Serie: Zehn Fragen an die sieben Bundestagskandidaten

Wahlkampfthema Rente: Alle fordern neue Konzepte

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Viele Menschen machen sich Gedanken, ob sie im Rentenalter noch unbeschwert und fröhlich leben können und vor allem, ob das Geld reicht. Die sieben Bundestagskandidaten fordern neue Konzepte.

Rotenburg - Von Jens Wieters. Die Redaktion unserer Zeitung hatte den sieben Direktkandidaten des Wahlkreises 35 Rotenburg I  / Heidekreis für die Bundestagswahl zehn ausgesuchte Fragen zur Bundes- und Weltpolitik gestellt. In loser Reihenfolge veröffentlichen wir die Antworten. Heute geht es um die Frage:

Ist die Rente noch sicher?

Lars Klingbeil (SPD): Nur wenn wir jetzt etwas ändern. Wer sagt, wir brauchen nichts zu ändern, der muss auch ehrlich sagen, was das heißt: sinkende Renten, weniger Netto für alle durch höhere Beiträge und mehr Risiko für Altersarmut. Wir müssen jetzt eingreifen, wenn wir die Renten und die Beiträge stabil halten wollen. Die SPD hat ein Konzept vorgelegt, das vor allem denen helfen würde, die von Altersarmut bedroht sind. Wir müssen jetzt etwas tun. Nicht erst in 20 Jahren.

Kathrin Rösel (CDU): Die Rente ist durch die Rentenreform der Großen Koalition bis 2030 gesichert. Wir brauchen allerdings Konzepte, die auch darüber hinaus das Rentenniveau halten, ohne dass die Beitragszahler über Gebühr belastet werden. Eine CDU-geführte Bundesregierung wird weiterhin eine erfolgreiche Wirtschafts- und Finanzpolitik betreiben, die gute Rentensteigerungen wie in den vergangenen Jahren erst möglich macht.

Hendrik Jürgens (FDP): In Zeiten des demografischen Wandels kommt es insbesondere auf ein hohes Beschäftigungsniveau und gute Steuereinnahmen an, dass die im Umlagesystem finanzierte Rente auf einem erträglichen Niveau sicher ist. Die Arbeitsplätze der Zukunft müssen auch in Deutschland entstehen, damit die Rente sicher bleibt. Darüber hinaus muss private Vorsorge kalkulierbar und sicher sein. Wer später nicht genügend Rente bekommt und Ansprüche auf Sozialleistungen hat, soll diese nicht bei den zuständigen Stellen der Landkreise geltend machen müssen, sondern diese im Rahmen der Rente erhalten.

Ellen Gause (Grüne): Derzeit kann man daran zweifeln. Wenn unsere Forderung nach einem vernünftigen Arbeitseinkommen, von dem man leben kann, erfüllt wird, wird die Rente sicherer. Dazu sollte dann eine Bürgerversicherung kommen, die auch für mehr Gerechtigkeit sorgen wird.

Agnes Hasenjäger (Linke): Die Rente kann sicher sein, wenn alle ohne Beitragsbemessungsgrenze einzahlen. Außer dem demografischen Wandel gibt es schließlich auch den technologischen Wandel, durch den genug für alle da ist, wenn die Werte gerecht verteilt werden.

Günter Scheunemann (Freie Wähler): Die Freien Wähler fordern den Ausbau des Drei-Säulen-Modells. Wir wollen gesetzliche, betriebliche und freiwillige private Vorsorge so aufstellen, dass ein möglichst hoher Rentenanspruch sichergestellt wird. Wir wollen sicherstellen, dass freiwillige betriebliche oder private Vorsorge vom Staat honoriert wird. Der Niedriglohnsektor und die Leiharbeit führen zur Rentenarmut. Leiharbeit sollte eingedämmt werden.

Michael Stewart (AfD): Das kann nur ein Hellseher beantworten. Eine große Eurokrise oder weitere Völkerwanderungen und hier ist gar nichts mehr sicher.

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