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Viele Kreisbewohner pendeln: Weite Wege zum Arbeitsplatz

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Einen kurzen Weg zur Arbeit haben viele Kreisbewohner nicht. Mehr als jeder Dritte von ihnen arbeitet außerhalb des Landkreises.

Rotenburg - Von Stephan Oertel. Mehr als jeder dritte im Landkreis Rotenburg lebende Arbeitnehmer hat seinen Arbeitsplatz außerhalb der Kreisgrenze. Gleichzeitig kommt jeder Vierte, der im Landkreis arbeitet, von außerhalb. Das geht aus dem Pendleratlas der Bundesagentur für Arbeit hervor. Die weitaus stärksten Verflechtungen gibt es mit den Großstädten Bremen und Hamburg.

Die Fahrt von und zum Arbeitsplatz erzeugt im Landkreis Rotenburg Tag für Tag eine Menge Verkehr, denn die allermeisten legen die Strecke schon mangels Alternative mit dem Auto zurück. Die Mehrheit der hier lebenden 63.638 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten arbeitet zwar innerhalb der Kreisgrenzen, immer mehr jedoch haben außerhalb eine Stelle. Die Zahl der Pendler steigt – in beide Richtungen.

23.486 Frauen und Männer haben laut Statistik der Agentur für Arbeit ihren Arbeitsplatz außerhalb der Kreisgrenze. Das entspricht einer Quote von 37 Prozent. Zum Vergleich: Vor drei Jahren waren es 21.600. Dabei sind es mehrheitlich Männer, die den Weg in die Nachbarregionen antreten. Die weitaus meisten pendeln nach Bremen (4.899) und Hamburg (3.428) sowie in die Landkreise Verden (3.164) und Stade (2.631). Auch die Nachbarkreise Osterholz (1.496), Heidekreis (1.477) und Harburg (1.138) locken viele Arbeitskräfte aus Rotenburg an, in Cuxhaven sind es mit 637 deutlich weniger. Den Weg nach Bremerhaven nehmen jeden Tag 470 Kreisbewohner auf sich, 421 fahren sogar in die Region Hannover.

Auf der anderen Seite pendeln 13 578 Personen in den Landkreis Rotenburg ein. Vor drei Jahren waren es noch 12 160. Bei 53 730 sozialversicherungspflichtigen Stellen ergibt sich eine Einpendlerquote von 25 Prozent.

Vor allem Bewohner aus den Landkreisen Verden (2.060) und Stade (1.844) haben ihren Arbeitsplatz im Bereich zwischen Bremervörde und Visselhövede. Aus dem Heidekreis kommen 1.521, aus Cuxhaven 1.184 Beschäftigte. Aus Bremen reisen 1123, aus Hamburg 439 Frauen und Männer an. 896 Osterholzer und 679 Harburger haben im Landkreis Rotenburg ihren Arbeitsplatz – und sogar 277 Personen aus dem Kreis Diepholz. Aus Bremerhaven legen 148 Arbeitnehmer den Weg in den Landkreis zurück. Vor allem Zeven und Rotenburg ziehen viele Arbeitskräfte an. Unterm Strich gibt es deutlich mehr Aus- als Einpendler. Allein im Vergleich mit dem Landkreis Cuxhaven und mit dem Heidekreis hat Rotenburg einen positiven Pendlersaldo. Mit allen anderen Landkreisen in der Region ist der Saldo laut Statistik der Bundesagentur für Arbeit negativ.

Sorge um „Schlafdörfer“

Dass so viele Kreisbewohner ihre Arbeitsstelle außerhalb des Landkreises haben, beschäftigt regelmäßig auch die Politik im Landkreis. Viele Aspekte spielen eine Rolle. Etwa die, wie eine Freiwillige Feuerwehr organisiert werden kann, wenn so viele Bewohner tagsüber gar nicht in der näheren Umgebung sind. Und auch die Gefahr, dass sich Ortschaften zu reinen Schlafdörfern entwickeln, bereitet Sorge. Hier geht es um die Bindung zum Wohnort.

Ein weiterer wichtiger Punkt: Wie können so viele Menschen möglichst umweltschonend und ohne Stau die Strecken von und zum Arbeitsplatz bewältigen? Ein wichtiger Aspekt ist hier der Öffentliche Personennahverkehr. Gerade für Ortschaften ohne Bahnanschluss suchen Landkreis und Gemeinden hier nach Möglichkeiten insbesondere in Richtung Bremen und Hamburg.

Die Mitgliedschaft von Kommunen im Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen steht in diesem Zusammenhang ebenso wie die sich anbahnende Lösung in Richtung Hamburger Verkehrsverbund (HVV). Günstige Tarife und gute Takte sollen das Pendeln mit Bus und Bahn attraktiv machen. Schnellbuslinien wie die 630 von Zeven über Tarmstedt nach Bremen können dazu beitragen. Bei der Erarbeitung des neuen Nahverkehrsplans wird genau über solche Themen im Kreistag diskutiert. 

zz

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