Weber will Entscheidung vertagen

Rotenburger Stadtrat stimmt über IGS-Oberstufe ab

Rund 300 IGS-Schüler protestieren vor dem Rathaus für die Oberstufe an ihrer Schule. Foto: Menker

Rotenburg – Rotenburgs Bürgermeister Andreas Weber (SPD) will die Entscheidung über die Einrichtung einer gymnasialen Oberstufe an der Integrierten Gesamtschule (IGS) am Donnerstagabend vertagen. Das hat er am Mittag auf einer Demonstration von IGS-Schülern vor dem Rathaus verkündet. Er wolle Schulleiter Sven Thiemer noch zwei Monate Zeit geben, um mit dem Ratsgymnasium und den Berufsbildenden Schulen verbindlichere Kooperationsgespräche zu führen. Auch sollte der Dauerstreit im Rat beendet werden, damit die Entscheidung für oder gegen die Oberstufe nicht wie im vergangenen Jahr nur mit knapper Mehrheit fällt.

Bis zum 1. November muss der Antrag zur Errichtung einer gymnasialen Oberstufe bei der Landesschulbehörde in Lüneburg vorliegen. Schon im vergangenen Jahr war die Entscheidung zunächst vertagt worden, damals mit der Begründung, die IGS-Frage nicht mit den Haushaltsberatungen zu verknüpfen. 

In den vergangenen Tagen hatte sich aus den Ratsfraktionen erneut eine Mehrheit gegen die Oberstufe formiert. Das Zünglein an der der Waage waren dabei WIR und FDP. Und die ließen nach Gesprächen mit Schulvertretern und Befürwortern aus Reihen der SPD verlauten: „Es wurde deutlich, dass die Schülerzahlen derzeit noch nicht ausreichend sind, um drei Oberstufen zu bedienen, Kooperationen sind somit unumgänglich.“ Für diese, so hieß es, müssten aber erst intensivere Gespräche geführt werden. Nach Webers Auffassung, so ließ er bei der Demo am Mittag durchblicken, könnten diese binnen zwei Monaten abgeschlossen werden.

Die IGS-Schülersprecherinnen Tiziana Ehlen und Judith Kruschinski sprechen während der Demonstration. Foto: Menker

Dass die IGS eine Oberstufe brauche, daran gebe es aber keinen Zweifel, so der Verwaltungschef. Er bemühte dafür erneut das Bild eines „Hauses ohne Dach“, sollte der Weg zum Abitur an der IGS verbaut bleiben. Weber hofft, dass die Kritiker mit den Ergebnissen der geforderten Kooperationsgespräche umgestimmt werden. Es dürfe „keine Spaltung in Rotenburg“ geben, was die Bildungslandschaft betrifft. „Die dagegen sind, müssen auch überzeugt werden“, sagte er in Richtung der rund 300 Schüler. Auch die Schulleitungen dürften nicht gegeneinander arbeiten. Erst am Dienstag hatte BBS-Rektor Wolf Hertz-Kleptow bemängelt, bislang keine Gesprächsangebote erhalten zu haben. Dieses Vorgehen habe ihn „erstaunt“, er sei gar „traurig, dass wir nicht eingebunden werden“.

Befürworter der IGS-Oberstufe rufen zu Kundgebung auf

Vor der Ratssitzung am Abend haben die Befürworter der IGS-Oberstufe ab 19 Uhr erneut zu einer Kundgebung vor dem Rathaus aufgerufen. Die öffentliche Ratssitzung beginnt dann um 19.45 Uhr mit der Bürgerfragestunde. Es dürfte ein langer Abend werden.

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