Ein wichtiger Beitrag für die Friedensarbeit

Soldaten helfen bei Kriegsgräberstätten in Cassino und Bordj-Cedria

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Landrat Hermann Luttmann (CDU) ehrte die Soldaten für ihre Arbeitseinsätze an den Kriegsgräberstätten.

Rotenburg - Von Farina Witte. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge ist dafür zuständig, Kriegsgräberstätten im Aus- und Inland zu pflegen. Mit dieser Aufgabe betraut der Verein regelmäßig Soldaten- und Reservistengruppen, die vor Ort die Arbeiten erledigen. Im vergangenen Jahr war eine Gruppe aus Seedorf, Hesedorf, Zeven und Luttmersen in Tunesien und eine weitere Gruppe aus Munster, Rotenburg und Seedorf im italienischen Cassino. Für ihren Einsatz wurden die Reservisten und Soldaten am Mittwoch von Landrat Hermann Luttmann (CDU) geehrt.

Mit der Pflege und Erhaltung der Kriegsgräberstätten sei ein wichtiger Beitrag für die Gedenk- und Friedensarbeit. Das stellte Oberstleutnant a. D. Rainer Grygiel im Anschluss an die Berichte der Soldaten fest. Grygiel ist Beauftragter des Volksbundes für Niedersachsen und Bremen und koordiniert die Entsendung der Regimente zu den Stätten. Insgesamt 833 Kriegsgräberstätten betreut der Volksbund. „Jedes Jahr wird festgestellt, wo Bedarf ist“, erklärt der Oberstleutnant a. D.

Zehnköpfiger Trupp in Cassino

Vom 16. bis zum 29. September 2017 schickte er eine zehnköpfige Truppe nach Cassino in Italien, da auf dem dortigen Soldatenfriedhof das Johanniskraut entfernt werden musste. Die Soldaten frästen, entwurzelten und planierten den Boden. Außerdem schnitten sie Grabzeichen frei und setzten Sitzbänke und Zäune instand. Das Arbeiten auf dem Gelände war nicht einfach, da die Gräber sich auf einzelnen Terrassenfeldern befinden, wie Kommandoführer Hauptfeldwebel Patric Gentele berichtete.

Während des Arbeitseinsatzes wohnten die Soldaten in Zelten und verpflegten sich selbst. Es gab auch eine Gedenkveranstaltung während sich die Gruppe in Cassino aufhielt. „Mit dabei waren Schülergruppen aus Polen, England und Deutschland“, so Gentele, der sich über deren Einsatz beeindruckt zeigte: „Sie haben Einzelschicksale vorgestellt und sich intensiv damit befasst.“ Auf dem Soldatenfriedhof, der sich drei Kilometer nördlich der Stadt Cassino in der Mitte Italiens befindet, sind derzeit 20 132 Gefallene begraben. Seit 2012 steht dort die „Flamme des Friedens“. „Ein Symbol für weltweiten Frieden“, erklärte Grygiel.

„Eine besondere Ehre“ in Tunesien

Eine ebenfalls zehn Mann starke Truppe reiste vom 6. bis zum 20. November nach Tunesien, um sich dort um die Kriegsgräberstätte Bordj-Cedria zu kümmern. Die Truppe verbesserte oder säuberte vor Ort etwa 1 200 Inschriften. Außerdem bereinigten sie die Pflanzflächen, auf denen nun Gras wächst. „Eine weitere Aufgabe war die Reparatur der Entwässerungsrinne“, erläuterte Kommandoführer Oberstleutnant Heinz Schweda. Diese war an einigen Stellen defekt, sodass Wasser auf die Anlage lief. Wenn sie unterwegs waren und während ihrer Arbeit, wurde die Truppe von tunesischen Streitkräften begleitet und bewacht. „Sogar in unserer Unterkunft war immer jemand, der Wache schob“, erinnerte sich Schweda und erklärte auch, dass die Lage im Land zwar ruhig aber nach wie vor nicht sicher sei.

Am letzten Wochenende des Aufenthalts in Tunesien nahm die Truppe an den Feierlichkeiten zum Volkstrauertag teil, zu denen unter anderem der österreichische und der deutsche Botschafter kamen. „Wir durften auch bei der Kranzniederlegung dabei sein, das war eine besondere Ehre“, sagte Schweda. Auf der Kriegsgräberstätte Bordj-Cedria, die sich in der Nähe von Tunis befindet, liegen 8 562 Soldaten.

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