Soziokulturelles Zentrum: Es geht voran, Entscheidung vertagt

Werke verlängern die Frist

Der Verein Soziokulturelles Zentrum Rotenburg will das Werner-Haus der Rotenburger Werke kaufen.
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Der Verein Soziokulturelles Zentrum Rotenburg will das Werner-Haus der Rotenburger Werke kaufen.

Rotenburg – Die Probleme, die sich aus der Corona-Pandemie heraus ergeben, sind vielfältig. Betroffen von den erheblichen Einschränkungen in diesem Jahr ist auch der im Oktober vergangenen Jahres gegründete Verein Soziokulturelles Zentrum Rotenburg. Der hat einen Plan, aber dessen Umsetzung ist alles andere als leicht.

Das Vorhaben kann durchaus als recht sportlich bezeichnet werden: Aus dem Werner-Haus der Rotenburger Werke an der Lindenstraße soll ein soziokulturelles Zentrum werden. Ein millionenschweres Projekt. Detaillierte Angaben macht der Verein noch nicht. Nur so viel: „Die voraussichtlichen Gesamtkosten belaufen sich auf etwa vier Millionen Euro.“

Doch trotz der Krise sind die Macher im Verein am Ball geblieben. „Wir treffen uns nach wie vor alle zwei Wochen im Plenum, um die aktuellen Entwicklungen zu besprechen. Es passiert zurzeit sehr viel, weshalb wir in kleinen Gruppen an verschiedenen Dingen arbeiten. Aktuell natürlich online“, teilen der Vorsitzende Ole Asmussen und Vorstandsmitglied Bernd Braumüller auf Anfrage mit. Es bleibe dabei: Das Werner-Haus soll für die vorgesehenen Zwecke umgebaut werden. Geplant seien weiterhin ein Kinosaal, ein Konzertraum, multifunktionale Seminarräume, Ateliers, Studios, Werkräume, ein Sportraum, Coworking-Arbeitsplätze, Büroräume, kleine Apartments und ein gastronomisches Angebot. Die Raumnutzungspläne seien auf der Website des Vereins unter der Adresse www.kultur-rotenburg.de zu finden.

Architekt Edgar Rathjen habe sich angeboten, unentgeltlich in Vorleistung zu treten. „Er hat die Grundlagen für einen Umbau zu einem soziokulturellen Zentrum ermittelt und eine Kostenschätzung abgegeben“, erklären Asmussen und Braumüller. Friedhelm Eggers sein ein weiterer wichtiger Partner, der vorerst unentgeltlich für den Verein tätig sei. Als Bankbetriebswirt habe er mit dem Vorstand den Geschäftsplan entwickelt.

Asmussen: „Mit ihnen haben wir im Oktober unsere bisherigen Ergebnisse der Geschäftsführung der Rotenburger Werke vorgestellt und einen Kaufpreis für das Werner-Haus genannt bekommen.“ Die Höhe des Preises verrät er allerdings nicht.

Mit Dieter Hinrichs vom Landesverband Soziokultur Niedersachsen arbeite der Verein außerdem zurzeit an einem Betriebskonzept. „Als Verein haben wir aktuell die Mitgliedsbeiträge gesenkt, um mehr Mitglieder zu erreichen. Außerdem sind wir nun gemeinnützig“, so die beiden Vorstandsmitglieder.

Pläne sind die eine Seite, die Machbarkeit ist die andere. Rathjen habe mitgeteilt, dass sich die Pläne eins zu eins umsetzen ließen. „Wir waren anfangs skeptisch, ob etwa Konzerte und Wohnen in einem Haus funktionieren können. Aber eine entsprechende Architektur macht es möglich“, heißt es. Ganz besonders freue man sich darüber, dass alle Räume über den Fahrstuhl barrierearm erreichbar sind.

Die Rotenburger Werke sind bekanntlich zum Teil Bestandteil des Gebietes für die Städtebauförderung geworden, die die Stadt Rotenburg anstrebt. Das könnte auch Einfluss auf die Planungen des Vereins haben. Und in der Tat: Man habe die Städtebauförderung auf dem Plan und wolle darüber mit der Politik sprechen, sobald das wieder möglich ist.

Der Vorstand hält sich spürbar zurück, wenn es um das Projekt geht. Auch mit Blick auf eine mögliche Finanzierung dieses Vorhabens. „Dazu können wir zurzeit nur wenig sagen, da für uns zurzeit keine Termine mit Förderstellen, Politik und so weiter möglich sind.“ Nur so viel: Der Vorstand plant weiterhin den Betrieb des soziokulturellen Zentrums durch eine Kultur-Genossenschaft. Das Eigenkapital soll durch den Verkauf von Genossenschaftsanteilen gebildet werden. Asmussen: „Aber auch hier können wir leider noch nicht aktiv werden. Eigentlich wollten wir jetzt schon Genossenschaftsanteile einwerben.“ Das alles hängt dann auch irgendwie mit Corona zusammen. Anfangs habe es Probleme damit gegeben, das Plenum von real auf online umzustellen. In den vergangenen Monaten sei es ihnen jedoch gut gelungen, auch online effektiv zu arbeiten. Aber: „Auch die Netzwerkarbeit leidet unter den aktuellen Kontaktbeschränkungen sehr“, so Asmussen.

Vor diesem Hintergrund sind Ole Asmussen und Bernd Braumüller sehr froh darüber, dass die Geschäftsführung der Rotenburger Werke wegen der Pandemie dem Verein sehr entgegengekommen sei und die Frist bis zur endgültigen Entscheidung über den Kauf des Werner-Hauses gerade noch einmal etwas nach hinten verlegt habe. Ursprünglich sollte die Entscheidung schon jetzt, also bis Ende dieses Jahres, in trockenen Tüchern sein. Doch eben das war gar nicht möglich.

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