Aktivtag am Rotenburg Weichelsee

Wahlkampf mit Bierdeckel

Bürgermeisterduell im Wikingerschach mit Torsten Oestmann
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Trotz Treffsicherheit musste sich Torsten Oestmann, hier mit seinem Familienteam, gegen Frank Holle mit den Mistböcken geschlagen geben.

Rotenburg – Weinköniginnen, die mit Bierdeckeln werfen, ein Generalsekretär, der seine Stärke beim Armdrücken demonstriert und zwei Bürgermeisterkandidaten, die ihren Wahlkampf mit fliegenden Holzklötzen austragen: Der erste Aktionstag der Mistböcke am Sonntag wartete mit allerlei Kuriositäten auf. Ursprünglich habe man einen Nordic-Walking-Wettbewerb auf die Beine stellen wollen, berichtete Mitinitiator Heinz Gehnke, dessen „Mistböcke“ mit Aktionen wie einer Tombola Spenden für die Kenia-Hilfe einwarben.

Die Idee von Friedrich Lützow sei es gewesen, die Menschen wieder in Bewegung zu bringen, „aber der Wettbewerbscharakter war mit den Vorgaben des Gesundheitsamtes nicht realisierbar.“ So entrichteten die mehreren Dutzend Walker, die in Kleingruppen eine große Runde durch den Staatsforst und am See zurück drehten, eben einen Start-Obolus für den guten Zweck.

Auch wenn das Wetter mitspielte, hätten sich die Organisatoren doch mehr Resonanz gewünscht – nur wenige geschminkte Einhörner und Feen ließen sich von XL-Seifenblasen verzaubern, nur wenige Familien waren vor Ort, um die Spieleangebote zu nutzen. Schon angesichts des Organisationsaufwandes habe man sich eine größere Beteiligung erwünscht, so Gehnke – das gelte übrigens auch für die angeschriebenen Vereine, die sich hier präsentierten. „Die Menschen sind einfach noch sehr zurückhaltend“, so sein Fazit.

Mit dabei war Manuela Meier mit ihren „Smovey“-Fitness-Ringen. Warum, wo die Fitnesscoachin momentan so gut wie keine Kurse gibt? „Ich bewundere Heinz – wo andere jammern, gehören er und sein Stammtisch zu denen, die unermüdlich Neues anpacken.“ Eine druckvolle Vorstellung ihres Freizeitprojekts „Armwrestling“ gaben Eduard Hermann und die Betreuer Alexander Fizler und Ivan Suslov ab: Am Stand fürs Armdrücken, das auf eine Idee von Jugendlichen zurückgeht und drei Mal wöchentlich trainiert wird, konnten die Besucher ihre Kräfte mit den Trainern messen. Verhältnismäßig gut schlug sich SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil, der spontan auf eine Stippvisite zur lokalen Politprominenz gestoßen war und den „Profis“ einige lange Sekunden abtrotzte.

Vor den Duell der Bürgermeisterkandidaten: Torsten Oestmann (l., SPD/Grüne) „klatscht“ mit dem Team von Frank Holle (r., CDU) ab.

CDU-Bürgermeisterkandidat Frank Holle lehnte einen direkten Wahlkampf mit dem Bizeps ab: „Kraftmeierei ist nicht mein Ding, ich bin eher Kopfarbeiter.“ Wäre der Bierdeckel-Weitwurf ein Wahlometer, so hätte die SPD die Nase vorn: Klingbeil und SPD/Grünen-Bürgermeisterkandidat Torsten Oestmann machten eine vergleichsweise gute Figur, während MdL Eike Holsten sich nach einigen Rohrkrepierern von den Töchtern Nachhilfe geben lassen musste.

Ob das mit Spannung erwartete Duell der beiden Bürgermeister in spe im Wikingerschach Rückschlüsse auf die Erfolgsaussichten zulassen würde? „Die Frage beantworte ich hinterher“, frotzelte Oestmann; sein Konkurrent Holle nicht minder schlagfertig: „So oder so eine gute Gelegenheit, sich in Ausreden für das Ergebnis zu üben.“ Anfänglich sollte die Zielsicherheit bei beiden etwas zu wünschen übrig lassen; erwies sich Oestmann, der als Team seine Familie am Start hatte, zunächst als besserer Vollstrecker, hatte Holle mit Vertretern der Mistböcke das schlagkräftigere Team um sich geschart.

Angebote für Familien wie XL-Seifenblasen gab es beim ersten Aktivtag der Mistböcke reichlich, Kinder eher weniger.

Am Ende wurde Oestmann seine Tendenz nach links zum Verhängnis und Holle konnte den vierten „Matchball“ verwandeln – ein Riesenspaß am Weichelsee, dessen Spenden – so hoffen die Veranstalter – einen vierstelligen Betrag für ein Kinderheim in Kenia einbringen. Welches genau, sei noch nicht ganz klar: „Jemand aus dem Vorstand der Kenia-Hilfe guckt sich zwei Heime vor Ort an und entscheidet dann, wo das Geld am dringendsten benötigt wird“, so Organisator Gehnke.

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