisherigen Aktivitäten der Industrie, die uns die Probleme beschert haben, wurden vom Landesbergamt genehmigt. Daher sollten wir nicht auf die Behörde vertrauen. Der aussichtsreichste Hebel ist, dass die Bürger das Betreten ihrer Grundstücke verweigern“, sagt Roland Meyer. Manfred Radtke fügt hinzu: „Dass wir uns gegen die Seismik und spätere Bohrungen aussprechen, liegt nicht an fehlenden Informationen oder Gesprächen mit PRD. Unsere Region ist belastet genug und wir warnen vor zusätzlichen Ölförderungen.“

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