„Weiterbilden lohnt sich“

Kreishandwerkerschaft Elbe-Weser spricht Lehrlinge frei

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Kreislehrlingswart Hans-Dieter Henke (r.) und Kreishandwerksmeister Norbert Schmudlach (l.) ehrten Antonia Kassau, Jessica Indorf, Hauke Helmke, Jennifer Stripling, Christoph Kretzschmar und Sönke Meyer für ihre guten Prüfungsleistungen.

Rotenburg - Von Farina Witte. Die dreijährige Ausbildungszeit ist vorbei: Nach bestandenen Prüfungen sind 50 Auszubildende des Handwerks am Donnerstagabend freigesprochen worden. In der Aula der Berufsbildenden Schulen Rotenburg haben ihnen die Obermeister der jeweiligen Innung die Gesellenbriefe überreicht.

Es ist ein wichtiger Schritt im Berufsleben der neuen Gesellen. Von jetzt an arbeiten sie eigenverantwortlich. Gleichzeitig gehören nun Anspannung und Prüfungsstress der Vergangenheit an, so Kreishandwerksmeister Norbert Schmudlach. „Sie sind in ihren Ausbildungsbetrieben gefördert und gefordert worden, davon können sie ein Leben lang profitieren.“ Schmudlach zog den Vergleich zum Sport und meinte, dass die Gesellen nun Profispieler sind. „Und bei uns kommen alle aus der eigenen Jugend“, freut sich Schmudlach.

Doch die erfolgreich bestandene Prüfung sei kein Grund, mit dem Lernen aufzuhören. „Berufe im Handwerk werden immer spannend bleiben“, versicherte der Kreishandwerksmeister. Dies erfordere Anpassungsfähigkeit auf eventuelle Veränderungen des Berufes. Daher sagt Schmudlach: „Weiterbilden lohnt sich.“ 

Dass Weiterbildungsmöglichkeiten auch wichtig sind, um den jungen Menschen gute berufliche Perspektiven zu ermöglichen, weiß auch die Handwerkskammer. Anke Ott vom Bildungsmarketing war vor Ort, um die freigesprochenen Handwerker zu beraten. „Wir machen es in diesem Jahr zum ersten Mal, dass wir direkt zu den Freisprechungen fahren“, erklärt Ott.

Die Ausbildung ist quasi nie zu Ende

Rotenburgs Bürgermeister Andreas Weber (SPD) schloss sich in seiner Ansprache dem Kreishandswerksmeister an, indem er die bestandene Ausbildung als vorläufiges Ende bezeichnete. „Sie dürfen sich niemals auf dem Erreichten ausruhen“, betonte er. Die neuen Gesellen müssten sich lebenslang fortbilden. 

Weber wies aber auch darauf hin, dass die fertig ausgebildeten Handwerker nun in einer komfortablen Lage seien. „Der Facharbeitermangel führt dazu, dass sie sich ihren Arbeitsplatz vermutlich sogar aussuchen können.“ Die Arbeitsmarktlage im Handwerk bekomme auch die öffentliche Hand zu spüren. So dauere es heute länger, bis Bauten realisiert werden können. „Die Baukoordinierung wird schwieriger, und die Kosten werden für den Steuerzahler höher.“ 

Aus Sicht des Bürgermeisters sei es wichtig, die Zahl der Schulabbrecher zu reduzieren, um dem Fachkräftemangel zu reduzieren. „Wenn wir diese für den Arbeitsmarkt gewinnen können, wäre uns schon sehr geholfen“, meint Weber.

Besondere Leistungen

Neben den 59 Auszubildenden, die ihre Gesellenbriefe erhalten haben, hat Michael Lebiedz die Meisterprüfung als Landmaschinenmechaniker bestanden. Eine Reihe der Gesellen hat sich durch besonders gute Leistungen hervorgetan. 

Dazu gehören Antonia Kassau, Jessica Indorf, Christoph Kretzschmar und Jennifer Stripling, Sie absolvierten ihre Prüfung mit der Gesamtnote gut. Sehr gute Leistungen im Bereich Kenntnisse haben Sönke Meyer und Hauke Helmke erreicht. Helmke ist zudem vorzeitig zur Prüfung zugelassen worden. Schmudlach und Kreislehrlingswart Hans-Dieter Henke überreichten ihnen eine weitere Urkunde.

Die Namen der Gesellen

Die Obermeister der verschiedenen Innungen überreichten die Gesellenbriefe an folgende Lehrlinge:

Kauffrau/-mann für Büromanagement: Daniel Benhardt, Jessica Indorf, Christoph Kretzschmar, Rebecca Lange, Jenny Reimann, Jennifer Stripling, Kevin Westermann

Maurer: Jan Kiptschuk, Nico-Dominick Lindemann, Sönke Meyer, Lukas Poc, Carl-Albert Röhrs

Hochbaufacharbeiter: Hakan Kezer

Dackdecker: Stefan Bremer, Ronny Sager, Timo Jänicke

Anlagemechaniker für Sanitär- Heizungs- und Wassertechnik: Antonia Kassau, Viktor Moor

Elektroniker: Tammo Lütje Aßmann, Peter Fast, Maximillian Schmidt

Kraftfahrzeugmechatroniker: Jan-Hendrik Kröger, Tiffany Lutz, Roman Posadaev

Automobilkauffrau: Saskia Baumann, Kira Klatt, Shalin von Beren

Maler und Lackierer: Thamy Grebe, Niklas Heins, Celine Wahlers

Bau- und Metallmaler: Robin Claassen, Marcus Warnecke.

Metallbauer: Cemal Demir b. Tekin, Paul Stutzki

Tischler: Jan Hendrik Bartels, Christopher Behrens, Lukas Krämer, Christoph Löffler, Jelle Ottens, Marco Scheppan, Patrick, Schulze, Leon Schulz, Ludwig Johannes Schürmann, Arwid Will, Marc-Phillip Willenbrock

Zimmerer: Youke Ballreich, Hauke Helmke, Finn Luca Kleuters, Torben Rathmann

Ehrung Jungmeister: Michael Lebiedz (Landmaschinenmechanikermeister)

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