Wechsel im Vorstand der Wirtschaftssenioren im Landkreis Rotenburg

Neue Akzente und Ideen

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Neuer und alter Vorstand: Hans-Adolf Hildebrandt (l.), Manfred Burfeind, Gerd Hachmöller, Helmut Mencke und Lüder Scholz.

Rotenburg - Von Inken Quebe. Seit Vereinsgründung im Jahr 2006 standen Hans-Adolf Hildebrandt als Vorsitzender und Lüder Scholz als Kassenwart an der Spitze des Wirtschaftsseniorennetzwerkes im Landkreis Rotenburg. Das ändert sich nun: Bei der Jahreshauptversammlung haben die beiden ihre jeweiligen Ämter an die Nachfolger übergeben.

Auf den früheren Volksbank-Vorstandsvorsitzenden Hans-Adolf Hildebrandt folgt Manfred Burfeind aus Sittensen, der vor seinem Ruhestand Geschäftsführer eines Holzhandelunternehmen in Hamburg war. Als neuer Kassenwart wurde Helmut Mencke aus Rotenburg gewählt, der in der Commerzbank tätig war. Sein Vorgänger Lüder Scholz hat früher die Stadtwerke Stade geleitet. Als Konstante bleibt Gerd Hachmöller von der Verwaltung des Landkreises Rotenburg Schriftführer im Vorstands-Trio erhalten.

Das Ziel bei der Gründung des Vereins war es, die eigene Erfahrung weiterzugeben, erklärt Hildebrandt. „Junge Menschen sollen einen Fehler einmal machen, ihn aber nicht wiederholen“, macht er deutlich. Es kommen dabei nicht nur Existenzgründer auf den Zusammenschluss der ehrenamtlichen Berater zu, sondern auch Firmen, die beispielsweise Fragen zu Investitionen haben, oder Familienbetriebe, die ihre Nachfolge regeln müssen.

„Es ist für alle eine Win-Win-Situation: Für die Firmen, weil sie Unterstützung bekommen, und für uns Senioren, wenn wir merken, dass wir erfolgreich geholfen haben“, beschreibt Hildebrandt das Prinzip. Es sei schön, dass man trotz des Ruhestandes noch am Wirtschaftsleben teilnehmen könne. Auch wenn es mit ihm und Lüder in den neun Jahren seit der Gründung eine Konstante gegeben hat, sei es nun Zeit für etwas Neues gewesen: „Es sollten neue, jüngere Leute in den Vorstand – mit neuen Ideen“, sagt Hildebrandt.

Die Einarbeitung sei schnell verlaufen. Burfeind habe bereits seit einigen Wochen an Veranstaltungen teilgenommen und sich vorgestellt – ein fließender Übergang sozusagen. Er und Mencke kündigen an, den Weg der Vorgänger weiterverfolgen zu wollen. „Aber wir wollen auch neue Akzente setzen“, berichtet Mencke. Burfeind ergänzt, dass der Verein bekannter werden will. Im Jahr 2015 hatte das Netzwerk 35 Beratungsfälle, seit 2006 waren es insgesamt mehr als 300, heißt es. Insgesamt, schätzt Gerd Hachmöller, bestünden noch mehr als die Hälfte der Unternehmen, die die Senioren bei der Existenzgründung beraten hätten. Damit liege man über dem Durchschnitt, meist bliebe nur eines von dreien erhalten. „Aber wir beraten auch nicht jeden Gründer“, sagt er.

Manche Idee habe man schon abgelehnt, weil sie schon von Beginn an nicht umsetzbar gewesen sei. „Das Gute ist, dass wir nicht davon leben, sondern es ehrenamtlich machen. Wir denken nicht an unseren eigenen Erfolg“, erklärt Lüder Scholz. „Die wirtschaftliche Unabhängigkeit erlaubt es uns, auch mal von einer Idee abzuraten“, erklärt Gerd Hachmöller.

Bei den Wirtschaftssenioren des Landkreises Rotenburg, die derzeit 18 Mitglieder zählen, kommt eine breite Palette an Berufe zusammen. Neben früheren Managern großer Industrie- und Versorgungsunternehmen finden sich Bankvorstände, Marketing- und Gastronomiespezialisten, Handwerker sowie Generalisten aus der Wirtschaft. Je nachdem aus welcher Branche die Anfrage kommt, werde ein Berater vermittelt, erklärt Schriftführer Gerd Hachmöller. Aber auch, dass die persönliche Beziehung zwischen Unternehmer und Berater nicht zu eng sei. Der erste Termin sei kostenlos, jeder weitere Beratungstag koste 100 Euro, um die Verbindlichkeit zu dem Termin zu erhöhen. Von dem Geld finanzieren die Senioren beispielsweise Fortbildungen. Aber das Seniorennetzwerk ist noch auf der Suche nach weiteren Ruheständlern, zum Beispiel aus dem Handwerk. Außerdem suchen sie händeringend nach Frauen für das Netzwerk. Voraussetzung ist, dass die Person vor dem Ruhestand eine leitende Funktion inne hatte – „und ein gesunder Menschenverstand“, sagt Hans-Adolf Hildebrand, der ehemalige Vorsitzende.

Sowohl Hildebrand als auch Lüder wollen dem Netzwerk als Berater erhalten bleiben.

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