Wenn es um die Betreuung von Flüchtlingen geht, setzt der Bürgermeister auf regelmäßige Informationen

Sozialausschuss verzichtet auf einen Runden Tisch

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Rotenburg - Von Guido Menker. Die zunehmende Zahl von Asylbewerbern und Flüchtlingen aus den Krisenregionen Afrikas sowie aus dem Nahen Osten stelle die Kommunen vor eine große Herausforderung. Vielerorts entstünden durch die ungenügende Wohnsituation und die fehlende Begleitung von heimatlosen Menschen Probleme, die auch die kommunalen Verwaltungen überforderten und alleine ließen.

Vor diesem Hintergrund hatten die Rotenburger Grünen im Stadtrat die Einrichtung eines Runden Tisches beantragt, um sich mit allen politischen Fraktionen, der Verwaltung, dem Landkreis, dem Arbeitskreis Integration und interessierten Vertretern aus den Vereinen auszutauschen. Jetzt lag der Antrag im Sozialausschuss auf dem Tisch. Ergebnis: Einen Runden Tisch wird es nicht geben.

Die Grünen selbst haben ihren Antrag wieder zurückgezogen. Vorausgegangen waren zahlreiche Gespräche im Rathaus, die in einem Vorschlag mündeten. Diesen stellte Bürgermeister Andreas Weber (SPD) im Ausschuss vor. Demnach werde die Verwaltung alle drei Monate über den Stand der Dinge ausführlich berichten. Zurzeit sei die Lage so, dass ein Runder Tisch noch nicht erforderlich sei – und das vor dem Hintergrund zahlreicher Aktivitäten auch in Absprache mit dem Arbeitskreis Integration, der Stadt und des Landkreises. Weber: „Wir sollten das also so lange zurückstellen, bis ein entsprechender Bedarf vorhanden ist.“

Er rate nicht zuletzt von einem Runden Tisch ab, um die Belastungen der Ehrenamtlichen nicht noch weiter zu erhöhen. Ziel sei es, für eine gute Willkommenskultur zu sorgen.

Und um einen Anfang in Sachen Informationsfluss zu machen, stellte Elke Bellmann, Leiterin des Amtes für Jugend und Soziales, den aktuellen Stand dar. Demnach habe es Rotenburg zurzeit mit 134 Flüchtlingen und Asylbewerbern zu tun. Die letzten Aufnahmequoten von jeweils 26 Personen aus dem Oktober 2013 sowie aus dem Juli dieses Jahres habe die Stadt erfüllt. „Mit einer neuen Quote rechnen wir jeden Tag“, sagte sie. Bislang hätten die Menschen in städtischen oder angemieteten Wohnungen untergebracht werden können. Weitere Kapazitäten seien nötig. Es gäbe inzwischen Sprachunterricht-Angebote bei der Volkshochschule sowie Freiwillige, die den Kindern den sprachlichen Einstieg in Kindergarten und Grundschule erleichtern. Jugendliche nähmen das Jugendzentrum gut an, dort gebe es auch ein Frauencafé. Simbav, das „Kaufhaus Rotenburg“ (Karo) sowie die Rotenburger Sorgenkinder seien ebenfalls mit im Boot und organisieren die Verteilung von Winterkleidung für den Nachwuchs. Frauen stricken schon Schals, und das „Karo“ nimmt weitere Kleiderspenden entgegen.

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