Gelungene Bilderschau der Rotenburger Künstlerin Larissa Scheermann an ihrem Tag des offenen Ateliers

„Wege und Menschen“: Flucht und Vertreibung

Bei ihrem Tag der offenen Galerie präsentierte die Künstlerin Larissa Scheermannn Werke ihres jüngsten Schaffens. Die Geigerin Swetlana Kruse untermalte die Schau musikalisch. - Foto: Klein

Rotenburg - Sie nennt ihren alljährlichen Tag der offenen Galerie eine „Oase der Begegnung“, und diesmal, am Sonntag, wollten sich offenbar viele interessierte Kunstfreunde bei der Malerin Larissa Scheermann begegnen. In ihrem Haus an der Saalestraße in Rotenburg herrschte bei über mehrere Stunden Hochbetrieb. Bei entspannter Atmosphäre, Kaffee, selbstgemachtem Kuchen und erlesener Live-Musik stellte die renommierte Künstlerin Werke ihrer jüngsten Schaffensperiode vor.

Larissa Scheermann, gebürtig in Alma Ata, Kasachstan, lebt und arbeitet seit 1990 in Rotenburg. Sie war viele Jahre Meisterschülerin des Moskauer Avantgardisten Nikolaj Estis und hat es im Laufe der Jahre inzwischen selbst zur anerkannten Meisterin ihres Metiers geschafft. In ungezählten Einzel- und Gruppenausstellungen im norddeutschen Raum und weit darüber hinaus präsentierte Larisa Scheermann ihre unverwechselbaren, hintergründigen und in metaler Inspiration entstandenen Bilder. Flucht und Vertreibung spielen thematisch eine dominante Rolle in den Arbeiten der Wahl-Rotenburgerin. Sie stellt ihre Farben selbst her, wie es in der russischen Ikonenmalerei seit jeher üblich war und ist. Das grafische Werk umfasst Kohle- und Tuschezeichnungen, Monotypien und Malerei in Tempera.

In ihrer Bilderschau im Wohnhaus der sechsköpfigen Familie Scheermann wurde die Künstlerin einfühlsam von zwei Künstlerinnen aus dem musischen Bereich unterstützt. Swetlana Kruse, Geigerin aus Hassendorf, intonierte am Nachmittag Schostakowitsch (Romance), Sveridow (Elegie), Saint Saens (Schwan), Vivaldi und Bach (Air) mit traumhaften Melodien aus ihrer jeweiligen Epoche. Die junge Trompeterin Lisa Tannous aus Rotenburg unterhielt die Atelierbesucher am Vormittag mit ausgesuchten, sanften und bisweilen atmosphärisch gehauchten und eingängigen Melodien.

Zurzeit stellt Larissa Scheermann in der Zentralbibliothek in Bremen aus. In der Wall-Galerie, Am Wall 201, in der Hansestadt können gut zwei Dutzend ihrer Bilder, darunter auch Collagen und ein Objekt, bewundert werden. Ihr Thema „Wege und Menschen: emigriert, geflüchtet, vertrieben“ orientiert sich an das Hauptthema der Bibliothek im Jahr 2016 „Flucht und Integration“. Die Thematik der Flucht, der Vertreibung, der Emigration und die urbane Vereinsamung des einzelnen Menschen spielen seit Jahren Schwerpunkte in den inspirierten Arbeiten von Larissa Scheermann. Finissage an gleicher Stelle ist übrigens terminiert auf Donnerstag, 25. August, 19 Uhr. - M

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