Oldtimer so weit das Auge reicht

„Weser Classic“ macht Zwischenstopp auf dem Rotenburger Flugplatz

Lkw Mercedes Benz L 311
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Auch dieser Lkw Mercedes Benz L 311 nimmt an der Ausfahrt teil.

Rotenburg – So weit das Auge reicht: Oldtimer. Wer am Samstag den Zwischenstopp der Weser-Classic-Ausfahrt am Rotenburger Flughafen erleben konnte, stand vor 115 Fahrzeugen, die als Schmuckstücke bezeichnet werden dürfen. Da wurde geschlendert, gestaunt und bewundert: Diese Zeugen einer fast vergessenen Zeit waren sehenswert und beeindruckend.

Organisiert worden war dieser Tag von der Interessengemeinschaft „Weser Classic“, die mit der ersten Ausfahrt dieser Art seit Beginn der Corona-Krise gleich eine doppelte Premiere feiern durfte. Denn zum einen ist die Gruppe als Nachfolger der bisher unter dem Namen „Strandlust Oldtimer Classic“ laufenden an den Start gegangen. Die jetzt organisierte Ausfahrt war die erste, die unter der neuen Regie stattfand. Zum anderen sind andere, vergleichbare Events bisher coronabedingt ausgefallen oder konnten erst gar nicht angemeldet werden. Insofern war der Tag fast ein kleines Wunder. „Wir haben einfach das Glück, dass wir nur wenige Teilnehmer zugelassen haben. So kommt es, dass wir mit Fahrern, Beifahrern und Organisatoren nicht mehr als 250 Personen sind, daher darf unsere Ausfahrt stattfinden“, freute sich das Team der Organisatoren.

Die frühere Veranstaltung, die es gut 20 Jahre lang gab, wurde ursprünglich vom MG-Stammtisch Bremen und dem Hotel Strandlust organisiert. „Diese Konstellation hat, ebenso wie das Hotel selbst, die Corona-Krise nicht überlebt“, erklärte Thomas Lorzinski einige Hintergründe. Gemeinsam mit Peter und Manon von Loh, Mark Benn, Axel Idel und Uwe Kessen hat er eine Interessengemeinschaft gegründet und die Veranstaltung in „Weser Classic“ umgetauft: „Wir wollten die Idee, jährlich eine solche Ausfahrt von und mit Oldtimer-Freunden zu organisieren, nicht sterben lassen“, berichtete er. Da aber das Hotel Strandlust nicht mehr existiere, wollten die Organisatoren einen neutralen Namen wählen. Davon aber abgesehen bleibt vieles, wie es war: Auch in Zukunft werde es einmal jährlich die Ausfahrt geben. „Wir haben schon geklärt, dass diese immer am vorletzten Samstag im Juni stattfinden wird“, so Lorzinski. Dieses Datum habe sich bewährt, da ab Ende Juni meistens die Sommerferien beginnen. Außerdem finde jeweils am letzten Juni-Samstag in Bremen die „Bremen Oldtimer Classics“ (BOC) statt.

Das Orga-Team der „Weser Classic“ hat alles fest im Griff.

„Erfahrungsgemäß nutzen viele unserer Teilnehmer die heutige Fahrt, um ihre Fahrzeuge dann vor dem großen Tag der BOC einmal zu testen“, wusste der Sprecher der Interessengemeinschaft. Schon im kommenden Februar werden die Organisatoren alle Oldtimer-Fahrer, die sich vorher als interessiert an der Ausfahrt melden, anschreiben. „Die ersten 120 Fahrer, die sich verbindlich anmelden, sind dann dabei“, führte Lorzinski aus. Er betonte auch, dass die entsprechende Startnummer dabei nach der Reihenfolge der Anmeldung vergeben wird. „Wir wollen, dass alle dabei sein können, die Spaß an der Sache haben“, erklärte er. Daher sei die Vergabe der Plätze nach der Reihenfolge der Anmeldung eine faire Angelegenheit.

Startpunkt der insgesamt etwa 190 kilometerlangen Tour war „An der Wollkämmerei“ in Bremen-Vegesack, dort fand auch direkt die erste Gleichmäßigkeitsprüfung für die Teilnehmer statt. „Dabei muss immer eine bestimmte Strecke in einer bestimmten Zeit gefahren werden“, erläuterte Lorzinski. Gemessen werde via Lichtschranke. Bei dem Motorsportwettbewerb geht es nicht um Geschwindigkeit, sondern um das Einhalten von Sollzeiten. Auch mussten die Teilnehmer im Verlauf des Tages einige Quizfragen beantworten. Mit Hilfe des Roadbooks wurden sie dann über das Umland geführt. Die Angaben wurden per Kilometer, aber auch in Meilen angegeben.

Es gibt viel zu sehen auf dem Flugplatz.

„Eine wunderschöne Strecke“, schwärmte unter anderem Hans-Peter Brüggemann. Er nahm mit einer absoluten Rarität an der Ausfahrt teil, einem Jaguar Daimler Double Six Vanden Plas. „Der Prototyp wurde in London gebaut, später kam die Ölkrise und verhinderte, dass dieses Modell in Serie ging“, wusste er zu berichten. Entdeckt hatte er das Fahrzeug 1990 durch einen Bericht in der Auto Motor Sport – seitdem nennt er die Rarität sein Eigen. „Es war Pfingstmontag, da habe ich den Wagen in Kopenhagen abgeholt“, so der Liebhaber. Doch auch der englische Minor aus dem Morris Konzern, ein Mercedes Benz L 311, ein Jaguar E Type und viele andere weitere Fahrzeuge ließen an diesem Tag die Herzen aller Besucher und Teilnehmer ein wenig kräftiger schlagen.

Diese wurden vor Ort vom Team der neuen Flugplatz-Gastronomie mit einem Mittagessen versorgt. Nach der Pause erfolgte die zweite Gleichmäßigkeitsprüfung, und dann ging es für alle der Reihe nach zurück nach Bremen-Nord, um dort den Abend ausklingen zu lassen.

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