„Wahida – ein afghanisches Schicksal“ bis zum 11. Januar im Haake-Meyer

Für die Zukunft junger Patienten

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Chefarzt Professor Dr. Michael Schulte mit einem Selbstbildnis der Afghanin Wahida. Die 17-Jährige bedankt sich jetzt mit einer Kunstausstellung in der Kreisstadt.

Rotenburg - Von Wieland Bonath. Im Jahr 2006 haben Ärzte im Rotenburger Diakonieklinikum die damals achtjährige Afghanin Wahida wegen ihrer Lepra-Krankheit behandelt. Möglich machte es der Freibettfonds des Krankenhauses, der die medizinische Betreuung fern ihrer Heimat gewährleistete. Wahida, inzwischen in das zentralasiatische Bergland zurückgekehrt, bedankt sich jetzt mit einer Ausstellung im Kulturcafé Haake-Meyer. Der Erlös kommt dem Freibettfonds zugute.

Bisher wurden in Rotenburg im Rahmen des Freibettfonds 31 Kinder und Jugendliche im Alter von 4 bis 19 Jahren behandelt, versorgt oder geheilt. Zuletzt ein Junge aus Angola, der 13 Monate im Diakonieklinikum verbrachte. Menschliche und fachliche Zuwendung sind im Fonds kostenlos – Medikamente, Implantate und Prothesen kosten jedoch Geld.

Und hier will die heute 17-jährige Wahida durch den Erlös aus ihren Bildern helfen – als Dank an Rotenburg und für die Hilfe, die sie hier erfahren hat. Professor Michael Schulte, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie des Diakonieklinikums, hat für diese Engagement eine Erklärung: „Es geht um die Sache!“ Die Ausstellung mit dem Titel „Wahida – ein afghanisches Schicksal“ geht bis zum 11. Januar.

Die Idee der unentgeltlichen Behandlung verletzter und kranker Kinder und Jugendlicher durch die Hilfsorganisation „Friedensdorf International“ brachte Schulte vor 14 Jahren mit nach Rotenburg: Das Krankenhaus stellt für die jungen Patienten aus Angola, Afghanistan und dem Irak unentgeltlich zwei Betten zur Verfügung.

Ein oft langer klinischer Aufenthalt mit aufwendiger medizinischer Versorgung und umfangreicher Pflege, unterstützt von ehrenamtlichen Mitarbeitern: alles, um den jungen Patienten eine Zukunft zu geben. So konnte auch Wahida Rotenburg damals nach gut einem Jahr mit völlig abgeheilten Wunden verlasssen und in ihr kleines, von der Taliban kontrolliertes Bergdorf zurückkehren.

Doch Jahre später meldete sich die Krankheit zurück. Der pensionierte Arzt Dr. Gerhard Stauch aus Aurich, der in Afghanistan eine Pathologie aufbauen will: „Während einer Visite im Ali Ibn Sina Hospital in Mazar e Sharif lernte ich Wahida kennen. Der Vater gab mir eine handschriftliche Notiz mit dem Namen des Diakonieklinikums Rotenburg. Ich bat via Mail um Auskunft und erhielt zwei Tage später die Krankenakte sowie die Diagnose: Lepra.“

Seine afghanischen Kollegen, fährt Stauch fort, hätten trotz seiner Bitte nicht gewartet und die vermeidbare Amputation durchgeführt. „Vor ihrer Entlassung tauchte Wahida im Rollstuhl im Labor auf und überreichte mir zum Abschied einige kleine Bleistiftzeichnungen, die sie während ihres Krankenhausaufenthaltes angefertigt hatte.“

Als er das nächste mal in der Region unterwegs war, brachte er ihr Zeichenblöcke und Wasserfarben mit. Wahida begann zu malen. Aus dem Kontakt zu der Klinik in Rotenburg entstanden viele freundschaftliche Gespräche mit und letztlich die gemeinsame Idee, Wahidas Malereien in Rotenburg auszustellen. Wahida hat den Traum, in ihrer Heimat eine Malschule für Kinder eröffnen. Und das alles in einem Glaubenskreis, der Frauen auch heute noch nicht erlaubt, Bilder zu malen oder gar Selbstbildnisse anzufertigen.

Wer die Arbeit des Freibettfonds unterstützen will, kann dies mit einer Spende tun. Dafür steht folgendes Konto zur Verfügung: Agaplesion Diakonieklinikum, Sparkasse Rotenburg-Bremervörde, IBAN: DE57 2415 1235 0025 1234 56, BIC: BRLADE21R0B, Stichwort: Freibettfonds.

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