Kreisfeuerwehr optimistisch in der Pandemie

Weiter im Einsatz

Schulungen bei der Kreisfeuerwehr liegen zurzeit brach – aber natürlich nicht der Einsatzdienst, versichert der Kreisbrandmeister.
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Schulungen bei der Kreisfeuerwehr liegen zurzeit brach – aber natürlich nicht der Einsatzdienst, versichert der Kreisbrandmeister.

Rotenburg – Der Einsatz inmitten einer Pandemie ist nicht einfach – zumal für diejenigen, die das freiwillig und nicht professionell machen. Fast 7 000 Männer und Frauen sind in den Freiwilligen Feuerwehren des Landkreises aktiv, und fast alle haben in diesem Corona-Jahr ihren Dienst wie gewohnt geleistet: „Zu keiner Zeit der Pandemie und der daraus resultierenden Einschränkungen waren unsere Mitbürger schutzlos. Alle Feuerwehren im Landkreis waren zu jeder Zeit einsatzbereit, und es Bestand zu keiner Zeit eine andere Meinung darüber“, stellt Kreisbrandmeister Peter Dettmer klar. Im Kreistag-Ausschuss für Feuerschutz und Rettungsdienst hat er seinen Jahresbericht vorgestellt. Und der klingt positiver, als manche befürchtet hatten.

Denn im Grunde ist sehr viel von dem, was sich seine Feuerwehr-Kameraden unter dem Jahresmotto „Mensch-Klima-Feuerwehr“ des Landesfeuerwehrverbandes für 2020 vorgenommen hatten, anders geworden. „Wir mussten das, was wir eigentlich nicht für möglich hielten, tun“, so Dettmer. Innerhalb kürzester Zeit hätten alle Beteiligten mit den Kommunen den kompletten Übungs- und Einsatzdienst, die Arbeit mit den Kinder- und Jugendfeuerwehren sowie alle anderen Tätigkeiten der Feuerwehren überdenken und neu organisieren müssen. Ab Mitte März wurden alle Übungsdienste der aktiven Abteilungen der Feuerwehren sowie der komplette Ausbildungsbetrieb auf Landes-, Kreis- und Gemeindeebene eingestellt. Die Kinder- und Jugendfeuerwehren haben ebenso ihren Dienst eingestellt. Die Kameradschaftspflege in den Feuerwehren, die Feuerwehrfeste und vieles mehr konnten nicht mehr durchgeführt werden, berichtet Dettmer. Im September habe man zwar kurzfristig unter strengen Hygieneauflagen wieder damit begonnen, den Übungs- und Ausbildungsbetrieb hochzufahren – aber mit den deutlich gestiegenen Infektionszahlen war das wieder vorbei.

Dettmer: „Kurz gesagt wurde bei den Feuerwehren alles eingestellt, bis auf die Hilfe am Nächsten!“ Und dieser Dienst berge natürlich ein gewisses Risiko für die Feuerwehrleute. Gerade bei Rettungseinsätze komme man den Patienten sehr nahe und setze sich der Gefahr einer Corona-Übertragung aus. Mit neuen Ausrückeverordnungen habe man dafür gesorgt, dass immer so viel Personal wie nötig, idealerweise aber auch so wenig wie möglich eingesetzt wurde. Mit Erfolg, wie zum jetzigen Zeitpunkt gesagt werden könne: „Bis jetzt ist kein Fall einer Erkrankung an Corona einer Einsatzkraft bekannt, die auf einen Einsatz zurückzuführen ist.“ Natürlich habe es auch einige Infektionen innerhalb der Feuerwehren gegeben, aber die Übertragung sei dann eben an anderer Stelle geschehen, nicht im Dienst.

Gerade Kinder- und Jugendfeuerwehren seien als wichtige Nachwuchsorganisationen weiterhin hoch motiviert, betont der Kreisbrandmeister. Entgegen der Befürchtungen sei die Zahl der Mitglieder nicht gesunken, weil die Übungsdienste und sonstigen gemeinschaftlichen Aktionen eingestellt werden mussten. 975 Mitglieder zählen die Kinder- und Jugendfeuerwehren seinen Angaben nach kreisweit, bei den Erwachsenen sei die Zahl im Laufe des Jahres um 176 auf 6 693 Kameradinnen und Kameraden gestiegen. Die waren bis zum 4. November bereits zu 308 Brandeinsätzen im Einsatz, 2019 lag die Gesamtzahl hier bei 403. Dazu gab es bislang 633 technische Hilfeleistungen (670 im Jahr 2019), bei 157 Fehlalarmen (242) rückten die Feuerwehrleute wieder unverrichteter Dinge ab.

Bleiben die Hygienebestimmungen auf dem jetzigen Stand und breite sich das Virus nicht noch stärker aus, „können wir so weitermachen“, ist sich Dettmer sicher. Für 2021 hofft er dann auch wieder auf klassische Mitgliederversammlungen und gesellschaftliches Leben in der Feuerwehr – das gehöre schließlich auch dazu, um motiviert zu bleiben.

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