Berufungsverfahren wegen Körperverletzung

Widersprüche bei der Fortsetzung im Prozess gegen Ex-Lehrer

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Das Urteil gegen den ehemaligen Lehrer vom Ratsgymnasium Rotenburg soll am 18. Juli verkündet werden. 

Verden/Rotenburg - Am Donnerstag ist am Landgericht Verden der Prozess gegen einen ehemaligen Lehrer des Ratsgymnasiums Rotenburg fortgesetzt worden. Der 44-Jährige aus Tostedt muss sich in dem Berufungsverfahren wegen Körperverletzung im Amt verantworten. Das Amtsgericht Rotenburg hatte ihn in erster Instanz zur Zahlung von 5 400 Euro Geldstrafe verurteilt, doch der Pädagoge bestreitet die Tat.

Es geht um einen Vorfall vom 2. Dezember 2015 in der Pausenhalle des Gymnasiums. Der Lehrer soll einen heute Zwölfjährigen so fest am linken Arm gepackt haben, dass dieser Schmerzen und eine Rötung erlitt. Doch der Lehrer will den Jungen nur am rechten Ärmel „gepackt“ haben.

Gehört wurden am Donnerstag zwei damalige Klassenkameraden des Geschädigten. Von einem der Jungen hatte der Angeklagte am ersten Tag behauptet, dass es diesen gar nicht geben würde. „Der Typ ist nicht zur ersten Vernehmung und nicht zur ersten Verhandlung erschienen“, so der Angeklagte noch am ersten Verhandlungstag.

Beim Landgericht sagte der Junge am Donnerstag aus und konnte sich genauso wie der zweite, ebenfalls Zwölfjährige an den Vorfall erinnern. Zwar konnten sie nicht sagen, ob der Lehrer ihren Klassenkameraden am Arm gepackt oder gekniffen habe. Geboxt habe er ihn nicht, darin stimmten die Aussagen überein. Gemeinsam seien sie zur Schulleiterin gegangen, die ein Foto von der geröteten Stelle gemacht habe. Wo diese Stelle genau war, konnte sie jedoch nicht mehr genau sagen. Vielfach sprachen sie von der Hand und zeigten auf den Arm. Es gab widersprüchliche Angaben, beispielsweise, ob sie zu dritt an einem oder an zwei unterschiedlichen Geräten gespielt hatten.

„Lehrer machen das ja eigentlich nicht“

„Ich war geschockt“, sagte einer der Zwölfjährigen. „Lehrer machen das ja eigentlich nicht.“ Vor dem Vorfall habe der Klassenkamerad etwas gesagt, was er nicht verstanden habe, berichtete der Schüler. „Ich glaube, er hat ihn (den Angeklagten) aggressiv gemacht.“

Am Donnerstag hielt sich der Angeklagte zumindest verbal komplett zurück. Am ersten Verhandlungstag hatte er die Schulleiterin und den Geschädigten als Lügner bezeichnet und von Polizei und Schulbehörde behauptet, dass diese „begast“ seien. Einen ermahnenden Fingerzeig in Richtung eines Schülers verkniff sich der seit Dezember 2015 freigestellte Pädagoge am Donnerstag aber nicht.

Am 18. Juli soll der Prozess um 12.30 Uhr fortgesetzt und wohl ein Urteil verkündet werden. 

wb

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