Amir Omerovic stellt Bronze-Skulpuren im Rotenburger Rathaus aus

„Wir brauchen so eine Kunst“

Die Werke von Amir Omerovic zwingen den Betrachter zur Auseinandersetzung. Auch die Meinungsfreiheit“-Skulptur ist als Miniaturausgabe in der Rathaus-Ausstellung zu sehen. - Foto: Warnecke

Rotenburg - Von Lars Warnecke. „Man kommt den Figuren so fantastisch nahe“ – so der erste Eindruck, den man beim Betrachten der Bronze-Plastiken und Skulpturen gewinnt. Und dieses Gefühl geht auch nach einer halben Stunde nicht verloren. Überraschend, rätselhaft und nicht selten provokant sind die Werke des zeitgenössichen Bildhauers Amir Omerovic geraten, die seit Sonntag im Foyer des Rotenburger Rathauses darauf warten, entdeckt zu werden.

Teils wuchtige, teils filigraner Exponate, die in ihrer expressiven Form- und Farbgebung nicht zufällig an die erst kürzlich aufgestellte „Meinungsfreiheit“-Plastik vor dem neuen Pressehaus an der Großen Straße erinnern – hat der in Bremen lebende Künstler diese doch auch erschaffen.

Für Peter Mokrus, dem Vorsitzenden des Rotenburger Kunstvereines, steht fest: „Omerovic muss der Öffentlichkeit in unserer Stadt noch bekannter gemacht werden!“ Schon 2007 habe der Bildhauer in der Wümme-Stadt ausgestellt, fünf Jahre später folgte seine Beteiligung an einer Gruppenwerkschau, blickte Mokrus bei der gestrigen Vernissage im Beisein von rund 30 Kunstliebhabern zurück. Ihren festen Platz gefunden hätten die Werke des freischaffenden Künstler im Übrigen schon in mindestens zehn Rotenburger Privathäusern. „Er hat also schon die eine oder andere Spur bei uns hinterlassen.“

Und nicht nur das, wie Bürgermeister Andreas Weber (SPD) in seiner Laudatio feststellte. So sei mit Claus Homfeld ausgerechnet jener Künstler Omerovic‘ Entdecker und Förderer gewesen, der einst den Pferdebrunnen neben der Sparkasse geschaffen hatte. Und mit Bernd Altenstein habe der Bildhauer mit bosnischen Wurzeln schließlich einen Lehrer gefunden, dem die Rotenburger das Kunstwerk vor der Stadtbibliothek verdanken. „Von daher ist schon eine ganz enge Beziehung zu Rotenburg vorhanden“, so der Verwaltungschef, der seine Freude darüber zum Asudruck brachte, dass Omerovic sich mit Blick auf die neue Innenstadt-Skulptur quasi nun in diese Riege namhafter Bildhauer einordnen dürfe.

Sieben Entwürfe, wie er sich das an prominenter Stelle platzierte Kunstwerk vorstellt, habe er im Zuge des von der Stadt und der Mediengruppe Kreiszeitung ausgeschriebenen Künstlerwettbewerbes angefertigt, verriet der 45-Jährige. „Aus dreien sind kleine Bronzefiguren entstanden, die ich auch für die Ausstellung mitgebracht habe“, so Omerovic.

Dabei stellen diese Exponate in der Werkschau schon das neueste Output seiner Schaffenskraft dar. Gezeigt wird ein Querschnitt aus den vergangenen zehn Jahren. Peter Mokrus lobte die enorme Spannbreite seiner Bildhauerarbeiten, die Omerovic in Modellier- und Fundstückarbeiten unterscheide.

Für letztere greife er auf kleine Objekte zurück, die er irgendwo im öffentlichen Raum auflesen würde – ganz banale Gegenstände wie Pistazienschalen, Streichhölzer oder Luftpolsterfolie, „die man höchstens als Abfall wahrnimmt“ und die er zu Miniaturfiguren verarbeite, so der Vereinsvorsitzende.

Mokrus ist überzeugt: „Rotenburg braucht so eine Art von Kunst, die Auseinandersetzung mit ihr muss den Bürgern zugetraut werden.“

Zu sehen ist die Ausstellung drei Wochen lang während den Öffnungszeiten des Rathauses.

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