Einsatzkräfte und Fahrzeuge brauchen mehr Platz: Neubau am bestehenden Standort denkbar?

Weitere Option für die Rettungswache

Die Rotenburger Rettungswache
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Die Rotenburger Rettungswache ist längst zu klein.

Rotenburg – Eins ist klar: Die Einsatzkräfte der Rotenburger Rettungswache brauchen dringend mehr Platz. Das war schon Ende 2020 deutlich, als erste Neubau-Pläne offiziell wurden, ein Umzug an die Soltauer Straße ins Gespräch kam. Seitdem ist keine abschließende Entscheidung gefallen, der Landkreis befindet sich nach eigenen Angaben in Abstimmungen. Inzwischen haben sich aber neue Optionen aufgetan: Der Discounter Lidl will mit an den Kalandshof umziehen, sodass direkt an der Brauerstraße ein großes Grundstück frei würde. Und der Standort, da waren sich alle Beteiligten damals einig, ist ideal. 

Eine Entscheidung, welche auch immer, sollte in den kommenden Monaten fallen, sagt Kreisgeschäftsführer Rolf Eckhoff vom Kreisverband Bremervörde des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Denn auch ein Grundstückskauf ist zunächst nur der Startschuss für die Planung. Aktuell liegt die Änderung des Flächennutzungsplans beim Landkreis vor, um das Grundstück an der Soltauer Straße mit als Gewerbegebiet auszuweisen, erklärt Rotenburgs Stadtplaner Clemens Bumann. Ist der Antrag durch, könnte der Landkreis einen Bauantrag stellen.

Ob es wie von Bumann mal geschätzt dort Mitte 2022 mit dem Bau losgehen könnte? Darauf gibt es bisher keine Antwort. Der Landkreis, der mit der Durchführung des Rettungsdienstes und Krankentransportes den Kreisverband beauftragt hat, stimmt sich gerade ab, heißt es lediglich aus dem Kreishaus: Es gehe um Bedarfs- und Finanzierungsfragen mit den Krankenkassen ebenso wie um das Grundstück selbst. Das gehört den Rotenburger Werken, die auf Nachfrage bestätigen, in Vorverhandlungen zu sein. Sie würden einen Teil abtreten. Eigene Pläne haben sie für den Rest noch nicht, sagt Pressesprecher Rüdiger Wollschlaeger. „Wir müssen sehen, wie die Quartiersentwicklung verläuft.“

Doch in der Zwischenzeit haben sich mit den im Juli vergangenen Jahres vorgestellten Plänen für den Kalandshof neue Möglichkeiten aufgetan. Mit dem Umzug des Discounters würde das Grundstück gegenüber der Rettungswache frei. Der Landkreis will sich dazu bislang nicht äußern, doch ist die Frage danach durchaus logisch. Ein leeres Grundstück an dem Standort, den sowohl Gutachter als auch DRK für sehr passend halten, könnte Interesse wecken. Viele Möglichkeiten für einen Neubau gibt es ohnehin nicht, haben Rettungswachen doch feste Vorgaben. Und eine Erweiterung am jetzigen Standort ist ausgeschlossen.

Die modernen Fahrzeuge passen nicht mehr in die Hallen, auch das Gebäude ist längst zu klein – insbesondere in Coronazeiten. Zwischenzeitlich hatte das DRK mit dem Gedanken gespielt, Container aufzustellen. „Das ist aber vom Tisch“, so Eckhoff. Das DRK konnte die Wohnung im ersten Stock anmieten. So entzerrt sich die Lage etwas.

Gerade mit der aktuellen Pandemie-Lage und dem, was auf die Einsatzkräfte noch zurollen könnte, machen sich Eckhoff und seine Kollegen viele Gedanken. In der jetzigen Zeit ist es wichtig, dass die Rettungskräfte Abstände einhalten können. Sie müssen im Notfall immer einsatzbereit sein. Viele der Ehrenamtlichen sind derzeit auch beim Testen und Impfen eingesetzt, zusätzlich zum normalen Pensum. „Es ist deutlich über dem, was sonst anfällt“, sagt Eckhoff – und das trotz der Tatsache, dass Veranstaltungen wegfallen, und damit die Sicherung durch Rettungskräfte.

Durch den gewonnenen Platz kann die Notfallbesatzung für die Rettungsfahrzeuge im Untergeschoss bleiben. Die anderen Kollegen sind im ersten Stock untergebracht. „Es ist nicht ideal, aber machbar“, sagt Eckhoff. Man habe sich mit den Räumen arrangiert und „harre der Dinge, die kommen“.

Was mit dem Lidl-Grundstück, das zum Großteil einem ehemaligen Landwirt gehört, geschieht, weiß Bumann nicht. Eine Wohnbebauung wäre denkbar im hinteren Teil, eine „alternative Nutzung“ im vorderen – zum Beispiel eine Rettungswache. Allerdings würde er eine Verdichtung durch Wohnbebauung vorziehen, wenngleich „die Stadt sich nicht versperren“ würde. Ausgeschlossen ist die Nutzung durch Handel mit Lebensmitteln – das Angebot ist ausgereizt.

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