Weihnachtsmärchen in den Rotenburger Werken / Neun Aufführungen

Da ist Inklusion zu erleben

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Die Vorbereitungen für das Weihnachtsmärchen sind abgeschlossen, jetzt laufen die Aufführungen im Haus Niedersachsen.

Rotenburg - Jedes Jahr zu dieser Zeit geht es in den Rotenburger Werken kreativ zu. Es wird gesungen und getanzt, gehandwerkelt und geschauspielert – die Vorbereitungen für das Weihnachtsmärchen sind abgeschlossen, jetzt laufen die Aufführungen im Haus Niedersachsen, neun insgesamt.

„Für uns dauert das Projekt gut drei Wochen. Eine proben wir, in den anderen beiden haben wir Aufführungen“, verrät Lisa Itzek. Die junge Frau ist Schülerin an der evangelischen Fachschule des Diakonissen-Mutterhauses, die gemeinsam mit Menschen aus den Rotenburger Werken ein Stück auf die Beine stellt.

„In diesem Jahr haben wir die Rollen für das Märchen schon im Vorfeld klar zugewiesen, sodass die einzelnen Gruppen direkt am ersten Tag loslegen konnten“, gibt Sabine Sievers, Schulpastorin und Oberin am Mutterhaus, einen Einblick. In der Vorbereitungsphase gibt es vier Gruppen, denen sich die 44 Schüler aus den zwei Abschlussklassen des Erzieher-Jahrgangs, sowie Bewohnerinnen und Bewohner der Einrichtung für Menschen mit Behinderung, nach Belieben zuordnen konnten. Die Ergebnisse der Tanz-, Gesang-, Bühnenbild- und Schauspielgruppe „fügen sich am Ende dann zum fertigen Weihnachtsmärchen zusammen“, so Sievers.

Bereits am ersten Probentag gab es in Räumen der Lindenschule und im Haus Niedersachsen einiges zu sehen. Die Tanzgruppe wurde mit Kutten und Tannenzweigen ausgestattet, um „das Gefühl für die entsprechenden Bewegungen von Anfang an drin zu haben“, erklärt Anne Waurich, Heilerziehungspflegerin und Choreografin des Märchens. Sie hat Spaß an dem Projekt und schätzt vor allem, dass die Beteiligten Synergien nutzen können. Waurich: „Jeder kann eben Dinge, die ein anderer nicht kann.“ Schauspieler Sebastian Tyranski zieht aus der seit Jahren bestehenden Kooperation auch für seinen weiteren Werdegang etwas Positives: „Ich habe Sonderpädagogik als Wahlfach in der Schule. Deshalb ist dieser Kontakt zu Menschen mit Behinderung auch für meine Zukunft interessant.“

Und genauso wie jedes Jahr ein neues Stück geprobt und Gesang einstudiert wird, gibt es auch 2015 ein exklusiv angefertigtes Bühnenbild. „Zu unseren Aufgaben gehört der Aufbau der Bühne und das Bereitstellen der Requisiten. So, dass die Schauspieler eben nur noch ins Bild hüpfen müssen“, gibt Yannick Westdorp, Team Bühnenbild, einen Einblick. Sein Kollege Tobias Rademaker ergänzt: „Und bei den Aufführungen sind wir für die Beleuchtung zuständig. Wir setzen zum Beispiel den Spot auf die handelnden Personen.“ Für Henrik Pröhl, einer der Initiatoren des Projekts, ist immer wieder verblüffend, wie das fertige Stück letztlich vor über 2000 Menschen über die Bühne geht. „Natürlich gehen die Vorbereitungen über diese drei aktiven Wochen hinaus“, so Pröhl, „es steckt mehr Arbeit dahinter, als sichtbar wird. Umso schöner ist es, wenn alles glatt läuft und alle Beteiligten und Zuschauer ihren Spaß haben.“

Sabine Sievers fasst die Kooperation zusammen: „Auf diese Art kann Inklusion erlebt werden. Hier arbeiten alle auf ein gemeinsames Ziel hin, helfen und unterstützen sich gegenseitig und schaffen etwas Tolles.“

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