Abschluss des Projekts „Außerhaus“

HKS-Studenten suchen Standorte für ihre Kunst im öffentlichen Raum

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Mehrere Stundenten wollen ihre Kunst im öffentlichen Raum in Rotenburg zeigen. Die Bandbreite der Arbeiten ist groß, Vieles davon bereits in der konkreten Entstehung. Jetzt geht es um die Frage, wo genau sie ihre Werke zeigen. Die Suche hat begonnen.

Rotenburg - Von Guido Menker. Wohin? Künstlerisch tätig zu sein, ist das eine, Kunst zu präsentieren und den passenden Ort dafür zu finden, das andere. Mit beidem befasst sich eine Gruppe von Studierenden der Ottersberger Hochschule für Künste im Sozialen (HKS). Anlass dafür ist der 30. Geburtstag des Rotenburger Kunstvereins. Vor diesem Hintergrund hat Professor Michael Dörner ein Projekt des Ende 2017 verstorbenen Vorstandsmitgliedes Hermanus Westendorp, der auch Professor der HKS war, in die Hand genommen, um es in Kooperation mit dem Kunstverein zu Ende zu führen.

Das Projekt mit dem Namen „Es ist eben so. Aber wie denn genau? Darum geht es doch“ wurde von Professor Dörner unter seinem 2012 gegründeten Projekt „Außerhaus – Studio für Kunst im öffentlichen Raum“ weitergeführt, heißt es. „Außerhaus“ besteht aus einer variablen Gruppe Studierender des Studienganges Freie Kunst, die von Dörner bei der Entwicklung und Durchführung künstlerischer Projekte unterstützt werden. 

Bei der jetzigen Kooperation mit dem Rotenburger Kunstverein geht es um elf einzelne Werke, die in der Innenstadt, aber auch am Bahnhof für unterschiedlich lange Zeit zu sehen und zu erleben sein werden. Einige Arbeiten sind bereits weit vorangeschritten, andere brauchen noch Zeit. Aber die Entwürfe stehen, und so ist es mittlerweile an der Zeit, sich mit der Frage zu befassen, wo genau sie von Ende September an installiert werden können.

Mehrere der beteiligten Studenten verbrachten daher den Dienstagnachmittag in Rotenburg, um zusammen mit ihrem Professor, Bürgermeister Andreas Weber, der Ersten Stadträtin Bernadette Nadermann sowie Hauptamtsleiter Uwe Radtke geeignete Standorte ausfindig zu machen. Unter anderem ging es dabei um das Werk „Wohin“ von Valeska Stach. Ein bezeichnender Name, der dann irgendwie auch auf die anderen zehn Arbeiten anzuwenden ist. 

„Wohin“ soll bald im Bahnhofsgebäude zu sehen sein

Der Standort für Stachs Arbeit indes steht bereits fest: In der Dachöffnung des Bahnhofsgebäudes soll das Wort „wohin“ aus blauem, transparentem Acrylglas befestigt werden. Scheint die Sonne hindurch, wird das Wort als farbiges Lichtbild auf dem Boden zu lesen sein. Die Menschen, die durch den Gang des Gebäudes gehen, würden also durch beziehungsweise über das Wort laufen und es bemerken, wenn sie aufmerksam sind – vielleicht stehen bleiben und einen Moment innehalten, schreibt die Künstlerin in ihrer Projektbeschreibung.

„Wohin?“ – Die Kollegen sind noch auf der Suche. Dabei ist die Bandbreite recht groß: Jens Scharpf zum Beispiel will in der Stadt Winkelstützen aufstellen, wie sie zur Absicherung von Böschungen genutzt werden. Sie seien schlicht und bestehen aus einfachem Material. Seine Idee ist es, diese mit Menschen mit und ohne Behinderung aus der „Bildnerischen Werkstatt“ zu gestalten. 

Ein Projekt von Leon Bohlsen trägt den Titel „Schnittstelle“, in dem er Zeichnungen und Audiomitschnitte von Rotenburgern zusammenfügt. Anna Nau und Steffen Gehrdau wollen ein leer stehendes Ladenlokal in der Innenstadt so bespielen, dass die Illusion einer Neueröffnung entsteht. Xikun Ren plant derweil ein Video von kurzer Dauer, das die Große Straße und ihre Geschichte beinhaltet. Es soll so kurz werden, dass man es beim Vorbeilaufen komplett erfassen kann. 

Emojis, Wolfsköpfe und Fußspuren sollen einen Platz finden

„Memory“ ist der Titel von Vanessa Huths Arbeit, mit der sie eine Verbindung zwischen einem Ort und der Fotografie schaffen möchte. Liu Zhang bedient sich der Welt der Emojis, während Bang So Yeon unter dem Titel „Canis Lupus“ mit dem Aufstellen von drei heulenden Wolfsköpfen aus Ton ein Zeichen für das Lebensrecht von Minderheiten setzen möchte. 

Die Bodenarbeit „Was bleibt?“ von Wenke Wollschläger setzt sich hingegen mit dieser Fragestellung auseinander und bietet Rotenburgern die Möglichkeit, ihre Fußspuren zu hinterlassen. Die Künstlerin plant ferner eine großformatige Fotoarbeit sowie eine Videoarbeit mit dem Titel „Farbrauschen“.

Doch jetzt ging es um die Standorte. In vielen Fällen gibt es sie schon. Für die variantenreiche urbane Kunst sind in der Fußgängerzone mehrere Bereiche vorgesehen, das Rathaus wird Werke beherbergen, der Bahnhof und der Kirchhof ebenfalls. Nun gibt es sie also, die Antwort auf die Frage „Wohin?“.

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