Rotenburger Bauhof ist gut vorbereitet

Winterdienst mit Plan B

Genügend Sand und Salz stehen Bauhofleiter Heiko Hesse zur Verfügung.
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Genügend Sand und Salz stehen Bauhofleiter Heiko Hesse zur Verfügung.

Rotenburg – Es ist kalt in Rotenburg, und so langsam wird es glatt auf den Straßen, erste Schneeflocken und Frost mahnen zu Vorsicht. Dafür, dass alle sicher zu Kitas, Schulen, zur Arbeit und anderen Terminen kommen, sorgen Rotenburgs Bauhofleiter Heiko Hesse und sein Team. Der Bauhof ist startklar.

Es ist erst früher Morgen, aber auf dem Gelände des Bauhofs neben dem Ronolulu herrscht schon längst reger Betrieb. Zum einen stehen derzeit der Rückschnitt an den Feldwegen und die restliche Laubbeseitigung an. Aber auch der Winter ist da, und damit sind die Mitarbeiter vom Bauhof diejenigen, die mit als Erste frühmorgens draußen auf den Straßen unterwegs sind. Wie gut ist der Bauhof eigentlich auf die kalte Jahreszeit vorbereitet, in einer Zeit, in der es pandemiebedingt in vielen Bereichen auch zu Lieferschwierigkeiten kommt?

Seit vergangener Woche arbeiten Bauhofleiter Heiko Hesse und sein Team wieder in zwei Bereitschaften, immer sieben Tage lang. Das heißt unter anderem, dass ein Auslöser jeden Morgen ab 4 Uhr ein Auge auf die Witterungs- und dementsprechend auf die Straßenverhältnisse hat. Macht es die Situation notwendig, kann er dann so viele seiner zehn Kollegen des jeweiligen Teams wie nötig mobilisieren, um die Straßen freizuräumen.

Mit Blick auf den Winter macht sich Hesse keine Sorgen: Das Streugutlager in der Halle mit Salz und Sand ist gut gefüllt, Granulat ist auch ausreichend da. Die Fahrzeuge sind bereits, wo nötig, auf den Winterbetrieb umgerüstet worden. Für das Freiräumen und Streuen der Straßen stehen dem Bauhof zwei Unimogs, zwei Transporter und drei Schmalspurfahrzeuge beispielsweise für Radwege zur Verfügung. „Und wenn es brenzlig wird, können wir noch aufstocken“, so Hesse, der dann noch zwei Trecker und einen weiteren Unimog auf die Straßen schicken könnte.

Denn bis 8 Uhr morgens sollten diese sowie Geh- und Radwege geräumt und gestreut sein. Die Mitarbeiter gehen dazu nach einer Prioritätenliste vor. Vordringlich sind die Hauptverkehrsstraßen, danach folgen erst die Nebenstraßen. Auch Grundstückseigentümer sind ebenfalls in der Pflicht, bei Schneefall und Glätte für freie Wege entlang ihres Eigentums zu sorgen – und damit Unfälle anderer, die sie betreten, zu verhindern. Auch sie sollten ab 7.30 Uhr die Wege schnee- und eisfrei halten. „In verkehrsberuhigten Bereichen ohne Gehwege müssen Eigentümer auf beiden Straßenseiten einen Streifen entlang der Grundstücksgrenze freiräumen“, merkt Hesse dazu an.

Und bei starkem Schneefall oder Frost ist es mit einmal ohnehin nicht getan. „Dabei sollten Anwohner darauf achten, den Schnee nicht auf die Straße, sondern in den Vorgarten oder auf andere Freiflächen zu schippen“, bittet Hesse. Auch Gossen müssen schnee- und eisfrei bleiben, damit das Tauwasser schnell abfließen kann.

Und sollte der Winter wider Erwarten mit extrem viel Glätte und Schnee aufwarten, hat der Bauhofleiter noch einen Plan B in der Tasche: Für den absoluten Ernstfall hat er 150 Tonnen Streugut beim Hersteller gelagert, die er bei Bedarf abrufen kann. „Die sind dann innerhalb eines Tages hier“, erklärt er bei einem Rundgang durch das Lager. Das sei eine sinnvolle Vorsichtsmaßnahme, um Lieferengpässe zu verhindern. Denn wird viel Streugut kurzfristig benötigt, sind zunächst der Bund und dann die Landkreise bevorrechtigt, erst dann kommen die Kommunen.

Hesse selbst verbringt in diesem Jahr seinen 30. Winter beim städtischen Bauhof. An einen vor mehr als 15 Jahren kann er sich dabei noch besonders gut erinnern. Es gab Eisregen. „Überall haben sich richtige Eisflächen gebildet, sodass wir sogar mit unseren Fahrzeugen kleine Unfälle hatten“, erinnert er sich an die Problematik, die Fahrzeuge überhaupt auf der Straße zu halten. „Das war ein harter Winter.“

In den vergangenen Jahren waren die Winter in der Region jedoch meist mild. Doch sind auch leichte Plusgrade nicht zu unterschätzen, warnt Hesse. „Wir haben viele Holzbrücken im Stadtgebiet, die schon bei Plusgraden überfrieren können.“ Nicht ohne Grund weisen dort Schilder auf Glättegefahr hin. „Das ist ein komisches Phänomen“, gibt er zu. Wer beispielsweise Raureif sieht, sollte vorsichtig sein.

Und auch Corona ist beim Bauhof ein Thema, wenngleich ein kleineres als an anderen Arbeitsplätzen. „Wir sind fast nur an der frischen Luft, und Mittagspause wird oft unterwegs gemacht“, so Hesse. Seine Einteilung in Bereitschaften hat zudem den Vorteil, dass immer eine Gruppe einsatzbereit ist, sollte tatsächlich ein Mitarbeiter an Covid-19 erkranken und Kontaktpersonen in Quarantäne müssen. Das sei aber bislang noch nicht passiert.

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