Wettermann Reinhard Zakrzewski blickt auf die kommenden Wochen

Recht rosige Aussichten für den Sommer 2015

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Etwas wärmer als normal, aber auch wieder etwas trockener als üblich – so könnte sich der Sommer 2015 präsentieren. Die Landwirte dürfte das weniger freuen.

Rotenburg - Freiluftveranstalter und Urlauber wird es besonders freuen: Nach dem unfreundlichen und unterkühlten sogenannten Wonnemonat Mai baut sich die Großwetterlage in dieser Woche langsam um. Der Sommer könnte ein schöner werden – prophezeit unser Wettermann Reinhard Zakrzewski.

Zum meteorologischen Sommerbeginn heute ist es aber noch nicht soweit. Ganz im Gegenteil: Diagonal über Deutschland formiert sich voraussichtlich eine brisante Luftmassengrenze, die kalte Luft im Nordwesten von schwülwarmer Luft im Südosten trennt. Sie könnte der Altkreis Rotenburg auch morgen noch ergiebige Dauerniederschläge bescheren. Die genaue Entwicklung bleibt abzuwarten. Jedenfalls bekommen wir aus Westen nochmals eine Klatsche kühler Atlantikluft ab, sodass wir bis Mittwoch bei wechselhaftem und zeitweise windigem Wetter bestenfalls 15 bis 18 Grad sehen werden. Ab Donnerstag naht mit einem stattlichen Hoch aus Spanien dann endlich die Erlösung. Durch Winddrehung auf Südost können die Temperaturen am Freitag auf sonnige und trockene 25 Grad klettern, zum Wochenende vielleicht sogar noch höher. Ein kleines Fragezeichen ist bei der zeitlichen Entwicklung der Wetterumstellung aber immer noch angebracht.

Und wie steht es um den Sommer insgesamt? Nach dem Jahreszeitenmodell des amerikanischen Wetterdienstes, das über einen Monat hinweg ziemlich treffsicher ist, sieht es für den Juni recht rosig aus. Im Vergleich zum Klimamittel (1981–2010) soll er deutschlandweit um rund ein Grad zu warm und deutlich zu trocken ausfallen, was für die von der Frühjahrstrockenheit geplagten Landwirte eine Hiobsbotschaft wäre. Hochdruckgebiete über Mittel- und Nordeuropa sind im kommenden Monat voraussichtlich in der Überzahl. Abgesehen von einigen gewittrigen Störenfrieden werden diese für viel Sonnenschein und oft badetaugliche Temperaturen um 25, vereinzelt sogar um 30 Grad, sorgen. Kurze Kälterückfälle aus Norden zur Zeit der Schafskälte im zweiten Junidrittel sind dabei inbegriffen.

Einen Trend zu leicht übernormalen Temperaturen lassen die neuesten Sommerprognosen auch des Deutschen Wetterdienstes erkennen. Sie erwarten mit fast 50-prozentiger Sicherheit auch im Juli und August mehr Schweißperlen als üblich. Das hieße jedoch nicht, dass uns endlos schönes, sprich sonniges und trockenes Wetter, ins Haus steht. Ebenso gut könnte auch ein wasserwarmer Hochsommer mit vermehrten Schauern und Gewittern dabei herausspringen. Einem zu kühlen Sommer erteilen die deutschen Wetterfrösche mit einer Chance von nur 25 Prozent eine Abfuhr.

Auf der sicheren Seite sind wir, wenn wir den Statistiken vertrauen, die uns für den Juli die meisten Gewittertage im Jahr (durchschnittlich sechs) „vorhersagen“. Dabei kann die aufgeheizte Atmosphäre auch mal ein Unwetter mit Sturzregen, großem Hagel und schweren Sturmböen und im Extremfall sogar einen lokalen Tornado produzieren. Vor solchen Heimsuchungen sind wir natürlich auch nicht in den etwas ruhigeren Randmonaten Juni und August gefeit – schon gar nicht in einem Treibhausklima, wie wir es mittlerweile haben.

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