Wettermann Reinhard Zakrzewski verspricht Landwirten mehr Regen

Die Schafskälte geht in die Verlängerung

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Das Getreide hat in den vergangenen Woche sehr unter Kälte und Trockenheit gelitten.

Rotenburg - Staubtrockene Felder, ausgedörrte Wälder und in den Gärten und Parks gelbes Gras: Schon seit Wochen sind nennenswerte Regenfälle in weiten Teilen Norddeutschlands ein Fremdwort. Nach dem im Altkreis Rotenburg schon deutlich zu trockenen April, spendete der Mai verbreitet nur die Hälfte der üblichen Niederschläge. Mehr noch: In der ersten Junihälfte fiel das so dringend benötigte Nass fast völlig aus. Das berichtet unser Wettermann Reinhard Zakrzewski.

Durch ein stabiles Hoch bei Irland und die häufig sehr trockene aber auch kühle Luft aus nördlichen Richtungen hatte der Himmel für Rotenburg bis zur Monatsmitte gerade mal drei Liter Regen pro Quadratmeter übrig, für Visselhövede fünf Liter. 35 Liter wären zu diesem Zeitpunkt eigentlich normal gewesen. Dadurch hat sich seit Anfang Mai in Rotenburg und umzu ein Regendefizit von 50 bis 60 Liter aufgebaut, was der normalen Mai-Menge entspricht.

Doch nun ist Entspannung an der Trockenfront angesagt. Seit Donnerstag rücken uns atlantische Tiefdruckausläufer immer mehr auf den Pelz. Sommerfans müssen tapfer sein, Landwirte wird es freuen: Bis zum Monatsende werden voraussichtlich nur die wenigsten Tage trocken bleiben. Für unsere Region berechnen die Wettermodelle bis Ende Juni aktuell Niederschlagsmengen von 25 bis 35 Liter auf den Quadratmeter. Das wäre zwar ein schöner Schluck aus der Pulle, an der grundsätzlichen Wassernot in Feld und Flur würde das aber kaum etwas ändern.

Statistisch gesehen steuern wir trotz der angekündigten Niederschläge für den Doppelmonat Mai/Juni immer noch auf einen neuen Minusrekord zu. Eine vergleichbar lange und intensive Trockenperiode gab es zuletzt vor 15 Jahren. Im Millenniumsjahr 2000 kamen im Altkreis Rotenburg im Mai plus Juni 70 bis 100 Liter Regen zusammen. Diese Rekordmarke könnte diesmal sogar noch unterboten werden.

Stellt sich die Frage: Wie geht es mit dem Sommer weiter? Nach einem unfreundlichen Start in den kalendarischen Sommer morgen mit vielen Wolken, etwas Regen und höchstens 18 Grad geht die Schafskälte in der kommenden Woche in die Verlängerung. Erst zum Wochenende könnte es wieder über die 20-Grad-Grenze gehen. Für die Qualität des Hochsommers ist das nach langläufiger Meinung eine ungünstige Meldung. Denn am Sonnabend (27. Juni) ist Siebenschläfertag, an dem sich – nach der bekannten Bauernregel – das Schicksal des restlichen Sommers entscheiden soll. Doch in dieser Hinsicht ist das letzte Wort wohl noch nicht gesprochen.

Ein einigermaßen verlässlicher Trend für das mögliche Sommer-Sonne-Bade- oder Regenwetter lässt sich erst aus dem Witterungsverlauf von etwa zwei Wochen rund um den 27. Juni bis7. Juli ablesen. Die großräumige Anordnung von Hoch- und Tiefdruckgebieten in diesem Zeitraum gibt, wegen der großen Erhaltungsneigung der Atmosphäre, dann einen guten Hinweis auf den Charakter des Hochsommers. Um für die anstehende Ferien- und Urlaubszeit klarer zu sehen, müssen wir also noch eine Weile warten.

rz

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