Gut 100 Dachzeltnomaden gastieren auf dem Hartmannshof

„Wollen Grenzen aufheben“

Die Dachzeltnomaden machen es sich auf dem Hartmannshof gemütlich. Fotos: Dennis Brandt / Dachzeltnomaden

Rotenburg - Von Antje Holsten-körner. Für drei Tage stand der Hartmannshof, der zu den Rotenburger Werken gehört, ganz im Zeichen von gut 100 Dachzeltnomaden, die mit 70 Fahrzeugen die Einladung in die Wümmestadt angenommen hatten.

Die Initiative für das unkonventionelle Campinglager auf der großen Freifläche vor dem Hofcafe ging von Vanessa Rosenbrock (Schleeßel) und Oliver Bräutigam (Breddorf) aus. „Mein erster Gedanke war ein Camp am Bullen- oder Weichelsee“, erzählt Rosenbrock, die seit vergangenem Jahr Anhängerin des Zeltens auf dem Autodach ist. Doch schnell erwiesen sich die erforderlichen Genehmigungen als Hürde, die nicht so einfach überwunden werden konnte. Dagegen lief der Antrag von Oliver Bräutigam bei den Werken, das Gelände des Hartmannhofs zu nutzen, vollkommen unkompliziert ab. „Wir haben hier mit den Sanitäranlagen, der Küche, dem Spielplatz und dem vorhandenen Wasseranschluss eine hervorragende Infrastruktur“, freut sich Oliver Bräutigam.

Begeistert von der Location zeigten sich auch Thilo Vogel, der 2017 die Facebook-Gruppe „Dachzeltnomaden“ initiierte, die inzwischen 20 000 Mitglieder hat, sowie Rebecca Ross. Wie Vogel lebt die 32-Jährige inzwischen nur noch im Dachzelt. „Wir wollen Grenzen aufheben, die haben wir schon genug in der Welt“, betont Vogel. Daher passt der Veranstaltungsort, bei dem sich die Bewohner des Hartmannshofes unter die Teilnehmer mischten, sehr gut zu dieser Einstellung. „Es ist eine andere Art der Gemeinschaft, jeder ist individuell, keiner wird schief angeschaut – jeder ist willkommen“, führt er weiter aus. Besonders hebt er auch die Hilfsbereitschaft untereinander hervor, die sich bei den Veranstaltungen immer wieder zeigt, denn dies ist bereits das elfte Camp der Dachzeltnomaden. Jedes Mal werden die Veranstaltungen so aufgezogen, dass sie für viele attraktiv ist. So gab es in Rotenburg ein Baumklettern, Kerzen gießen, Joga und Baden in einem großen Fass, das Vanessa Rosenbrock zur Verfügung gestellt hatte. Highlight waren wieder die gemeinsamen Essen. Dort kam die große Grillplatte zum Einsatz, die Rosenbrock von Eric Kruse von Fischer’s Bauerndiele geliehen bekommen hatte.

Das Rotenburger Dachzelt-Meetup ist – neben den großen Festivals – eins von vier Spendenevents. So konnten durch die Einnahmen aus dem Verkauf der Wochenendtickets und vielen Einzelspenden 3 531 Euro an den Hartmannshof übergeben werden. Insgesamt summieren sich damit die Spenden, die 2019 durch die Events verteilt wurden, auf fast 70 000 Euro.

Sogar der Rotenburger Nabu profitierte vom Besuch der Dachzeltnomaden. So halfen die Teilnehmer den Naturschützern bei dem Verlegen der Folie und der Verteilung von Rindenmulch, damit das Unkraut „Quecke“ dort keine Chance mehr hat.

Wer sich für Dachzelten interessiert, kann die Internetseite www.dachzeltnomaden.com besuchen oder Kontakt über Facebook, Instagram oder YouTube aufnehmen.

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