Anwohner der Brockeler Straße kritisieren zunehmende Lärm- und Verkehrsbelastungen

Werke-Projekt sorgt für Zündstoff

Auf der Wiese links hinten am Anfang von Brockmanns Wiesenweg soll die Fachpflegeeinrichtung entstehen. bisherige Die Wohnbebauung endet rechts vom Weg. - Foto: Krüger

Rotenburg - Die Pläne der Rotenburger Werke für eine Fachpflegeeinrichtung im Rotenburger Norden stoßen nicht bei allen Anwohnern auf Gegenliebe – das wurde am Dienstagabend während der Sitzung des städtischen Ausschusses für Planung und Hochbau im Rathaus deutlich. Mehr als 40 Gäste hatten sich insbesondere für diesen Tagesordnungspunkt eingefunden, der zum zweiten Mal Änderungen beim Flächennutzungs- und Bebauungsplan zum Inhalt hatte. Die Nachbarn fürchten eine weiter zunehmende Verkehrs- und Lärmbelastung. Diese Bedenken können sie jetzt formal im erneuten öffentlichen Beteiligungsverfahren einbringen. Entschieden wird über das Projekt im Anschluss im Stadtrat.

Die Werke planen die Errichtung einer Fachpflegeeinrichtung mit Tagesförderstätte an der Ecke Brockeler Straße / Brockmanns Wiesenweg mit rund 80 Plätzen, heißt es in der Begründung für den Bebauungsplan. Diese soll die vorhandenen Einrichtungen der Rotenburger Werke im Stadtgebiet ergänzen. Nach einer ersten Beratung dazu im Planungsausschuss am 14. August gab es kleine Änderungen: eine Nutzungsgrenze parallel zu Brockmanns Wiesenweg wurde eingezogen und zur Wohnbebauung eine eingeschossige Bauweise festgelegt, maximal zehn Meter hoch darf das Gebäude überhaupt werden. Zudem ist für das Vorhaben ein Sondernutzungsgebiet festgelegt worden. Details darin gaben einigen Ausschussmitgliedern wie Anwohnern zu denken.

Vor allem CDU-Stadtratsfraktionschef Klaus Rinck kritisierte, dass eine „Verkaufsstätte für Produkte überwiegend aus Einrichtungen der Rotenburger Werke“ sowie „Werkstätten und Lagerhallen“ als zulässig bezeichnet werden. Das würde die Möglichkeit eröffnen, bei einer späteren Umnutzung der Fachpflegeeinrichtung auch Werkstätten wie eine Tischlerei mit mehr Emissionen zuzulassen. Auch wenn die Werke-Vertreter in der Sitzung versicherten, dass das nicht geplant sei, einigten sich die Ausschussmitglieder auf einen Zusatz im Plan. Demzufolge sind „Werkstätten und Lagerhallen“ nur „dem Vorhaben Fachpflegeeinrichtung dienend“ zugelassen.

Vielen Anwohnern geht das aber nicht weit genug. Sie kritisieren grundsätzlich die großflächige Bebauung entlang der Brockeler Straße. Die Belastungen durch die beiden Neubaugebiete seien schon groß, hinzu komme der Kindergarten mit viel Autoverkehr, nun noch die Fachpflegeeinrichtung.

Die Kritik am Werke-Projekt ließ Stadtplaner Clemens Bumann nicht gelten. Denn das Sondernutzungsgebiet für die Fachpflege habe noch strengere Vorgaben für Geräuschbelästigung als ein allgemeines Wohngebiet. Und auch Bürgermeister Andreas Weber (SPD) sagte: „Ein Kind auf dem Trampolin beim Nachbarn ist lauter.“ J mk

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