Cohn-Scheune und Schäferhaus bleiben weiter dicht

Sie warten noch ab

Neustart im Juni: Die Rotenburger Cohn-Scheune kann aber nur wenige Besucher aufnehmen. Fotos: Menker

Rotenburg – Museen dürfen ihre Türen für Besucher wieder öffnen – unter Einhaltung der nach wie vor geltenden Regeln in Sachen Abstand und Hygiene. Sowohl das jüdische Museum in der Cohn-Scheune am Kirchhof als auch das Rudolf-Schäfer-Haus an der Großen Straße in Rotenburg bleiben zunächst allerdings weiter geschlossen. In beiden Fällen warten die Fördervereine noch etwas ab, ehe sie den Betrieb in ihren Einrichtungen wieder aufnehmen.

„Da wir einiges vorbereiten müssen, haben wir den Plan, die Cohn-Scheune erst im Juni auf Probe wieder für Besucher zu öffnen. Wenn alles klappt, soll es am Sonntag, 7. Juni, von 14.30 bis 17 Uhr wieder losgehen.“ Das teilt die Vorsitzende des Fördervereins der Rotenburger Cohn-Scheune, Inge Hansen-Schaberg, auf Anfrage mit. Zunächst fange man damit an, dass das Museum nur am Sonntagnachmittag besucht werden kann; die Mittwochsöffnungszeiten fallen weg. Mit Blick auf die geforderten Abstands- und Hygieneregeln orientiere man sich an der Handlungsempfehlung des Museumsverbands Niedersachsen und Bremen für die schrittweise Öffnung. „Da pro zehn Quadratmeter nur eine Person zugelassen ist, dürfen sich maximal drei Personen in dem unteren Ausstellungsraum aufhalten, im oberen Ausstellungsraum lediglich zwei Personen“, so Hansen-Schaberg. Da das Team die Museumsdienste zu zweit erledige, können nur maximal drei Personen gleichzeitig hereingelassen werden, und zwar durch die Nebentür, „damit wir den Zutritt steuern, die Abstandsregeln einhalten und die große Tür als Ausgang nutzen können“. Für alle bestehe Maskenpflicht, und der Aufenthalt im Museum sei zu dokumentieren. „Außer den Desinfektionsmitteln stellen wir Einmalhandschuhe zur Verfügung, die benutzt werden müssen, damit die Einsteckpappen mit den ergänzenden Informationen an den Ausstellungssäulen weiterhin in die Hand genommen werden können“, erklärt die Vereinsvorsitzende. Die Computer und auch die Hörstation dürften nicht benutzt werden. Jeweils nach dem Ende der Öffnungszeit müssen Türgriffe und Treppengeländer desinfiziert werden.

Der Förderverein habe eine große Anzahl von Mitgliedern, die regelmäßig Museumsdienste übernehmen. Hansen-Schaberg: „Zurzeit achten wir aber darauf, dass Personen mit einem erhöhten Risiko nicht daran teilnehmen.“ Vor diesem Hintergrund fügt die Vorsitzende hinzu: „Zum Glück haben wir mit der Open-Air-Ausstellung ,Am Ende des Tunnels’ über die Kindertransporte 1938/39 nach Großbritannien ein kulturelles Angebot für die Stadt Rotenburg organisiert. Es ist in unmittelbarer Nähe der Cohn-Scheune auf der Grünfläche an der Stadtkirche frei zugänglich, kann trotz der Pandemie bis zum 30. September besichtigt und hoffentlich von den Schulen für die Projektarbeit genutzt werden.“ Alle anderen zum zehnjährigen Bestehen der Cohn-Scheune geplanten Veranstaltungen der Kulturwerkstatt mussten erst einmal auf Eis gelegt werden.

Der Rudolf-Schäfer-Verein kann zurzeit keinen Termin für die Wiedereröffnung nennen. Das teilt der Vorsitzende Ernst-Ulrich Pfeifer mit. Diese Fragen kämen bei der für demnächst terminierten Vorstandssitzung auf die Tagesordnung. Öffnungszeiten, Ferienprogramm, Looks-Abend und Matinee – das alles werde davon abhängig sein, „wie wir jeweils mit den geltenden und notwendigen – unsere Mitglieder und Besucher sind mehrheitlich im gefährdet bewerteten Alter – Hygiene- und Abstandsregeln im Rudolf-Schäfer-Haus umgehen können beziehungsweise müssen“, so Pfeifer. Und das sei auch ein Problem des Besucherdienstes und der Aufsichten. Man habe zudem die Jahreshauptversammlung, bei der der Verein sein zehnjähriges Bestehen feiern wollte, verschieben müssen. Auch diese gilt es zu einem geeigneten Termin und unter hinreichend sicheren Umständen nachzuholen. Pfeifer: „Das Rudolf-Schäfer-Haus steht für familiäre Nähe, wenn Sie so wollen. Just in dieser Corona-Phase gereicht diese so wertvolle Atmosphäre unseren Möglichkeiten nicht unbedingt zum Vorteil. Auch hierüber denken wir nach: Wie entwickeln wir aus der Geborgenheit des Hauses jenseits, am Rande des Massenstromes, ein positives Alleinstellungsmerkmal?“

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