Julien Backhaus veröffentlicht drittes Werk „Bullshit Rules“

Weg mit den schwachsinnigen Regeln!

Julien Backhaus.
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„Es ist das erste Buch, das ich komplett alleine geschrieben habe“, sagt Medienunternehmer und Autor Julien Backhaus.

Julien Backhaus rechnet mit „Bullshit Rules“ ab. Welche Regeln zu brechen sind, um erfolgreich zu sein.

Rotenburg – 20 sind es, sagt Julien Backhaus. 20 hellblaue Hemden, 20 beige Hosen, dazu zwei blaue Sakkos. „Das macht das Leben einfacher.“ Also doch eine Regel, die sich der 34-jährige Medienunternehmer aus Waffensen auferlegt, zumindest den eigenen Kleiderschrank betreffen: Das Outfit ist zum Markenzeichen des jungen Mannes geworden, der sich mit seinem am Rotenburger Flugplatz ansässigen Unternehmen seit Jahren um „Erfolg“ kümmert.

Zeitschriften, Videoportal, Beratung, Speakeraufträge – die Schauplätze, auf denen sich Backhaus mit seinen rund 20 Mitarbeitern tummelt, sind vielfältig. Damit protzt er gerade in den sozialen Medien auch gerne, Eigenlob stinkt? Blödsinn: „Wer nicht lernt, seine eigenen Qualitäten zu loben, wird meist übergangen und übersehen“, heißt es in Backhaus’ nunmehr drittem Buch. „Bullshit Rules“ hat er es genannt, es listet 50 Alltagsregeln und Weisheiten auf, die wir brechen sollten, um mehr Erfolg zu haben.

Lieber reich und unglücklich als arm und unglücklich

Schon mit dem vorherigen Buch, vor gerade einmal 15 Monaten erschienen, hatte Backhaus einige Regeln gebrochen und damit angeeckt. „Ego“ hieß es und befasste sich mit den positiven Seiten des Egoismus. Darf man denn egoistisch sein? Klar darf man, sagt Backhaus, wenn man andere dadurch nicht schädigt. Die, die er beruflich trifft und porträtiert, machten das schließlich vor. Backhaus spricht von „Milliardären und Superstars“, in deren Kosmos er sich gerne aufhalte, „die meisten kommen mir superhappy vor“. Geld macht natürlich nicht allein glücklich – aber unglücklich zu sein sei doch besser, wenn man reich und nicht arm ist. Es sind Weisheiten wie diese, die Backhaus rhetorisch geschliffen gerne und oft – auch ungefragt – von sich gibt, dabei manchmal etwas altklug-oberlehrerhaft auftritt, aber im nächsten Moment lacht er dann schon wieder über sich selbst und hört genau zu, interessiert sich fürs Gegenüber. Seine Aufgabe sei es schließlich, zuzuhören. Und so sei eine Regel, die eben doch unbedingt zu befolgen ist: Lernen! „Wir können im Leben sehr viel richtig machen, wenn wir lernen, wie es andere hinbekommen haben“, sagt er. „Wenn man die Erfolgsmechanismen kopiert, kann es klappen – das ist doch beim Schwimmenlernen nicht ganz anders.“ Auf alledem beruhe auch das, was er beruflich mache. Dabei könne man dann getrost wieder andere Regeln über Bord werfen, die auf dem Weg zum Erfolg nur bremsen. „Vermeide Fehler“ und „Mach keinen Fehler zweimal“: Das halte doch nur davon ab, neue Dinge auszuprobieren. Man falle halt mal auf die Nase, aber wenn Neues es wert sei, müsse man dafür ausprobieren und es trainieren. „Man braucht Mut für die Fehler, die passieren werden“, stellt Backhaus allzu großer Vorsicht entgegen.

Regeln sind latent im Leben vertreten – wir stellen sie viel zu selten infrage.

Julien Backhaus

„Schuster, bleib bei deinen Leisten“, „Rede nur, wenn du gefragt wirst“, „Wenn du willst, dass es erledigt wird, mach es selbst“. Viele „Bullshit Rules“, die Backhaus jeweils auf ein bis zwei Seiten im lockeren Plauderton bekämpft, scheinen noch direkt aus der Kindheit zu kommen. Und sie haben sich tief ins berufliche Leben eingefressen, bedauert der Autor. Natürlich ist nicht jede Weisheit im Buch eine tiefgründige, über manches ließe sich diskutieren, und so sagt auch Backhaus selbst, er habe eigentlich „eher eine Streitschrift“ im Taschenbuchformat verfasst. Etwas, das man „flott lesen“ kann nach seinem letzten Buch, das eher „schwere Kost“ gewesen sei. Er habe ein „Sommerbuch“ schreiben wollen, „etwas für den Pool“. Dann hätte er doch auch einen Liebesroman schreiben können? Backhaus lacht. „Mein Thema ist eher der Erfolg.“

Doch noch ein Liebesroman?

Dass sich dieser durchaus einstellt, wenn man einen Plan hat und diesen durchzieht, zeigt die erste Woche nach der Veröffentlichung des Buchs. „Bullshit Rules“ steht in der Spiegel-Bestsellerliste im Bereich Taschenbuch auf Platz 23. Ein Erfolgsprojekt, auf dass man doch aufbauen könnte mit weiteren Plänen. Aber auch da bremst Backhaus, bricht hier mit dem unternehmerischen Ansatz, immer weit vorausschauend zu agieren. „Ich will nicht in Luftschlössern von morgen leben“, sagt er, er sei vielmehr selbst gespannt, wohin die Reise gehe. „Man muss nicht langfristig denken“, beteuert er, was gestern galt, habe heute oft keine Bedeutung mehr. „Du hast nur diesen Moment in der Hand“, formuliert er pathetisch – und das könnte dann doch auch aus einem Liebesroman stammen.

Das Buch

„Bullshit Rules – 50 Regeln, die Sie brechen müssen, um Erfolg zu haben“ von Julien Backhaus ist im Finanzbuchverlag erschienen und kostet 15 Euro.

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