Sparkassen-Projekt auf Postgelände nimmt Form an

Wandel in der Innenstadt

Schon im kommenden Jahr wird das alte Postgebäude in der Rotenburger Innenstadt verschwinden. Die Sparkasse Rotenburg-Bremervörde plant hier Millionen-Investitionen. - Foto: Menker

Rotenburg - Von Michael Krüger. Die Rotenburger Innenstadt wird ihr Gesicht verändern. Vor einem Jahr hatte die Sparkasse Rotenburg-Bremervörde bekannt gegeben, dass sie die Postimmobilie in zentraler Lage an der Ecke Große Straße / Nödenstraße gekauft hat. Seitdem laufen die Planungen, was und wie investiert wird und welche Nutzungsmöglichkeiten es gibt. Erste Details sind jetzt bekannt. Auch eine neue Seniorenresidenz in der Innenstadt ist im Gespräch.

Rotenburgs Bürgermeister Andreas Weber (SPD) hatte sich im vergangenen Jahr nach Bekanntwerden des Deals begeistert gezeigt, dass ein lokaler Investor die Innenstadtenwicklung maßgeblich mit auf den Weg bringen will. Das 1975 erbaute Gebäude war seit mehr als 15 Jahren im Eigentum internationaler Investoren, zuletzt bei einem kanadischen Immobilienfonds. 5 200 Quadratmeter groß ist das Grundstück, den Kaufpreis hatte Sparkassen-Vorstand Stefan Kalt auf einen „kleinen einstelligen Millionenbereich“ taxiert. Als Investor und Projekt-Entwickler müsste die Bank weitere fünf bis zehn Millionen Euro in die Hand nehmen, hieß es.

Auch wenn die Unterschriften mit möglichen Partnern noch nicht fix sind, kristallisiert sich heraus, dass die Sparkasse selbst mit ihrer Rotenburger Zentrale vom Pferdemarkt auch ins Zentrum ziehen will. Da das gesamte Hintergrundgeschäft der Bank ohne direkten Kundenkontakt im kommenden Jahr in den zentralen Neubau nach Zeven wandert, werden in der Sparkassen-eigenen Immobilie am Pferdemarkt viele Büros frei.

Diese plant – zumindest vorübergehend – die Rotenburger Polizei zu beziehen. Diese hat mehrere Fachkommissariate, das Präventionsteam, die Analysestelle und die Öffentlichkeitsarbeit bislang im Postgebäude untergebracht. Rund 30 Kollegen arbeiteten dort, bestätigt Polizeisprecher Heiner van der Werp. Und weiter: „Wir verlassen die Post 2017.“ Nach der Übergangszeit, aber dafür seien noch viele Entscheidungen bis hin zum Finanzministerium notwendig, sei es der Rotenburger Wunsch, gemeinsam mit der Sparkasse wieder an die Große Straße zu ziehen.

Und der Standort Pferdemarkt? Der ist, so ist zu vernehmen, für ein Senioren- und Pflegeheim ins Blickfeld der Residenz-Gruppe Bremen geraten. Deren Geschäftsführer Frank Markus bestätigt, dass es „ein interessantes Angebot aus Rotenburg“ gibt, ohne allerdings konkreter zu werden. Man prüfe verschiedene Nachnutzungsmöglichkeiten. Die Verhandlungen befänden sich aber noch in einer „ganz frühen Phase“. Grundsätzlich schaue man sich regelmäßig neue Standorte an.

Die Residenz-Gruppe Bremen hat seit 1988 bundesweit mehr als 70 Bauvorhaben von Pflegeeinrichtungen und Wohnanlagen für Senioren umgesetzt. Ein ganz aktuelles ist die Seniorenresidenz Mühlenhof im Zevener „Mühlenpark“. Rund 16 Millionen Euro investiert die Gruppe dort – mit der Sparkasse Rotenburg-Bremervörde als Partner. Man kennt sich also.

Komplett-Umbau statt Abriss

Die Sparkasse selbst übt sich noch weitgehend in Zurückhaltung. Seit der Bekanntgabe des Kaufs der Immobilie wurden offiziell keine Details bekannt gegeben. Und so heißt es auch jetzt von Pressesprecher Mathias Schröder: „Die Entwicklung verläuft positiv. Die Gespräche mit potenziellen Interessenten befinden sich allerdings in einem vorvertraglichen Gesamtstand. Aus diesem Grund und um den guten Verlauf nicht zu gefährden, können zum jetzigen Stand keine detaillierteren Informationen von unserer Seite veröffentlicht werden.“ Die von der Sparkasse angestrebte Lösung werde aber die Stadtentwicklung positiv beeinflussen.

2017 könnte es nach den vorliegenden Informationen also losgehen. „Hier wird komplett entkernt“, sagt Polizeisprecher Heiner van der Werp. Das Postgebäude bietet derzeit eine Gesamtnutzfläche von 3 700 Quadratmetern. Nach dem Total-Umbau könnte das aber deutlich mehr werden, sagte schon im vergangenen Jahr Sparkassen-Vorstand Kalt: „Eine Verdoppelung der Nutzfläche ist durchaus möglich.“ Neben der Sparkasse dürfte ein Teil davon von den bisherigen Mietern wiederbelegt werden: der Polizei, einem Reisebüro, EWE und der Post mit Postbank. Offizielle Angaben zu möglichen weiteren Geschäften oder Dienstleistungsunternehmen gibt es noch nicht.

Aus dem Rathaus war mehrfach der Wunsch nach Bekleidungsgeschäften auch für jüngere Menschen geäußert worden. Die Verhandlungen laufen aktuell. Klar dürfte aber sein, dass in den Obergeschossen noch Wohnraum „über den Dächern“ Rotenburgs geschaffen wird. Auch das hatte die Sparkasse bereits als Möglichkeit bestätigt.

Mit einer Fertigstellung des Gesamtprojekts wird im Jahr 2020 oder 2021 gerechnet.

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