Mitgliederversammlung der Kreisjägerschaft im Rotenburger Bürgersaal

Wolf sorgt für Gesprächsstoff

Die Kreisjägerschaft hat langjährige Mitglieder geehrt. Die Treuenadel für 60-jährige Zugehörigkeit bekamen Klaus Behrens und Adolf Jürgens (beide Hegering Rotenburg) sowie Heinrich Grünhagen (Visselhövede). Für 50 Jahre geehrt wurden Adolf Delventhal (Hegering Kirchwalsede) sowie aus dem Hegering Sottrum Hein Bruns, Karl-Heinz Eggers und Reinhard Schnackenberg sowie Herbert Kregel in Abwesenheit (Hegering Brockel). 40 Jahre Mitglied ist Hanna Jahr (Hegering Scheeßel). 25 Jahre dabei sind Friedhelm Beckmann (Hegering Lauenbrück) sowie Olaf Lüdemann (Hegering Brockel), der auch die Ehrennadel für Jagdhornbläser für 30 Jahre bekam. - Fotos: Diercks

Rotenburg - Natürlich war auch der Wolf Thema bei der Mitgliederversammlung der Jägerschaft Rotenburg, doch zu einer Diskussion kam es am vergangenen Samstag im Bürgersaal in Rotenburg nicht.

Landrat Hermann Luttmann (CDU) warnte allerdings davor, dafür zu plädieren, Isegrim ins Jagdrecht aufnehmen zu wollen. Landrat Luttmann – selbst Jäger – war der Ansicht, dass die Waidgenossen mit so einer Forderung den Eindruck erwecken könnten, sie wollten einen vermeintlichen Konkurrenten ausschalten. Seine Ehefrau, die Landtagsabgeordnete Mechthild Ross-Luttmann (CDU), teilte mit, dass die FDP genau so einen Antrag im Landtag eingereicht habe und dieser gerade behandelt werde. Die FDP fordere, den Wolf ins Jagdrecht zu überführen. „Wie geht man damit um?“, fragte Ross-Luttmann.

Neben der Entschädigung für Nutztiere erkenne sie die Gefahr, dass auch Jäger irgendwann Entschädigung für Wildrisse fordern könnten. „Ich möchte nicht darüber reden müssen“, mahnte sie. Und plädierte an die Politik: „Ich halte es für richtig, reelle, grundlegende Entscheidungen zu fällen“, was den Umgang mit dem Wolf angehe. Schlau seien die Jäger gewesen, sich frühzeitig um das Wolfsmanagement zu kümmern. Der Jägerschaft-Vorsitzender Ulrich Voß über die Anwesenheit Isegrims: „Es vereinfacht weder die Landwirtschaft noch die Jagd.“ Er hält die oft zitierte Vertrautheit der Grauen eher für normal, da sie gelernt haben, dass von Menschen keine Gefahr ausgeht. Voß sprach sich ebenfalls gegen die Aufnahme des Wolfes ins Jagdgesetz aus: „Er hätte ganzjährige Schonzeit, und die Lasten müssten die Jäger tragen. Bis hin zu eventuellen Haftungsrisiken wie Nutztierrisse.“ Vor dem Hintergrund der schnellen Vermehrung und Ausbreitung des Grauen hofft Voß darauf, dass die Politik das Problem anfasst und löst, eventuell auch mit einer teilweisen Bejagung.

Der Vorsitzende unterrichtete die Anwesenden darüber, dass gegen die 2014 beschlossene Novellierung der Jagdzeitenverordnung 13 Eigenjagden und sechs gemeinschaftliche Jagdbezirke Klage eingereicht hätten. Mit einem Urteil sei Ende des Jahres zu rechnen. „Die vorgesehene große Änderung des niedersächsischen Jagdgesetzes ist für den Fall der Wiederwahl für 2018 vorgesehen“, berichtete Voß. Er wies auch auf die Erhöhung der Gebühren für den Jagdschein hin. Für einen Jahresjagdschein müssen die Waidgesellen künftig 45 statt 30 Euro hinblättern, für ein drei Jahre gültiges Papier 100 statt 70 Euro.

Ulrich Voß (Jürshof), sein Stellvertreter Marco Soltau (Ostervesede) und Schatzmeister Hinrich Peters (Scheeßel) wurden bei den Vorstandswahlen in Rotenburg übrigens ohne Gegenkandidaten in ihren Ämtern bestätigt. Peters verkündete, dass es seine letzten vier Jahre in diesem Ehrenamt seien, dann hätte er 40 Jahre als Schatzmeister für die Jägerschaft gewirkt.

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