Kapazitäten reichen nicht mehr aus

Rotenburger Werke bauen eine neue Wäscherei

Keno Behrends (v.l), Leiter der zentralen Dienste in den Rotenburger Werken, Wäscherei-Bereichsleiter Hans-Ulrich Steinkopf sowie Thorsten Tillner, Vorstand Finanzen, freuen sich schon auf die neue Wäscherei. Denn in der jetzigen ist es viel zu eng. - Fotos: Menker

Rotenburg - Von Guido Menker. An der Wand im Besprechungsraum hängen noch die Bilder aus den 30er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Sie bieten einen Einblick in die alte „Waschküche“ der Rotenburger Werke. Doch seit nunmehr rund 25 Jahren entwickelt sich diese mehr und mehr zu einem modernen Textildienstleister. Bei eben dieser Entwicklung kann die 1974 eingerichtete Wäscherei aber schon lange nicht mehr mithalten.

Die Rotenburger Werke errichten daher von August an einen Neubau an einem ausgelagerten Standort: Künftig steht die Wäscherei im Gewerbegebiet Hohenesch – also vor den Toren der Stadt. Ein Millionenprojekt. Und: „Eine Entscheidung für Rotenburg und unsere Mitarbeiter“, betont Keno Behrends, Leiter der zentralen Dienste.

„Wir haben uns im vergangenen Jahr sehr intensiv mit der Frage beschäftigt, wie wir unseren Standort hier in der Stadt weiterentwickeln können und wollen“, sagt Thorsten Tillner, Vorstand Finanzen der Rotenburger Werke. Denn schon von außen ist erkennbar: Die Wäscherei in unmittelbarer Nähe zur neuen Cafeteria ist geprägt vom Charme der 70er-Jahre. „Und drinnen ist es viel zu eng“, fügt Hans-Ulrich Steinkopf als Betriebsleiter der Wäscherei hinzu. Rollcontainer stehen überall dort, wo noch ein Platz zu finden ist. Ursprünglich sei diese Wäscherei für eine Tagesleistung von fünf bis sechs Tonnen Wäsche konzipiert worden. Aber „Waschküche“ war einmal: Heute verarbeiten die 100 Beschäftigten – 86 Mitarbeiter des ersten Arbeitsmarktes sowie zwölf bis 14 Menschen mit Behinderungen – etwa das Doppelte. „Das entspricht ungefähr 2 500 Ladungen in einer haushaltsüblichen Waschmaschine.“

Hotels und Seniorenheime, Krankenhäuser sowie die Bundeswehr: Der Kundenstamm ist inzwischen groß. „Unser Einzugsgebiet hat mittlerweile einen Radius von rund 200 Kilometern“, berichtet Keno Behrends. Neun Lastwagen sind jeden Tag unterwegs, um den Kunden die frisch gereinigten Textilien – im Bedarfsfall bereits personenbezogen sortiert – anzuliefern. Künftig knattern die Laster aber kaum noch durch die Innenstadt. Tillner spricht von einem nachhaltigen Neubau. Und das auf mehreren Ebenen. Der Neubau beinhaltet alles, was heute gebraucht wird. Die Rampe bietet Platz zum gleichzeitigen Be- und Entladen von bis zu zehn Lastwagen, für Sozial- und Büroräume sind 750 Quadratmeter geplant, der gesamte Bau hilft, mit einer optimierten Energieversorgung Energie, Wasser und Abwasserkosten zu sparen. 

Die Wäscherei auf dem Werke-Gelände „glänzt“ mit dem Charme der 70er-Jahre und ist inzwischen viel zu klein für den Betrieb.

Darüber hinaus bietet die neue Waschstraße größere Kapazitäten, der Transport der Wäsche auf der unreinen und auf der reinen Seite zum nächsten Prozessschritt erfolgt über automatische und programmgesteuerte Hängebahnsysteme. Es wird eine großzügige Cafeteria und Sozialräume geben. Die Arbeitsgruppe der Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) findet sich dann ebenfalls in der Produktion wieder, die räumliche Trennung gehört dann der Geschichte an. „Das ist gelebte Inklusion“, sagt Tillner. Möglich mache der Neubau außerdem einen Schichtbetrieb. Die Wäscherei profitiere zudem von der Nähe zur Autobahn. Und: Die Arbeitsplatzgestaltung erfolgt unter der Berücksichtigung neuester Erkenntnisse. Daraus ergebe sich eine körperlich geringere Belastung an einer ganzen Reihe von Maschinenarbeitsplätzen. Ein Großteil der Maschinen zieht mit um.

Aber was passiert mit der jetzigen Wäscherei? Ein Abriss ist geplant, nachdem der Umzug bei laufendem Betrieb vollzogen ist. Und dann? „Es gibt viele Ideen“, sagt Thorsten Tillner. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen. Das Kerngelände der Werke soll attraktiver werden. Es handele sich um ein großes Areal, das viele Möglichkeiten biete. Tillner will „die Stadt reinholen“, wie immer das auch aussehen kann. Die Werke wollen mit der Stadtplanung und potenziellen Investoren in den Dialog gehen. Es gehe auch um Wohnqualität. Tillner: „Möchten Sie gerne neben einer Wäscherei wohnen?“

Es gehe um die Suche nach einer „verträglichen Nutzung“. Da seien die Werke ganz offen. Auch der kulturelle Aspekt könnte berücksichtigt werden. Es gehe darum, die Lücke gut zu füllen, und „was für die Stadt und uns zu erreichen“, so Tillner.

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