Parteien werben nun mit großen Plakaten

Wahlkampf nimmt in Rotenburg Fahrt auf

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Die Laternenpfähle an der Burgstraße gegenüber des Ärztezentrums in Rotenburg sind bei allen Parteien sehr begehrt und schnell vergeben.

Rotenburg - Von Heinz Goldstein. Seit Montag 18.30 Uhr hat auch in Rotenburg der Wahlkampf zur Bundestagswahl an Fahrt aufgenommen. Die Mitglieder der beteiligten Parteien haben damit begonnen, Plakate in der Stadt aufzuhängen, um Werbung für ihre Kandidaten zu machen.

Sie hatten sich im Vorfeld darauf geeinigt, erst nach dem Straßenzirkus La Strada, der am Wochenende über die Bühne gegangen ist, mit der Plakatierung zu beginnen. Nun gibt es Orte und vor allem Laternenpfähle, die besonders begehrt sind. Und darüber gibt es bereits Unstimmigkeiten: Nach Ansicht des CDU-Fraktionschefs im Rotenburger Stadtrat, Klaus Rinck, haben die Sozialdemokraten beim Aufhängen der Plakate – gerade an beliebten Plätzen – zu wenig Rücksicht auf andere Parteien genommen.

SPD: Wird keine Verhinderungsplakatierung geben

„Verhinderungsplakatierung wird es bei uns nicht geben“, äußerte er sich sichtlich verärgert beim Aufhängen der Poster am Dienstagabend. Rotenburgs SPD-Chef Frank Grafe, der die Plakatierung für die Stadt Rotenburg mit einem Team in die Hand genommen hat, erklärte, dass alle Parteien zu dem vereinbarten Zeitpunkt die gleiche Chance gehabt hätten. „Wir können nicht gleichzeitig an allen begehrten Stellen sein, haben aber mit den beliebten Laternenmasten an der Burgstraße beim Ärztezentrum begonnen und jeweils den Kanzlerkandidaten und den Direktkandidaten des Wahlkreises übereinander aufgehängt“, erklärte Grafe. Da sei seiner Ansicht nach noch genügend Platz für andere Parteien gewesen, er kann die Kritik nicht nachvollziehen.

Marje und Frank Grafe hängen an der Burgstraße am Montag exakt um 18.30 Uhr das erste Plakat des SPD-Direktkandidaten für den Bundestag, Lars Klingbeil, auf.

Der SPD-Ortsverein hat 300 Plakate – 150 mit dem Konterfei vom Bewerber für den Wahlkreis, Lars Klingbeil, und 150 mit dem Bild vom Kanzlerkandidaten Martin Schulz. „Davon hängen wir zunächst jeweils 100 auf“, so Grafe. Der Rest werde zur Auswechslung defekter Plakate in Reserve gehalten. Es sei wichtig, für die Wähler zu wissen, welches Gesicht hinter dem Namen auf der Wahlliste verbirgt, nannte Grafe einen Grund, warum er die Plakat-Werbung für wichtig erachtet.

Nach der Bundestagswahl ist vor der Landtagswahl

Nach der Bundestagswahl gehe es wieder vom Neuen los. „Die Plakate für die Landtagswahl müssen aufgehängt werden. Das heißt für uns, dass wir bereits am Dienstag nach den Wahlen mit der Plakatierung der Kandidaten Stephan Weil und Tobias Koch beginnen werden“, so der Sozialdemokrat.

Die hiesigen Christdemokraten haben unter der Leitung von Eike Holsten am Sonntag mit rund 15 Helfern mit der Vorbereitung zur Plakatierung begonnen. Vereinzelt haben sie am Montag mit dem Aufhängen der Plakate von CDU-Kanzlerkandidatin Angela Merkel und der Direktkandidatin des Wahlkreises, Kathrin Rösel, sowie einigen Themenplakaten begonnen. So richtig ging die Aktion aber erst am Dienstagabend los. Neun Helfer gingen an die Arbeit.

Klaus Rinck, Frank Westermann Eike Holsten und Sascha Janßen an der Verdener Straße in Aktion.

Es waren sicherlich schon einige begehrte Stellen besetzt, aber dennoch waren genügend Plätze für das Aufhängen frei, stellte Holsten fest. Die Helfer verteilten sich in der Stadt. Ein Team startete an der Verdener Straße. „Wichtig bei der Wahl ist, dass die Wähler den Namen zur Erststimme lesen. Sie sollen wissen, wenn ich die Stimme ankreuze, wähle ich Kathrin Rösel, die als Konterfei auf dem Plakat zu sehen ist. So bekommt die Kandidatin für den Wähler ein Gesicht“, sieht Holsten einen wichtigen Grund für die Plakatierung. Erst mit dem Aufhängen komme es so richtig ins Bewusstsein der Leute, sich mit den Inhalten der Parteien auseinanderzusetzen.

Falsch angebrachte Plakate darf die Stadt kostenpflichtig entfernen

Ähnlich wird sich die Prozedur für die Landtagswahl abspiele, erklärte er. „Wir werden gleich am Montag nach der Bundestagswahl Zug um Zug die Plakate mit CDU-Kandidaten austauschen, so Eike Holsten, der selbst als Landtagskandidat der CDU im Rotenburger Wahlkreis antritt.

Alle Parteien habe bei der Plakatierung Auflagen des Ordnungsamtes zu erfüllen. Die Standorte der Großflächentafeln sind von der Stadt an der Harburger Straße, Hansestraße, Burgstraße/Bahnhofstraße und Verdener Straße vorgegeben. Eine Firma hat das Anbringen für fast alle Parteien übernommen. Bei den normalen Wahlplakaten ist der gesamte Innenstadtbereich für alle Parteien tabu. Durch die Sondernutzung darf zudem niemand gefährdet werden. Insbesondere dürfen Fußgänger und Radfahrer nicht behindert werden. Verboten ist das Anbringen an Verkehrszeichen, Bushaltestelle, auf Verkehrsinsel und Kreiseln. Zudem muss ein Abstand von 15 Metern vor Ampeln gewahrt bleiben, und auch das Anbringen an Bäumen und Brückengeländern ist verboten. Die Stadt ist berechtigt, falsch angebrachte Plakate kostenpflichtig zu entfernen. Darauf sind alle Parteien hingewiesen worden.

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