Wetterexperte Reinhard Zakrzewski blickt voraus: Der Mai macht, was er will

Achterbahn auf dem Thermometer

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Das Wetter ist zurzeit alles andere als beständig, aber immerhin: Die Temperaturen steigen, und inzwischen schmeckt der Cappuccino auch mal im Freien. Aber schon am Wochenende könnte sich das wieder ändern, sagt der Wetterexperte.

Rotenburg - Von Reinhard Zakrzewski. Nach dem turbulenten Ausflug in die Sommerwärme am Dienstag macht der Mai weiter, was er will. Das sagt unser Wetterexperte Reinhard Zakrzewski voraus. Bis zum Freitag erwartet uns demnach ein munterer Mix aus längeren sonnigen Abschnitten aber auch dunklen Wolken. Lebhafte, zeitweise sogar starke, Südwest- bis Westwinde, treiben hin und wieder Schauer oder etwas Regen über das Land.

Dabei pendeln die Tagestemperaturen – je nach Sonnenschein – zwischen 15 und 18 Grad. An Nachtfröste brauchen wir vorläufig nicht zu denken. Das wird sich aber ab dem Wochenende ändern. Dann rauscht nämlich ein Tief aus Westen heran, das Polarluft im Gepäck hat. In dieser könnte es in der Nacht zum Montag ziemlich weit runtergehen. Ob die Temperaturen durch ein nachrückendes Hoch aus Südwesten am Dienstag schon wieder in den frühsommerlichen Bereich gehen und die anstehenden Eisheiligen diesmal sogar zu Schweißheiligen werden, bleibt abzuwarten.

Zumindest hätten die gestrengen Herren am Montag erst einmal eine Punktlandung hingelegt. Denn „Mamertus“, „Pankratius“, „Servatius“ und „Bonifatius“, die als Norddeutsche Eisheilige gelten, haben ihre Namenstage vom 11. bis 14. Mai. In Süddeutschland gesellt sich am 15. Mai noch die „Kalte Sophie“ hinzu. Der klimatische Hintergrund: In den Tagen rund um die Monatsmitte besteht die erhöhte Neigung der Atmosphäre zum Aufbau eines Hochs westlich und eines Tiefs östlich von uns. Dazwischen kann mit nördlichen Winden immer noch sehr kalte und trockene Luft aus polaren Breiten nach Mitteleuropa gelangen. Dann sind tagsüber trotz Sonne kaum 15 Grad drin und in klaren Nächten besteht verbreitet Frostgefahr. So gilt für frostempfindliche Balkon- und Gartenpflanzen die Regel: „Ehe nicht Pankratius, Servatius und Bonifazius vorbei (12. bis 14. Mai), ist nicht sicher vor Kälte (Frost) der Mai“.

Der April zeigte sich in Rotenburg und umzu wie so oft in den vergangenen Jahren von seiner sehr sonnig und trocken Seite. Zwischen einem kühlen, windigen und wechselhaften Monatsanfang und einem nasskühlen Ausklang, konnten wir uns über drei sehr sonnige Wochen freuen, die der auf Regen angewiesenen Vegetation jedoch viel abverlangten.

Grund für das schöne Wetter war anhaltend hoher Luftdruck über West- und Nordwesteuropa. An seiner Ostseite erreichte uns wiederholt trockenkalte Luft aus Skandinavien, in der überdurchschnittlich viel Luft- und vor allem Bodenfrost auftrat (Bremervörde 17 Nächte). Dagegen waren die Tage durch den vielen Sonnenschein insgesamt etwas wärmer als normal, sodass die Temperaturbilanz im Vergleich zum vieljährigen Mittel (1991-2010) nur geringfügig ins Minus rutschte. Damit war der April zwischen Rotenburg und Visselhövede der erste – wenn auch nur leicht – zu kalte Monat seit dem vergangenen August.

Der April in Rotenburg im Vergleich zum Klimamittel:

• Monatsmittel 8,2 Grad Celsius (Abweichung -0,5°C);

• Monatsmaximum 22,1°C (15. April);

• Monatsminimum -3,2.°C (5. April);

• Sommertage (Max. mindestens 25°C) 0 (normal 1);

• Frosttage (Mindestens unter 0°C) 6 (normal 5);

• Niederschlag 3 mm (73% vom Soll), Visselhövede 36 mm (75% vom Soll);

• (Sonnenschein 218 Sunden (129% v. Soll).

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